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  • Mi., 20. Januar 2016, 11:33 Uhr
    Herrnsheimer Bahnschranke wieder oben – Züge fahren, aber: Schienenfahrzeuge haben uneingeschränkten Vorrang

    Nervig für Autofahrer – Sicherheit geht vor!

    Kein Einzelfall – technische Probleme am Bahnübergang Herrnsheim. Archivfoto: NK


    VON STEFFEN HEUMANN Ein Szenario, das sich aufgrund technischer Probleme wiederholen kann. Die Bahnschranke ist geöffnet, das Blinklicht am Andreaskreuz leuchtet rot, ein Zug quert die Straße im Schneckentempo, genervte Autofahrer lassen die Fahzeugschlange immer länger werden. So erneut geschehen am Mittwochmorgen gegen 6.30 Uhr in Herrnsheim, wie dem NK via Facebook berichtet wurde. Fakt ist: Schienenfahrzeuge haben uneingeschränkten Vorrang! Fakt ist auch, dass die Zahl der Unfälle an Bahnübergängen rückläufig ist. Laut ADAC gab es 2012 insgesamt 193 Unfälle, dabei wurden 44 Personen getötet. Das macht jedoch deutlich, wie schwerwiegend die Folgen von Fehlverhalten sind.

    Simple Lösung: Einfach umdrehen und einen Umweg in Kauf nehmen, der mindert das Risiko. Oder die empfohlenen Verhaltensregeln umsetzen. Unkenntnis, Unaufmerksamkeit oder Missachtung der technischen Einrichtungen sind neben Leichtsinn die Hauptursachen. 95 Prozent der Unfälle beruhen auf einem Fehlverhalten der Straßenverkehrsteilnehmer, informiert der ADAC.

    Lokführer sind in ihrem Verhalten an ganz stringente Anweisungen der Fahrdienstleitung gebunden. Bei Störungen wie im Falle des Herrnsheimer Bahnübergangs erfolgt ein schriftlicher Befehl, der bestätigt werden muss und vor dem Queren des Bahnüberganges den Zug zum Halten zwingt, wie ein Lokführer der Bahn im Gespräch mit dem NK erklärt. Selbst bei sogenannten „Phantomstörungen”, also ohne Auftreten eines konkreten technischen Problems, wird eine „Notschaltung” aktiv. Auch wenn die Bahnschranken unten wären, dürfte die Lok nicht einfach passieren. Zunächst müsste eine Freischaltung erfolgen, dann das Okay, dass die Sicherung des Bahnübergangs erfolgreich eingesetzt hat. Auf Lokführern laste zwar ein enormer Druck, aber das Thema Sicherheit habe bei allen Kollegen höchste Priorität.

    Bei einem kompletten Ausfall der Technik und geöffneten Bahnschranken könnte der Lokführer die Autofahrer sogar bitten, während der Zug im Schritttempo passiert, die Sicherung des Bahnüberganges zu übernehmen. Postensicherung sollte kurzfristig aber durch eine technische Lösung ersetzt werden, empfiehlt der ADAC, der sich gemeinsam mit der DB AG, der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft und Eisenbahn-Unfallkasse für mehr Verkehrssicherheit engagiert. Ärgerlich sind solche Vorfälle für Autofahrer und auch die Bahn. Technische Pannen sind  nie ganz auszuschließen. Eine Modernisierung sämtlicher Anlagen ist wünschenswert, aber auch eine Kostenfrage.

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