Die Fähre von Guntersblum auf den Kühkopf fährt in diesem Jahr noch fünfmal und soll aber bald gegen ein Ökoschiff eingetauscht werden
Nasser Auftakt mit solarer Perspektive
Nur ganz wenige Naturfreunde ließen sich am Sonntag mit der Fähre von Guntersblum auf den Kühkopf bringen. Foto: Gernot Kirch
VON GERNOT KIRCHIm Herbst 2012 ist die „Majömi“ das letzte Mal vom Anlegepunkt in Guntersblum zum Naturparadies Kühkopf über den Rhein gefahren. Bis dahin hatte es im Sommerhalbjahr jeden Sonntag eine Schiffsverbindung ins hessische Naturschutzgebiet gegeben.
Seit Oktober letzten Jahres liegt die „Majömi“ nun zusammen mit der etwas größeren „König Gunther“ am Kai in Guntersblum fest. Betreiber Volker Hußmann hatte aus Altergründen aufgehört.
Zudem ist nach 15 Jahren der Vertrag, betreffend der Fährverbindung zwischen dem ihm und der Ortsgemeinde Guntersblum, ausgelaufen. Und verlängert werden konnte der Kontrakt auch nicht so einfach, da die Kreisverwaltung Mainz-Bingen als Aufsichtsbehörde dem jährlichen Zuschuss der Gemeinde von 20.000 Euro für den Betrieb skeptisch gegenübersteht.
Der Grund hierfür ist, dass Guntersblum einen defizitären Haushalt aufweist und die Fähre unter die Kategorie „freiwillige Leistung“ fällt – also nach Auffassung des Kreises nicht unbedingt notwendig ist.
Doch so einfach wollten die Guntersblumer „ihre“ Fährverbindung zum Naturparadies Kühkopf nicht sterben lassen und so kämpft die „Interessengemeinschaft Kühkopf Fähre“ für das Fortbestehen des Pendelverkehrs über den Rhein.
Jetzt schon ein Zeichen setzen
Ab 2014 oder 2015 soll nach jetziger Vorstellung ein mit Ökostrom betriebenes Boot den Transport von Einheimischen und Touristen übernehmen, doch wollte man schon 2013 eine Zeichen setzen, dass die Passage auf den Kühkopf „lebt“. Aus diesem Grund wurde beschlossen, an sechs Tagen im Jahr 2013 den Fährbetrieb von Guntersblum auf den Kühkopf anzubieten.
Der erste dieser Aktionstage war am Sonntag. Dazu hatte die Interessengemeinschaft (IG) die Ersatzfähre aus Nierstein gechartert, um von 11 bis 18 Uhr Naturfreunde und Radler auf den Kühkopf und wieder zurück zu bringen.
Das Wetter machte jedoch am Sonntag jedoch fast allen Bemühungen einen Strich durch die Rechnung. Denn statt Sonnenschein und milder Temperaturen, regnete es den ganzen Tag in Strömen und es war gerade 10 Grad warm oder sollte man sagen kalt. Nur vereinzelt wollten ganz hart Gesottene auf den Kühkopf gebracht werden.
Im Gespräch mit dem NK sagte Rudolf Felgner von der IG „Kühkopf Fähre“, dass es zwar sehr bedauerlich sei, aber gegen das Wetter könne man eben nichts machen. Er verwies er jedoch darauf, dass der Fährbetrieb für 2013 weitergehe und man jeweils am 3. Sonntag im Juni, Juli, August und September wieder die Ersatzfähre aus Nierstein einsetzen werde. Die große Abschlussfahrt fände dann am 3. Oktober statt.
Das große Ziel, so Felgner, sei jedoch ein Solarboot ab dem Jahr 2014 oder 2015 regelmäßig an Samstagen und Sonntagen einzusetzen. Die IG denke an ein Gefährt von etwa 15 bis 20 Meter Länge, dass zwischen 50 und 80 Passagiere transportieren kann. Wichtig sei dabei ein barrierefreier Einstieg, der es auch Rollstuhlfahrern sowie Radlern und Familien mit Kinderwagen erlaube bequem ein- und auszusteigen.
Boot mit solargetriebenem Elektroantrieb wünschenswert
Das Schiff solle einen Elektroantrieb haben und mit Solarstrom fahren bzw. nachts mit Energie aus der Steckdose aufgeladen werden. Das Problem sei momentan noch die Finanzierung, denn solch ein Boot koste rund 400.000 Euro. Man stehe zwar mit der Europäischen Union in sehr positiven Verhandlungen, doch würde diese nur ihren Anteil von 35 Prozent zahlen, wenn das Projekt gesichert sei und man weitere Partner vorweisen könne. Und auf der Suche nach diesen Partnern sei man gerade, so Rudolf Felgner abschließend.