Mi., 23.09.2026
Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Mi., 22. April 2015, 00:00 Uhr
    Baufortschritte am Turm der Pfeddersheimer Simultankirche / Bauende voraussichtlich Ende des Jahres 2016

    Nach Sanierung touristische Nutzung möglich

    Architekt Jürgen Hamm (links) erläutert die im Inneren geplanten Maßnahmen.


    Nach der Aufregung um ein etwas unglücklich platziertes mobiles „stilles Örtchen“ gibt es zum Baufortschritt am Turm der Pfeddersheimer Simultankirche auch Positives zu berichten.

    Die Zimmermannsarbeiten und die Dachinstandsetzung sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, berichtete Architekt Jürgen Hamm nun bei einer Ortsbegehung. Gute Nachrichten hatte auch Landtagsabgeordneter Jens Guth im Gepäck: „Das Land wird sich an der grundlegenden Sanierung des Kirchturms im Rahmen der Ortskernsanierung beteiligen und gewährt aus dem Städtebauförderungsprogramm einen Zuschuss in Höhe von 860.000 Euro“, berichtete der Landtagsabgeordnete. Dies entspricht einem Fördersatz von 80 Prozent – die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf 1.095.000 Euro.

    (von links) MdL Jens Guth, Agathe Kurkofka (GBB), Dezernent Uwe Franz, Ortsvorsteher Alfred Haag und Architekt Jürgen Hamm studieren die Sanierungspläne.


    Treppe kann erhalten bleiben
    Ein Gutachten hat ergeben, dass die Treppe erhalten bleiben kann, aber saniert werden muss. Die geplante Baumaßnahme reicht jedoch noch viel weiter: Der Turm entspricht in seiner Bausubstanz zum größten Teil noch seinem Ursprung. Die Putzflächen der Außenwände sind jedoch stark verwittert und abgebrochen, sodass das Bruchsteinmauerwerk freiliegt. Die Eckbinder waren von einem Brand des Kirchenschiffes, vermutlich aus dem 16. Jahrhundert, in Mitleidenschaft gezogen worden und müssen instandgesetzt werden. Die Sandsteinblöcke der Balustrade sind ebenfalls stark verwittertet und müssen ausgetauscht werden. Das nachträglich aufgestockte, vierte Obergeschoss stamme aus dem 19. Jahrhundert. Besonders in diesem Bereich löse sich der Putz großflächig, erläuterte der Architekt.

    Dachkonstruktion des Turms von Schädlingen befallen
    Außerdem sei die Dachkonstruktion des Turms von Schädlingen befallen und müsse entsprechend wieder instandgesetzt werden, ergänzte Baudezernent Uwe Franz, der sich vor allem über die hohen Landeszuschüsse freut. „Wir wollten erreichen, dass der Turm nach der Sanierung auch touristisch genutzt werden kann“, erklärt der Baudezernent. Der Landeszuschuss sei ein ganz wesentliches Element zur Realisierung eines solchen Projekts. Die Sanierung der Dachkonstruktion ist ein aufwändiges Unterfangen, da es sich um eine Mollersche Zimmerkonstruktion handelt. Heißt: Diese Art der Konstruktion setzt das Turmdach unmittelbar auf den oberen Teil der Mauer, ohne weitere Verbindung mit dem Mauerwerk. Vorteil dieser Bauweise ist, dass einzelne Teile ausgetauscht werden können, ohne dass der ganze Turm gefährdet wird, wenn ein Teil herausgenommen werden muss.

    Klar ist: Der Turm hätte nicht sich selbst überlassen werden können – zu groß war die Gefahr durch herunterfallende Putzstücke. Und auch das Dach muss dringend saniert werden. Doch nicht nur das Äußere soll „wiederbelebt“ werden, auch im Inneren erfährt das Bauwerk eine Verjüngungskur. Sämtliche elektrischen Leitungen werden erneuert, die Haustechnik-Kästen im Erdgeschoss werden aus dem historischen Bogen heraus an eine andere Wand versetzt. Der Bogen solle touristisch ansprechender gestaltet werden, etwa mit einer Hinweistafel, erläuterte der Architekt.

    Voraussichtlich Ende des Jahres 2016 werden die Arbeiten am Turm beendet sein.

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Worms und Ortsteile
    Anzeige Reifen Mast KN10123Anzeige Platten NOLLAnzeige Online StellenmarktAnzeige VHS
    Anzeige AmtsblattAnzeige das WormserAnzeige Tip Südhessen
    Anzeige GABOAnzeige TicketshopAnzeige Cecil Cycle KN18256