Die Sommerflaute auf dem Wormser Arbeitsmarkt fällt moderat aus / Quote bei 7,8 Prozent
Nachwuchsmangel verschärft sich
Archivfoto: Robert Lehr
Mit Beginn der Sommerferien hat die Arbeitslosigkeit in Worms saisonbedingt zugenommen. Verantwortlich für die Sommerflaute waren, wie im Juli üblich, das Schuljahres- und Ausbildungsende sowie die Kündigungen zum Monats-, Quartals- und Halbjahresende.
Wie schon im vergangenen Jahr fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit dabei aber recht moderat aus und lag deutlich unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Insgesamt lag die Arbeitslosigkeit - auch mit Blick auf ältere Jobsuchende und Langzeitarbeitslose – weiterhin niedriger als im gleichen Monat des Vorjahres. Eine Ausnahme bildeten die Ausländer. Hier lagen die Zahlen um 5 Prozent höher als ein Jahr zuvor.
Weniger arbeitslose Jugendliche
Zwar mussten sich auch in diesem Juli wieder zahlreiche Jugendliche nach Abschluss ihrer Ausbildung arbeitslos melden, ihre Zahl lag aber um gut 11 Prozent niedriger als im Vorjahr. „Die Zahlen für den Juli bestätigen einmal mehr, dass die Betriebe ihre ausgebildeten Kräfte nach Möglichkeit halten“, so Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. Angesichts der nach wie vor hohen Zahl offener Stellen ist die Agenturleiterin zuversichtlich, dass junge Frauen und Männer, die sich jetzt nach ihrer Ausbildung arbeitslos melden mussten, schnell wieder eine Beschäftigung finden. Auch für den weiteren Jahresverlauf erwartet Decker keine nennenswerte Verschlechterung der Jobchancen. „Ich gehe davon aus, dass der Arbeitsmarkt weiterhin stabil bleibt, auch wenn wir aufgrund der späten Sommerferien im nächsten Monat noch einige Arbeitslosmeldungen insbesondere von Jüngeren haben werden.“
Deutlich mehr unbesetzte Ausbildungsplätze
Der Nachwuchsmangel hat sich laut Decker gegenüber dem Vorjahr noch einmal verschärft. So seien kurz vor Ausbildungsbeginn noch zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt - rund 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Vor allem im Einzelhandel und im Verkauf gebe es noch offene Ausbildungsangebote. Aber auch angehende Frisörinnen und Frisöre, Auszubildende für Elektronik und Anlagenmechanik sowie zahnmedizinische Fachangestellte würden noch händeringend gesucht.
Im Juli waren in Worms insgesamt 3.482 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 86 mehr als im Juni, aber 165 oder 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber Juni von 7,7 Prozent auf 7,8 Prozent. Von den 3.482 Arbeitslosen im Juli wurden 985 von der Arbeitsagentur und 2.497 vom Jobcenter Worms betreut. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit entfiel zum überwiegenden Teil auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung.
Stellenzugang verhalten
Der Stellenzugang zeigte sich kurz vor Beginn der Ferien- und Haupturlaubszeit etwas verhaltener als im Vormonat. Insgesamt meldeten die Arbeitgeber 234 Stellen, 81 weniger als im Juni und 6 weniger als ein Jahr zuvor.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Rheinhessen zeigte sich auf allen regionalen Arbeitsmärkten. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 5,1 auf 5,2 Prozent, Stadt Mainz von 6,3 auf 6,4 Prozent, Stadt Worms von 7,7 auf 7,8 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 4,1 auf 4,2 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 3,6 auf 3,7 Prozent.