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  • Mi., 16. Dezember 2015, 00:37 Uhr
    Die Mannheimer Kufencracks unterlagen am Dienstagabend mit 0: 1 Toren gegen Red Bull München

    Nächste Adler-Pleite gegen München

    Ein verbissenes Match zwischen Mannheim (dunkle Trikots) und Red Bull München. Am Ende waren die Adler am Boden, wie hier Christoph Ullmann. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler haben am Dienstagabend in der heimischen SAP-Arena mit 0:1 (0:1/0:0/0:0) gegen Red Bull München verloren. Dies war die fünfte Niederlage in Folge. In der Tabelle bleiben die Kurpfälzer auf Rang 1, aber nur deswegen, weil alle anderen Teams spielfrei hatten und Mannheim drei bis vier Partien mehr absolviert hat als die Konkurrenz. Wenn im Januar alle Mannschaften gleich viele Matches hinter sich haben, wird es für die Blau-Weiß-Roten ein böses Erwachen geben. Red Bull München kletterte nach dem Sieg auf Rang fünf in der Tabelle.

    Es war eine enge und durchaus sehenswerte Begegnung zwischen Mannheim und München am Dienstagabend. Ein wirkliches Top-Spiel war es aber nicht. Beide Teams hätten siegen können. Doch wie brachte es Adler-Coach Greg Ireland nach dem Spiel auf den Punkt: „Wer keine Tore schießt, kann nicht siegen!“ Und die Roten Bullen schossen zumindest eines, also haben sie verdient gewonnen. Punkt!

    Den Adlern ist von der kämpferischen Einstellung kein Vorwurf zu machen. Die Cracks aus der Quadratestadt wussten, um was es nach vier Niederlagen geht und gingen konzentriert und beherzt zu Werke. Dennoch lief es nicht rund, man spürte die Nervosität und Anspannung. Was wahrscheinlich auch der Grund war, warum vieles überhastet war und schon im Ansatz zu kompliziert wirkte.

    Und obwohl man es darauf natürlich nicht schieben darf und sollte, aber am Dienstag hatten die Adler auch Pech. So traf etwa Adler-Verteidiger Sinan Akdag kurz vor Spielende nur das Gestänge des Münchener Tores. Aber alles „hätte, wäre und könnte“ hilft nicht, im Eishockey zählen nun mal die Tore. Ein Manko war auch die erneut fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten. Man vermisste den Killerinstinkt bei den Raubvögeln.

    Aber natürlich war München auch nicht irgendwer, sondern spielte ein starke Partie. Die Bayern standen kompakt in der Abwehr und ließen nur wenig zu. Und was dennoch aufs Münchner Tor kam, wurde von einem starken Danny aus den Birken entschärft. Wobei die Roten Bullen fast genauso viele Chancen hatten wie Mannheim und auch alles andere als konsequent mit ihren Gelegenheiten umgingen. So standen zweimal Münchner frei vor dem leeren Mannheimer Kasten und brachten den Puck nicht rein.

    Zu erwähnen noch die fehlenden Atmosphäre in der SAP-Arena, obwohl rund 9.300 Zuschauer anwesend waren, herrschte kaum Stimmung, manchmal fühlte sich der Beobachter mehr wie einer Oper, so ruhig war es auf den Rängen. Eine richtige Heimspielkulisse ist jedenfalls etwas anders.

    Wie geht es weiter? Am Freitag gastieren die Kölner Haie in der SAP-Arena. Spielbeginn ist um 19.30 Uhr. Das Erfolgsrezept könnte so einfach sein: Mannheim muss kämpfen wie gegen München und dazu noch Tore schießen.

