THW Worms überprüft den Leistungsstand seiner beiden Bergungsgruppen / Nahezu fehlerfreie Übung bei Röchling / Bauarbeiten am Standort geplant
Nach Erschütterung: Mehrere Personen in Gebäuden vermisst!
Vermisste Personen zu suchen und zu bergen, war Bestandteil der Übung auf dem Röchling-Gelände.
Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) ist die Katastrophenschutzeinheit des Bundes. Der THW-Ortsverband (OV) Worms nimmt diese Aufgabe besonders ernst und ist darüber hinaus auch sehr stark in der örtlichen Gefahrenabwehr (ÖGA) eingebunden. Der OV ist klar strukturiert und stellt mit den Einheiten: Technischer-Zug, bestehend aus dem Zugtrupp, der ersten Bergungsgruppe, der zweiten Bergungsgruppe und der Fachgruppe Elektroversorgung. Außerdem die Fachgruppe Logistik, bestehend aus der Logistik Führung und Logistik-Trupp Verpflegung der Gefahrenabwehr, zur Verfügung.
Insgesamt ist die Sollbesetzung dieser Gruppen mit 43 Helfern vorgegeben. In OV-Worms sind alle Einheiten voll besetzt. Zusätzlich stehen noch weitere Helfer in Reserve in der zweiten Reihe. Zur gesamten Aufgabenbewältigung stehen dem OV dafür 12 Fahrzeuge mit den unterschiedlichsten Anhängern zur Verfügung. Angeführt wird der Technische-Zug von seinem Zugführer Daniel Fuhrmann, der erst zum Jahresanfang den Zug von seinem Vorgänger übernommen hat. Um sich einen genaueren Überblick über den Leistungstand seines Zuges zu verschaffen, hat der neue Zugführer eine umfangreiche Übung in einem Gebäudekomplex ausgearbeitet und abgehalten.
THW-Einsatzübung bei Gebäudeschäden
Auf Grund einer Erschütterung kam es zu einem teilweisen Zusammenbruch eines Doppelhauses. Mehrere Bewohner werden vermisst. Durch die Schäden sind nicht mehr alle Bereiche des Gebäudes zugänglich. Dies war die Einsatzmeldung, die der Technische Zug des Ortsverbandes Worms erhielt. Übungsort waren zwei ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Röchling Automotive Germany SE & Co. KG in Worms, die für den Abriss vorgesehen sind, um daraus einen neuen Technical Center Platz zu machen. Das Einsatzszenario sah vor, dass ein Gebäudeteil des Doppelhauses durch eine Erschütterung nahezu zusammen gebrochen und durch einen Trümmerkegel um das Gebäude herum nicht mehr direkt zugängig war. Das 2. Gebäude war angeschlagen und teilweise noch begehbar. In beiden Gebäuden wurden noch Personen vermisst. Nach dem Öffnen der Haustüre stellte der Erkundungstrupp fest, dass das Treppenhaus nicht mehr begehbar war und aus dem Kellergeschoss ein beißender Geruch kam. Die weitere Durchsuchung des Kellers und des Erdgeschosses erfolgte daher unter „schwerem Atemschutz“. Währenddessen drang ein weiterer Bergungstrupp von außen über Leitern in den 1. und 2. Stock des Gebäudes ein und durchsuchte diese.
Anschließend wurde auf beiden Etagen ein Durchbruch durch die gemeinsame Wand zum Nachbargebäude geschaffen, um die dort vorhandenen Räume zu durchsuchen. Nach drei Stunden konnten die Gruppenführer der Bergungsgruppen die Rettung der vier vermissten Personen aus der schwierigen Lage an den Zugtrupp, der den Einsatz koordiniert hatte, melden. Während des gesamten Einsatzes stand der Baufachberater des Ortsverbandes zur Verfügung, um bei Fragen der Gebäudestabilität, der notwendigen Sicherungsmaßnahmen und den geeigneten Stellen zum Eindringen in das zerstörte Nachbargebäude beratend tätig zu sein. Bei der Übungsnachbesprechung stellte der neue Zugführer fest, dass die Übung nahezu fehlerfrei abgelaufen ist und dass er von seinem Vorgänger eine sehr gut ausgebildete und engagierten Zug übernommen hat. Das wäre ihm schon bei den beiden ersten Sturmeinsätzen in Pfeddersheim aufgefallen und hätte sich jetzt bei der Übung wieder bestätigt. Er wäre sich sicher, mit dieser Truppe allen Herausforderungen gewachsen zu sein. Er freue sich auf die Anforderungen, die zukünftig auf das THW-Worms zukämen.
Standort wird an Zukunft angepasst
Die ehrenamtlichen Helfer versehen ihren Dienst in ihrer Freizeit. Um dies zu ermöglichen, sind sie auch auf die Unterstützung ihrer Arbeitgeber angewiesen, die es im Einsatzfall durch die Freistellung der Mitarbeiter ermöglichen, anderen in Not zu helfen. Abschließend bedankte sich der Ortsverband bei der Fa. Röchling. Die Firma Röchling „Automotive Germany SE & Co KG“ versorgt Automobilhersteller auf der ganzen Welt mit technologisch anspruchsvollen Kunststoffanwendungen, die eingesetzt werden, um die aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie zu lösen: Verminderung von Emissionen, Gewicht und Treibstoffverbrauch. Für das Werk Worms sind in den nächsten Jahren umfangreiche Bauarbeiten geplant, um den Standort an die für die Zukunft benötigten Kapazitäten anzupassen. Durch ein Mitglied des THW Worms, der auch für das Röchling-Werk in Worms arbeitet, konnte der Kontakt zur Geschäftsführung hergestellt werden, die durch die Freigabe der zum Abriss vorgesehenen Gebäude für eine Übung den hohen Ausbildungsstand des Ortsverbandes weiter verbessern hilft.
Übungsnachbesprechung – die Verantwortlichen konnten mit der Leistung der THW-Helfer zufrieden sein.