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  • Mi., 08. März 2017, 19:29 Uhr
    Anlässlich der Wochen gegen den Rassismus las Aimé-Jipsy Mikona am Mittwoch im Wormser Stadtrat einen Zeitungsartikel des bekannten Journalisten Heribert Prantl vor

    Nachdenkliche Worte über den täglichen Rassismus

    Aimé-Jipsy Mikona (Bildmitte) las im Wormser Stadtrat einen Text aus der Süddeutschen Zeitung. OB Michael Kissel (links) und Uwe Franz umrahmten den engagierten Wormser. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Rund um den 21. März finden die internationalen Wochen gegen den Rassismus statt. Der Anlass für dieses Datum sind die friedlichen Demonstrationen am 21. März 1960 im südafrikanischen Sharpeville gegen das damalige Apartheidsregime. Die Polizei schoss an diesem Tag in die Menge und tötete 69 Demonstranten. Sechs Jahre später erklärten die Vereinten Nationen (UNO) den 21. März zum Internationalen Tag gegen den Rassismus. In ganz Deutschland finden seitdem im März zahlreiche Veranstaltungen zu diesem Anliegen statt.

    Es ist Tradition, dass im Zeitfenster der internationalen Wochen gegen den Rassismus zu Beginn der Stadtratssitzung ein Wormser Bürger mit Migrationshintergrund Texte zu dem Themenkomplex liest. In diesem Jahr tat dies Aimé-Jipsy Mikona, der 1993 in Bad Kreuznach geboren wurde, aber schon lange in Worms lebt. Er hat noch acht Geschwister und engagiert sich schon lange für gesellschaftliche und soziale Belange in der Nibelungenstadt. Vielen ist er als ehemaliges Mitglied des Jugendparlaments oder von der Initiative „Worms macht die Klappe auf“, die er gründete, bekannt. Für dieses Engagement wurde er im Februar von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und der Bertelsmann-Stiftung in Mainz ausgezeichnet.

    Aimé-Jipsy Mikona las am Mittwoch im Wormser Stadtrat einen Kommentar vom Oktober 2016 des bekannten Journalisten Heribert Prantl, der bei der Süddeutschen Zeitung das Ressort Innenpolitik leitet. Heribert Prantl fordert in dem Kommentar der Verrohung der politischen Auseinandersetzung entgegenzutreten, die seiner Auffassung nach mit den Pegida-Demonstrationen begann und deren Spitze am Einheitstag in Dresden zu besichtigen war.

    Aimé-Jipsy Mikona las den Text vor den nachdenklichen Mitgliedern des Stadtrates vor. Mit ruhiger Stimme rezitierte er den Text von Heribert Prantl in dem dieser Bezug auf den Einheitstag 2016 in Dresden nahm. Unter anderem hieß es in Prantls Kommentar: „Nein, es stimmt nicht, dass gegen die Verrohung kein Kraut gewachsen ist. Ja, die Polizei kann die Personalien der Pöbler feststellen. Ja, die Staatsanwaltschaft kann Verfahren gegen sie einleiten. Die einschlägigen Paragrafen heißen: Beleidigung, üble Nachrede, Verunglimpfung des Staats, Volksverhetzung.“ Mahnend wendet sich Heribert Prantl in seinem Kommentar - und damit indirekt auch Aimé-Jipsy Mikona - gegen die Unverschämtheiten von Rechtsaußen, die der Begleitchor zu Angriffen gegen Flüchtlingsunterkünfte seien. In der Unter-Überschrift zu Prantls Kommentar hieß es: „Wenn Volksverhetzung Volkssport wird, darf der Staat nicht einfach zuschauen.“

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