
Von Vera Beiersdörfer Wie starb Siegfried wirklich? Wie groß war Hagens Gehirn? Die Nibelungensage ist den meisten Menschen in groben Zügen bekannt. Doch was, wenn bei der Überlieferung Dinge falsch verstanden oder absichtlich fehlerhaft weitergegeben wurden, wenn sich der Heldenepos eigentlich anders zugetragen hat?
Im viertägigen Ferienworkshop „Nibelungen – Kunst – Fabrik – Fake oder Fakten?“ von und mit Tobias Steinfeld, der den Publikumspreis des Autorenwettbewerbs der Festspiele 2017 gewonnen hat, machten sich Jugendliche in der vergangenen Woche auf die Suche nach einer alternativen Sage. "Rausgekommen ist die einzig wahre Geschichte der Nibelungen", begrüßte der elfjährige Fynn die Gäste, die sich am Sonntag im Anschluss an die Theaterbegegnungen zur Vernissage im Heylsschlösschen einfanden.
Auch das Autorenduo Feridun Zaimoglu und Günter Senkel war gekommen, um in Augenschein zu nehmen, welche Ideen die Zehn- bis 16-jährigen zum Nibelungenthema hatten. Mit Durchschneiden des Roten Bandes durch Günter Senkel wurde die Ausstellung sodann offiziell eröffnet. Die Gäste der Vernissage merkten den Jugendlichen an, dass ihnen der Ferienworkshop viel Spaß bereitet hatte. Mit Feuereifer präsentierten sie ihre Werke.

Nachdem mittwochs und donnerstags die Geschichte durchgeschüttelt und an verschiedenen Orten in Worms Ideen und Materialien gesammelt wurden, fertigten die Teilnehmer am Freitag mit fachkundiger Unterstützung der Künstlerinnen Uli Spiro und Anna Bludau-Hary im Kunsthaus ihre Exponate.
Während der Festspieltage sind die fantasievollen Ausstellungsstücke wie das Büschel widerborstiger Haare von Königin Brunhild und das Pergament mit einem Auszug aus der "einzig wahren" 4. Version des Nibelungenliedes von Verfasser "Fritz Walter Klünterburg", jeweils von 17 bis 20 Uhr, kostenfrei im Heylsschlösschen zu sehen.
Fynn jedenfalls hofft, dass Tobias Steinfeld im kommenden Jahr erneut einen Workshop im Rahmenprogramm der Nibelungen-Festspiele anbietet:„Dann mache ich garantiert wieder mit".
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