Katholischer Kirchenmusikverein Pfeddersheim bot beim Frühjahrskonzert beste musikalische Unterhaltung
Musikgenuss für Groß und Klein, Alt und Jung
Beim Frühjahrskonzert überzeugte auch der KKMV-Nachwuchs die Zuhörer.
Anders als beim Eurovision Song Contest gab es am Samstagabend beim Frühjahrskonzert des katholischen Kirchenmusikverein Pfeddersheim 1964 e.V. auch ohne spektakuläre Bühnenshow, Lichteffekte und Windmaschine beste musikalische Unterhaltung u.a. aus fünf europäischen Ländern zu erleben. Mit „Andreas Bourani trifft Edith Piaf“ war ein abwechslungsreiches Programm angekündigt worden, bei dem über 40 Musikerinnen und Musiker im Alter von 11 bis 80 Jahren mit so unterschiedlichen Instrumenten wie E-Bass und Tuba, die eben teils bei der modernen, teils bei der traditionellen Musik ihre Vorteile haben, zusammen musizierten. Die Musiker zogen die zahlreichen Zuhörer gleich mit dem ersten Stück, dem anspruchsvollen Marsch „Hoch Heidecksburg“, in ihren Bann. Bis zum ebenfalls aus dem traditionellen Bereich stammenden Schlussstück, dem beliebten „Fliegermarsch“, ging es jedoch wie versprochen quer durch fast alle Stilrichtungen. Sonja Decker begleitete die Gäste durch diesen bunten Mix, versorgte sie auf humorvolle und charmante Weise mit einigen Hintergrundinformationen, passenderweise – fast wie beim ESC – auch in der jeweiligen Landessprache. Mit „A sailors adventure“ und „Theme varié“ hatte Dirigent Volker Günther zwei Stücke ausgewählt, um die Nachwuchsmusiker in das Gesamtorchester zu integrieren.
Fleißige Nachwuchsmusiker
Auch dank der guten Zusammenarbeit mit der Lucie-Kölsch-Musikschule haben sich gleich sieben Nachwuchsmusiker mit den „Großen“ intensiv auf das Konzert vorbereitet; leider konnten dann zwei krankheitsbedingt doch nicht mitspielen. Die Nachwuchsmusiker waren sogar so begeistert und fleißig bei den Proben dabei, dass sie letztendlich sogar noch bei weiteren Stücken im Verlauf des Abends mitspielen konnten. Dafür erhielten sie großes Lob vom Dirigenten und natürlich einen dicken Sonderapplaus von den Zuhörern. Bei „Glorioso“, einem eher dem Bereich Filmmusik zuzuordnenden Stück, gab Selina Schätzlein, eine der Nachwuchsmusikerinnen, ihren Einstand als Solistin. Varieté-Musik, Chansons und noch viel mehr an Eindrücken brachten die Musiker von ihrer Konzertvorbereitung in Frankreich mit, für die Zuhörer zusammengefasst in „Souvenir de France“ und „A tribute to Edith Piaf“. Solist bei dem Piaf-Medley war neben Selina Schätzlein und Helga Schneider (Flöte), Klaus Steube auf dem Euphonium – hier war der Name Programm, denn Euphonium bedeutet übersetzt so viel wie Wohlklang.
Für die Fans der 80er Jahre folgte „Centerfold“ und die Freunde der lateinamerikanischen Rhythmen kamen bei „La camisa negra“ auf ihre Kosten. Andreas Bourani’s „Auf uns“ dürfte jedoch inzwischen nicht nur den Fußballfans ein Begriff sein. Mit „Storie di tutti i giorni“ zog musikalisch die italienische Leichtigkeit des Lebens in die TSG Halle ein, bevor es zum Abschluss des offiziellen Teiles „Thank you for the music“ (Solist Bernd Reidenbach) hieß – und das sprach wohl auch den Zuhörern aus den Herzen, denn sie forderten begeistert Zugaben. Hierfür hatten sich die Musiker mit „Yesterday“ einen Klassiker ausgewählt, in einem ausgefeilten, solistisch gestalteten Arrangement von Reinhold Ross, das dieser vor einigen Jahren dem katholischen Kirchenmusikverein Pfeddersheim auf den Leib geschneidert hatte. Diese Zugabe hätte so manchem Dirigenten sicher den Angstschweiß auf die Stirn getrieben, Volker Günther hingegen konnte gelassen bleiben: auch am Ende eines zwar langen, aber keinesfalls langweiligen Abends intonierten Stefan Lentz (Altsaxophon), Ferdinand Aiglstorfer (Tenorsaxophon), Simon Dannheimer (Trompete), Christian Reisinger (Flügelhorn) und Bernd Reidenbach (Trompete) noch sauber und sicher ihre Soli. Allen, die sich jetzt ärgern darüber, dass sie dieses Konzert am Samstagabend verpasst haben, sei gesagt: Der KKMV wiederholt Teile dieses Konzertes am Sonntag, dem 11. Juni um 19 Uhr in der evangelischen Kirche in Monsheim.