Jens Guth mahnt zu mehr Demokratie anlässlich des Schulbesuchstags am 9. November 2017
„Nehmt eure Zukunft selbst in die Hand“
Gespannt hörten die Schüler der Pfrimmthal-Realschule den Ausführungen der Politiker auf dem Podium zu.
Der 9. November ist ein geschichtsträchtiger Tag. Mit der Gründung der Weimarer Republik 1918, der Reichspogromnacht 1938 und dem Fall der Mauer 1989 vereint er glückliche und tragische Momente der Geschichte. Diesem Thema widmet sich der Schulbesuchstag der rheinland- pfälzischen Abgeordneten - aber eben nicht nur, wie die drei Landtagsabgeordneten Jens Guth (SPD), Adolf Kessel (CDU) und Heribert Friedmann (AfD) in der Pfrimmtal Realschule erfahren durften.
Anlässlich dieser jährlich wiederkehrenden Veranstaltung waren sie von Sozialkundelehrer Martin Schmitt zu einer offenen Gesprächsrunde eingeladen worden.
Circa 150 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse warteten bereits gespannt, viele mit Merkzetteln in der Hand in der Aula, bis die Parlamentarier das Podium auf der Bühne betraten, wo sie von Schulleiterin Simone Gnädig begrüßt wurden.
Es wurde dann auch keine Stunde Geschichtsunterricht, sondern vielmehr aktuelle Themen waren es, die die Schülerinnen und Schüler vordringlich beschäftigten.
Nach kurzer Vorstellungsrunde hagelte es auch schon die ersten Fragen. „Warum gehört der Islam nicht zu Deutschland?“, fragte ein Schüler in Richtung AfD und deren Wahlwerbung. Die Antwort, die mehrheitlich Kopfschütteln verursachte: Der Islam sei keine Religion, sondern seines Erachtens eine Ideologie, die Gewalt nach Europa brächte, erstaunte dann nicht nur den Fragesteller, sondern auch die anderen Abgeordneten, die direkt konterten.
„Wir waren schon einmal in einer Zeit wo gegen Menschen mit anderen Religionen mobil gemacht wurde“, beendete Guth die „Märchenstunde“. Dies habe Millionen Menschen das Leben gekostet. Er mahnte die jugendlichen Zuhörer nicht auf rechte Parolen hereinzufallen. „Wir leben seit 70 Jahren in Frieden und Freiheit – das soll so bleiben; und der Islam lehnt Gewalt ab! Die es praktizieren treten ihren Glauben mit Füßen“, erläutert der SPDler. Dieses Plädoyer für Demokratie wurde dann auch mit großem Applaus quittiert. Auch Kollege Kessel stimmte ihm mit Verweis auf das Grundgesetz und die darin verankerte Religionsfreiheit gerne zu.
Bei Fragen über die Flüchtlingssituation in Europa, deren Ursachen und Auswirkungen auf Deutschland, zur Klimapolitik, zur Ehe für alle und der Bedeutung der Jugend für die Politik vergingen die eineinhalb Stunden wie im Fluge.
Abschließend wünschte sich Guth von den jungen Dialogpartnern: „Tragt mit eurer Stimme zur Demokratie bei. Geht wählen oder besser, macht selbst Politik und nehmt so eure Zukunft selbst in die Hand“.
Weitere Stationen waren an diesem historisch bedeutsamen Tag das Eleonoren- und das Gauß- Gymnasium sowie nachmittags das Berufsbildungswerk.