Osthofen: Wünsche des Stadtrates nach mehr Natur werden berücksichtigt / Beeinträchtigungen ausgleichen
NABU legt Bepflanzungsplan vor
Der NABU Worms-Wonnegau hat für die 3.900 m² Ausgleichsfläche im Baugebiet Lorchsmühle einen Bepflanzungsvorschlag erarbeitet und zur Verfügung gestellt. Grafik NABU
Die politischen Weichen sind gestellt: Im Norden des Baugebietes Lorchsmühle sind zwei Bauplätze geplant und gemäß Vorschlag der Investoren östlich davon eine 3.900 m² große Ausgleichsfläche vorgesehen. Laut Gesetz müssen die durch den Eingriff im gesamten Baugebiet entstehenden Beeinträchtigungen z.B. des Artenschutzes und Landschaftsbildes jedoch sowieso ausgeglichen werden. Hierzu hat der Investor das Versprechen geliefert, 3900 m² der momentan als Wingert genutzten Fläche „ökologisch aufzuwerten“ und „Rückzugsgebiet für Wildtiere zu schaffen“.
Stadtbürgermeister Goller kündigte im Zuge der Stadtratsentscheidung an, den Wingert „der landwirtschaftlichen Nutzung zu entziehen und durch geeignete Maßnahmen ökologisch aufzuwerten, damit Flora und Fauna sich an dieser Stelle nachhaltig entwickeln können“. Auch die SPD hat „viel Grün im Norden“ prognostiziert.
Landschaftsbild aufwerten
Diesen Vorschlag hat nun der NABU Worms-Wonnegau aufgegriffen und einen Bepflanzungsvorschlag unterbreitet, der mittlerweile der Stadt zugesandt wurde. „Mit Verwirklichung der Bepflanzung wird zumindest in diesem Bereich das Landschaftsbild aufgewertet, der Mühlgraben weiter eingegrünt und dem Artenschutz Rechnung getragen“, hält Matthias Bösl vom NABU Worms-Wonnegau große Stücke auf den Entwurf. Auch bei der unteren Naturschutzbehörde, beim Vorsitzenden des Naturschutzbeirates und bei den Antragstellern des Einwohnerantrages findet der Gestaltungsvorschlag Anerkennung. Der Plan sieht eine dichte Gebüschzone entlang des Mühlgrabens und eine niedrige Bepflanzung aus Liguster und Bibernellrose parallel des Lorchsmühlpfad vor. Mittig wird eine Mähwiese mit eingestreuter Walnuss, Wildbirnen und Vogelkirsche angeregt. Dem Vorkommen der Zauneidechse wird mit speziellen Maßnahmen Rechnung getragen.
Diesen Bepflanzungsvorschlag stellt der NABU den Investoren und dem Planungsbüro kostenfrei zur Verfügung.
Bösl will abschließend im Namen der Antragsteller des Einwohnerantrages noch einmal den Bürgerinnen und Bürgern Osthofens danken. „Auch wenn die Bebauung des nördlichen Bereichs mit 2 bis 3 Einfamilienhäusern nicht im Sinne der den Einwohnerantrag unterzeichnenden rund 1.100 Bürgerinnen und Bürger ist, hat deren Engagement jedoch dazu geführt, die ursprünglich vorgesehenen Mehrparteienhäuser zu verhindern“. „Unser Dank geht an alle Unterstützer“, so Matthias Bösl vom NABU, „das Bürgerengagement hat sich ausgezahlt und ein Stück schönes Osthofen bewahrt“.