FREUNDESKREIS TIERGARTEN WORMS: Auch in Corona-Zeiten ein Zusammenhalt wie „Pech und Schwefel“
Nachfrage nach Tierpatenschaften wächst!
Immer ein besonderes Ereignis für den Tiergarten, den Freundeskreis und einen neuen Paten. Die offizielle Übergabe der Patenurkunde für einen Felsenwaran.
VON STEFFEN HEUMANN | Die Corona-Pandemie hat die Menschen unerwartet und unvorbereitet getroffen. Die Auswirkungen machen auch vor der Tierwelt nicht Halt. So musste auch der Wormser Tiergarten in den Corona-Krisen-Modus schalten – und dies in zweifacher Hinsicht.
Wochenlanges Besuchsverbot Zum einen in einer Gedulds- und Bewährungsprobe für alle Mitarbeiter, die im Tiergarten täglich ihren Dienst verrichten, zum anderen auch in einem wochenlangen Besuchsverbot für die zahlreichen jungen und erwachsenen Besucher. Für die blieb der Zugang zum Tiergarten lange Zeit geschlossen und wurde erst wieder durch eine schrittweise Öffnung möglich.
Maßnahmen, für die alle Betroffenen großes Verständnis hatten, denn die Gesundheit hatte hier oberste Priorität. Was alle vereinte, war der Wunsch nach einem baldigen Wiedersehen auf dem schmucken, rund 8,5 Hektar großen Areal im Wormser Naherholungsgebiet Bürgerweide, wo rund um den Hammelsdamm etwa 100 Tierarten leben, darunter heimische und bedrohte Tierrassen.
Für die Verantwortlichen vom Freundeskreis Tiergarten ist Corona allerdings kein Grund, das Engagement zurückzufahren oder die Tätigkeit bis auf Weiteres ruhen zu lassen. Ganz im Gegenteil, denn auch in schwierigen Zeiten ist es das Bestreben des Freundeskreises, das Geschehen im Blick zu haben und der besonderen Freizeiteinrichtung weiterhin uneingeschränkt zur Seite zu stehen.
Große Verbundenheit, viele Anfragen Dem Freundeskreis ist es daher ein großes Anliegen und eine Herzensangelegenheit, dem Tiergarten im wahrsten Sinne des Wortes mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen. Durch das coronabedingte Besuchsverbot fehlen dem Tiergarten wichtige Einnahmen, die das Grundgerüst für die Beschaffung von Futter und Pflege bilden. Für den Freundeskreis-Vorsitzenden Achim Herb war es daher schön zu erfahren, wie groß die Verbundenheit seitens der Bevölkerung ist.
„Uns erreichten etliche Anfragen von Tierfreunden, wie man in dieser Phase helfen kann“, erklärte Achim Herb. Neben vielen Angeboten der Unterstützung sei vor allem das Interesse an einer Patenschaft immer wieder Thema, so der Freundeskreis-Vorsitzende. Daraus seien, wie bereits schon vor Corona, viele neue Tierpatenschaften entstanden seien. Mit einem Patenschaftsbeitrag ab 50 Euro im Jahr, etwa für Bergschafe, Mähenspringer oder verschiedene Vogelarten, sowie einem jährlichen Patenschaftsbeitrag von 150 Euro für ein Alpaka, Glanrind oder Bentheimer Schwein, sei ein Grundstein für den Erhalt des Tiergartens gelegt.
Patenfamilie freut sich über Zuwachs In der jetzigen Situation sei Engagement besonders wichtig, betonte Herb. Die Patenschaft laufe erstmal über zwei Jahre und verlängere sich automatisch, sofern keine Kündigung erfolge. Eine Patenschaft werde immer für eine Tierart übernommen, nicht für ein bestimmtes Tier, erläuterte der Vorsitzende. Eine Patenschaft sei auch als Geschenk oder zum Geburtstag möglich, wie Achim Herb ergänzte. In vielen Fällen sei ein persönlicher Bezug zwischen dem Paten und den Tieren entstanden. „Eine schöne und wertvolle Erfahrung“, wie Herb nicht nur aus eigener Erfahrung zu berichten weiß. Neben einer Patenurkunde und einem Patenschild am Eingang des Tiergartens, gibt es natürlich die Option viel Wissenswertes über das Patentier zu erfahren. Vor allem der turnusmäßige Patentag bietet Gelegenheit zu ausführlichen Gesprächen und zum Informationsaustausch in ungezwungener Runde.
Alle Informationen über die Patenschaft gibt es unter www.tiergarten-freundeskreis-worms.de sowie im persönlichen Kontakt bei Michaela Schmitt unter E-Mail mianelschmitt@web.de oder mobil unter 0157/58363346. Gerne steht die stellvertretende Geschäftsführerin des Freundeskreis Tiergarten für Fragen rund um die Patenschaft zur Verfügung.
Es gibt immer was zu tun Neben finanzieller Unterstützung leistet der Freundeskreis auch tatkräftige Hilfe auf dem Tiergarten-Gelände. „Das Rentnerteam packt überall dort an, wo helfende Hände gebraucht werden“, lobt Achim Herb das hervorragende Zusammenspiel zwischen Tierpark-Verantwortlichen und den fleißigen Helfern. Trotz Corona-Zeiten werde weiter gepackt, wo es möglich sei. Ob beim Neubau der Afrika-Anlage, der Erweiterung von Bauernhof mit Streichelzoo und der Reparatur- und Sanierungsarbeiten oder Erneuerungsmaßnahmen. Alle Aktiven seien mit viel Leidenschaft im Einsatz, wie Achim Herb im Gespräch mit dem Nibelungen Kurier betonte.
„Und hoffentlich auch bald wieder bei beliebten und stark frequentierten Festen und Veranstaltungen“, wünscht sich der Freundeskreis-Vorsitzende. Denn die Einnahmen daraus kommen ausschließlich dem Tierpark zu Gute und fehlen, um laufende Kosten zu decken.
Bis zu 800 Besucher können den Tiergarten Worms derzeit täglich besuchen. Allerdings weiterhin nur nach erfolgter Online-Anmeldung unter www.tiergarten-worms.de. Zwar wurde das Online-Ticket-Angebot unlängst erhöht und sogar Fellnasen auf vier Pfoten dürfen die Gäste wieder begleiten, aber das Interesse ist riesengroß. Über Pfingsten war das Kontingent schnell ausgebucht.
Auch unter der Woche hat das Paradies im Naherholungsgebiet nach der schrittweisen Wiedereröffnung nichts von seiner großen Anziehungskraft eingebüßt. Es wird noch lange Zeit dauern, bis der Tiergarten als mittlerweile eigenständige Gesellschaft an das Rekordjahr 2019 mit 260.000 Besuchern anknüpfen kann. Daran arbeiten Tiergartenleitung, alle Mitarbeiter undalle unermüdlichen ehrenamtlichen Helfern des Freundeskreis Tiergarten Worms weiter Hand in Hand.
Auf „Du und Du“ mit einem Parma-Känguru. Für die Tierpaten immer eine bleibende Erinnerung.