Der Zustand der naturwissenschaftlichen Fach-Säle im BIZ stehen zurzeit im Fokus des öffentlichen Interesses. Die Fraktion und einige Mitglieder von FWG-Bürgerforum wollten sich deshalb selbst ein Bild vom Zustand der Fach-Säle machen und trafen sich am 15.0 März mit Schulleiter des Gauß-Gymnasiums, Gerrit Mennecke, und Schulelternsprecher Gunther Wittig zu einem Vor-Ort-Termin.
Um sich einen Eindruck über die Ausstattung eines modernen, naturwissenschaftlichen Fachsaales zu verschaffen besuchte die Gruppe zunächst das „Volker-Maurer-Forschungszentrum“, einen Fachtrakt im BIZ für naturwissenschaftliche Forschungsprojekte, der vor allem mit Hilfe von Sponsoren umgebaut und ausgestattet wurde. Leider war dies das einzige Highlight des Besuches. In einem Chemiesaal wurde besonders deutlich, welche Probleme es bei der Durchführung des Unterrichtes gibt – betroffen sind Schüler des Gauß- und des Rudi-Stephan-Gymnasiums, welche diese Fach-Säle gemeinsam nutzen.
Schulleiter Gerrit Mennecke und Schulelternsprecher Gunther Wittig erläuterten FWG-Bürgerforum die aktuelle Situation. So sei es wegen Sicherheitsmängeln seit 2010 nicht möglich, den Chemieunterricht dem Lehrplan entsprechend abzuhalten. Dies demotiviere die Schüler, da selbstständig durchzuführende Experimente kaum möglich sind und es so schwierig ist, die im Lehrplan geforderten naturwissenschaftlichen Kompetenzen zu entwickeln. Deswegen könnten in den
Naturwissenschaften die Ziele des Lehrplans nur schwer erreicht werden, so Mennecke.
FWG-Fraktionsvorsitzender Mathias Englert, der selbst im Jahr 1993 sein Abitur im Gauß-Gymnasium ablegt hat, sagte dazu: „Das Gebäude ist zwar erneuert, aber in den Räumen das sah alles schon so aus, als ich Unterricht hatte.“ Besonderes Unverständnis bei FWG-Bürgerforum fand eine mit Pappkarton abgeklebte Fenster, das einfach nicht weiter instandgesetzt wird.
Schulleiter Mennecke lobte die Zusammenarbeit mit Reinigungspersonal und Hausmeistern. „Diese tun, was sie können, um einen angemessenen Unterricht zu ermöglichen, aber auch deren Fähigkeiten haben Grenzen“.
Einigkeit bestand darin, dass hier eine schnellstmögliche Sanierung dieser Fach-Säle erforderlich sei, so wie es in einem Gutachten aus dem Jahr 2010 gefordert wird. Die Kosten pro Fach-Saal belaufen sich auf geschätzte 150.000 Euro, dazu kämen für die Naturwissenschaften Physik, Chemie und Biologie je 50.000 Euro für die notwendige Erneuerung der Sammlung.
„Man muss ja nicht alles auf einmal sanieren, eine schrittweise Wiederherstellung der Innenausstattung wäre ein Anfang“, erklärte Mathias Englert im Namen seiner Fraktion in Übereinstimmung mit Schulleiter Gerrit Mennecke und Elternsprecher Gunther Wittig. „Die Verwaltung steht in der Verpflichtung, einen zeitnahen Termin für die Sanierung nennen, um diese Missstände zu beheben und den Schülern und Lehrkräften des Rudi-Stephan- und Gauß-Gymnasiums eine Perspektive aufzuzeigen wieder den Lehrplan erfüllen zu können. In Worms gibt es mehrere Tausend Arbeitsplätze in der Chemieindustrie und Bio- Technologie, da ist es gerade im Hinblick auf den kommenden Fachkräftemangel grob fahrlässig, in Schulen keinen angemessenen naturwissenschaftlichen Unterricht abzuhalten“ , so Mathias Englert abschließend.