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Di., 09. Juli 2019, 07:01 Uhr
6. Nibelungen Triathlon ist nicht allein Mekka der Spitzensportler / Zahlreiche Breitensportler, Senioren und „Jedermänner“ sind am Start
Mutter, Maurice und der Muntermacher
Mit einem Lächeln ins Ziel: Familie Schneider aus Offstein hat den Nibelungen Triathlon gemeinsam erfolgreich bewältigt – Simone Steffes-Schneider im Damen-Team der SG LLG Wonnegau, Sohn Maurice als Einzelstarter, Ehemann und Vater Jochen als Psychologe und Muntermacher des Schneider-Trios. Foto: Marcus Diehl
VON JÜRGEN JAAP |Triathlon zählt zu den am stärksten wachsenden Sportarten der Welt. Bei kaum einem anderen Sport sind Topathleten und Hobby-Sportler so bunt gemischt, sieht man vielleicht einmal von großen Volksläufen und City-Laufevents ab. Der 6. Nibelungen Triathlon der SG LLG Wonnegau/Poseidon Worms bildet diesbezüglich keine Ausnahme. Gemeinsam sind Spitzen- und Breitensportler unterwegs. Alle treibt die Lust am Herauskitzeln der eigenen Grenzen um. Mancher möchte einfach „nur“ den inneren Schweinehund überwinden, die Fitness und Gesundheit stärken. Neben der Steigerung persönlicher Bestzeiten steht beim größten Teil der fast 300 Teilnehmer des von Ausrichter LLG Wonnegau zusammen mit Poseidon Worms mit 90 Helfern am Rande der Strecke und auf sechs Motorrädern perfekt und reibungsfrei organisierten Nibelungen Triathlon aber eines ganz oben auf der Agenda: Spaß am Sport und der Bewegung.
„Gute Vorbereitung ist der halbe Sieg“ Es ist ein Anblick, den man gerne sieht. Wie an der Perlenschnur aufgereiht hängen hunderte Sporträder am Straßenrand im Wormser Floßhafen an ihren Sätteln auf Stangen. Die Helme sind am Lenker eingeklinkt. Die Sportschuhe stehen daneben in Reih’ und Glied. Bereit zum Start. Auch die Räder mit den Startnummern 269 und 147. Die Sportgeräte gehören Simone Steffes-Schneider und ihrem Sohn Maurice. 8,5 Bar beträgt der Reifendruck. Handvermessen von Jochen Schneider. Am Morgen wurde fleißig gepumpt. „Aber erst ging es ganz früh zum Bäcker“, bedeutet der Offsteiner. „Gesundes Sportler-Frühstück“, schiebt er nach. Die zwei Rennräder flink im Auto verstaut. Bananen und ein paar Tuben mit Sportler-Gel dazu. „Gute Vorbereitung ist der halbe Sieg“, weiß Jochen Schneider. Sonst ist der Fußball-Fan und langjährige Vorstand des Wormser Traditionsvereins VfR Wormatia eher mit Lederbällen beschäftigt. Heute gilt seine volle Aufmerksamkeit der Frau und dem Sohn. Familientag beim Triathlon.
„Ich bin eher als Psychologe und Muntermacher aktiv“, sagt Jochen Schneider. Maurice und Simone, eine passionierte Schwimmerin, die mit der Wormser Triathlon-Legende Lothar Leder so manche Einheit im Wasser absolvierte, bestätigen unisono: „Wir sind schon ein wenig nervös.“ Jochen muss aufmuntern, anfeuern, Ruhe verbreiten, was dem agilen Offsteiner gar nicht so locker von der Hand geht. Egal. Alles passt. Die Performance im Rheinwasser, der Druck in den Reifen, beim Laufen die nötigen Körner im Tank ob der im richtigen Moment zugereichten Bananen. Nach gut einer Stunde und 23 Minuten sind beide innerhalb von 45 Sekunden im Ziel. Maurice ein klein wenig früher, was die Mutter aber nicht krummnimmt.
Die Party geht ab – und ab geht die Party: Für die Ü40-Senioren der SG LLG Wonnegau/Poseidon Worms mit Jochen Schwartner, Sven Barth, Daniela Treiber und Günther Huber steht in der Mastersliga beim Nibelungen Triathlon neben der sportlichen Herausforderung der Spaß am gemeinsamen sportlichen Erlebnis im Vordergrund. Foto: Marcus Diehl
Gemeinsames Erlebnis geht vor sportlichem Ergebnis Viel gibt es nun zu erzählen. Die Kollegen von Simone der Ü40-Mannschaft der Startgemeinschaft LLG Wonnegau/Poseidon Worms sind gleich um 10 Uhr gestartet. Jochen Schwartner machte „die Steigung an der Karl-Kübel-Brücke und den scharfen Gegenwind im Wormser Wäldchen“ als Hauptprobleme auf der Strecke aus. Jeder hat so seine eigene Geschichte zum Rennen parat. Im Mastersliga-Team von LLG und Poseidon war der vierte Starter am Morgen erkrankt ausgefallen.
In Einzelstarterin Daniela Treiber fand das Trio Sven Barth, Günther Huber und Jochen Schwartner optimale Ergänzung. Gegen Mittag lagen sich alle vier Finisher glücklich in den Armen. Logisch, dass man zwischendurch auch einmal die einzelnen Zeiten quercheckt. „Die Kooperation der beiden Vereine LLG Wonnegau und SC Poseidon Worms hat alle sportlich vorangebracht“, betont Jochen Schwartner. Mancher im Team konnte so kontinuierlich seine Leistungen verbessern. Doch der Wormser Notar macht auch klar, dass beim Triathlon für viele im Klub „das gemeinsame Erlebnis vor dem sportlichen Ergebnis rangiere“.
Gesagt, getan. Sogleich wendet sich das Quartett wieder den Läufern zu, die ihre Runden auf dem Festplatz drehen. Hier ein „auf geht’s“, dort ein „da geht noch was“. Manche Sekunde wird so noch „herausgequetscht“. Nur die Sport-Gels der Familie Schneider sind mittlerweile völlig platt und ausgelutscht. Aber es hat sich ja für alle gelohnt. Für die, die mit den super Zeiten als Schnellste durch das Ziel-Tor rauschten, genauso wie für jene, die als „Jedermänner“ erstmals bei einem Triathlon mitmischten. Die meisten werden wohl auch wieder beim siebten Nibelungen Triathlon am Start sein – und womöglich dann noch so manche Sekunde gut machen.