     

    Zur Chronologie

    1. Drittel

    Ein zerfahrener Beginn beider Teams. Nach zwei, drei Minuten nahmen die Adler dann das Spiel in die Hand, ohne dass es eine wirklich hochklassige Partie war. Die größte Chance hatte Adler-Stürmer Brent Raedeke in der 7. Minute. Die Partie ging im Anschluss ganz flott hin und her, wobei die ganz große Leidenschaft fehlte. In der 13. Minute hämmerte Adler-Stürmer Brandon Yip von der blauen Linie auf das Münchner Tor, aber der Puck wollte nicht rein gehen. Auf der Gegenseite probierte es in der 15. Minute der Münchner Dominik Kahun, aber auch er brachte die kleine Hartgummischeibe nicht im Tor unter. Nur zwei Minuten später war es aber soweit und Jason Jaffray traf zum 1:0 für die Roten Bullen aus der bayerischen Landeshauptstadt. Die Chance zum Ausgleich hatte Martin Buchwieser in der 18. Minute, aber er verpasste frei vor Münchens Torsteher Danny aus den Birken. Fazit: Ein ausgeglichenes Drittel ohne große Emotionen mit einer glücklichen Münchner Führung. Torschüsse: Mannheim 9 - München 10

    2. Drittel

    Im zweiten Drittel war Mannheim optisch überlegen und diktierte über weite Phase das Geschehen auf dem Eis. Besonders in den letzten fünf Minuten wurden die Roten Bullen in ihrem Drittel eingeschnürt. Doch Zählbares sprang nicht dabei heraus. München machte die Räume sehr eng und stand kompakt vor ihrem Goalie. Für die Adler-Stürmer gab es kaum ein Durchkommen. Fazit: Der Druck der Mannheimer nahm stetig zu, der Torerfolg blieb aber aus. Torschüsse: Mannheim 9 - München 6

    3. Drittel

    Im dritten Abschnitt zunächst München mit den besseren Gelegenheiten. Im Powerplay hatte Keith Aucoin in der 45. Minute das leere Mannheimer Tor vor sich und man konnte eigentlich gar nicht daneben schießen, aber Aucoin tat es. Somit blieb es bei der knappen Münchner Führung. Das Spiel nahm jetzt deutlich Fahrt auf. Vor beiden Gehäusen brannte es häufig lichterloh. In der 47. Minute hämmerte Adler-Verteidiger Sinan Akdag auf das Münchner Tor, aber Goalie aus den Birken hielt glänzend. Beide Seiten stiegen nun intensiver ein und die Härte nahm deutlich zu. Es war jetzt ein Match auf Augenhöhe, mit Chancen auf beiden Seiten. Ein riesige Einschussgelegenheit hatte Red Bull-Stürmer Maximilian Kastner in der 53. Minute, aber er schoss knapp am Adler-Gehäuse vorbei. Mannheim drängt jetzt vehement auf den Ausgleich, doch die Cracks von Red Bull standen kompakt in der Abwehr. Rund anderthalb Minute vor dem Ende nahmen die Kurpfälzer ihren Torwart Dennis Endras den zugunsten eines sechsten Feldspielers heraus, doch es half nichts mehr. Sinan Akdag traf noch das Gestänge des Münchner Tores, dann war Schluss. Fazit: Mannheim probierte noch einmal alles, aber München stand stabil in der Abwehr und hatte Glück, somit blieb es beim Sieg der Roten Bullen. Torschüsse: Mannheim 9 - München 7

     

    Statistik

    Mannheim : München 0:1 (0:1/0:0/0:0)

    Tore:  0:1 (16:56) Jaffray (Kastner/St. Denis) - EQ;

    
Schiedsrichter: Brüggemann / Schukies
    
Strafen: Mannheim 8 Min - München 2 Min
    Torschüsse: Mannheim 27 - München 23
    
Zuschauer: 9.400

    Aufstellungen:

    Mannheim: Endras (Ziffzer) – Richmond, Wagner, Akdag, Bittner, Fischer, Goc, Riefers - Kink, Joudrey, Yip, Metropolit, Rheault, Raedeke, Arendt, Hecht, Buchwieser, MacMurchy, Hospelt, Ullmann

    München: Aus den Birken (Leggio) - Söderholm, Boyle, Kettemer, Regehr, St. Denis, Smaby, Maurer - Kastner, Jaffray, Samson, Christensen, Kahun, Wolf, Sparre, Aucoin, Pinizotto, Ramoser, Seidenberg, Wörle
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