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  • Mo., 10. Februar 2020, 07:03 Uhr
    HSG Worms: Sieg im spannenden Derby der A-Jugend Rheinhessenliga

    Nervosität in der Schlussphase

    VON ANDREAS BERG Fünf Minuten vor Schluss: Siebenmeter für den Gast aus Osthofen und: verwandelt! Felix Landgraf erzielt seinen sechsten Treffer und das einzige Siebenmetertor für die TGO an diesem Abend zum 23:23 Ausgleich. Und dieser bewirkt, dass die Zuschauer anfangen, mit viel aufmunterndem Applaus das Heimteam zu unterstützen, das sich mit aller Macht gegen einen Punkteklau des Derbygegners stemmt.
    Doch der Spieler mit der Nummer 99, Nick Emde und seines Zeichens Torwart bei den Gästen scheint nun unüberwindlich. Dreimal hintereinander kann er freie Bälle in dieser wichtigen Phase sensationell abwehren, und lässt seine Mannschaftskameraden an einen kaum für möglich gehaltenen Punktgewinn glauben. Doch denen ist die Nervosität in der Schlussphase anzumerken und leichtfertig werden die Bälle in der Vorwärtsbewegung wieder hergeschenkt.

    Einziger, aber wichtiger Treffer
    Und dann ist es ausgerechnet Viet Do auf HSG-Seite, der nach zahlreichen missglückten Abschlüssen in dieser Partie mit seinem einzigen, aber so wichtigen, Treffer sein Team 90 Sekunden vor Ende mit einem Wurf aus dem Rückraum wieder 24:23 in Front bringt. Auszeit für Osthofen. Noch 73 Sekunden: Ballverlust TGO, noch 47 Sekunden: Ballverlust HSG, noch 42 Sekunden: Ballverlust wieder TGO. Lattentreffer des Wormsers Thorben Hecke, letzter Angriffsversuch für die Gäste. Doch wieder geht der Ball in der Vorwärtsbewegung bereits in der eigenen Hälfte verloren. Christian Rödel schnappt sich den Ball und erzielt den vielumjubelten Endstand zum 25:23. Abpfiff, durchschnaufen!
    Rückblende: kurz vor Beginn dröhnten noch die Töne der dänischen Rockband Volbeat durch die Nikolaus-Dörr-Halle und beide Teams präsentierten sich von Anfang an aufgeputscht und hellwach.

     

    Würfe entschärft
    Bis zum 2:2 zogen beide Teams konsequent ihr Spiel auf, dann zeigte sich, dass die Heimmannschaft sich einfach leichter durch die TGO-Deckung spielen konnte, als der Gast, der plötzlich ein wenig überhastet wirkte, und ein Tor nach dem anderen schlucken musste: 9:3 für die HSG nach gut zehn Minuten. Es folgte die erste Phase, in der Emde im Tor der Osthofener schier reihenweise die Würfe der Heimmannschaft entschärfen konnte und, gepaart mit Unachtsamkeiten auf Seiten der HSG, den Gast wieder auf 9:6 herankommen ließ.
    In der Folgezeit gab es einige schöne Treffer auf beiden Seiten zu bestaunen, herausragend zum Beispiel das 11:9, als der Ball über vier Stationen schnell um die Abwehr der HSG herumzirkulierte, der freie Lucas Weber am Kreis angespielt wurde und dieser für die TGO eiskalt verwandelte.
    Beim Stand von 12:10 dann die erste von fünf Zeitstrafen für die HSG und Siebenmeter für Osthofen. Dieser vergebene Wurf schien aber eher eine Initialzündung für die Wormser zu bedeuten. Unterstützt vom auch sehr gut haltenden Simon Metzen im Heimtor und starken Angriffen legte die HSG einen Treffer nach dem anderen nach und schraubte das Ergebnis zur Halbzeit bereits auf 17:12.

     

    Tore blieben Mangelware
    Gästetrainer Weißbach konnte das nicht gefallen haben. Es wurde offensichtlich laut in der Kabine und man sah eine verwandelte Osthofener Mannschaft, die besonders in der Abwehr schneller verschob und den HSG-Angriffsbemühungen jetzt viel mehr entgegensetzte. Da jedoch auch die eigenen Vorstöße weiter von vielen leichten Fehlern durchsetzt waren, blieben Tore Mangelware, nach gut zehn Minuten in der zweiten Halbzeit waren gerade einmal zwei auf jeder Seite gefallen – Spielstand 19:14. Beide Trainer zeigten ihren Unmut über die nun schwache Partie lautstark und die HSG nahm eine Auszeit um die Konzentration wieder aufzunehmen. Dies war jedoch nur bedingt von Erfolg gekrönt. Lediglich ein paar gelungene Einzelaktionen ließen sporadisch ein bisschen Bewegung auf der Ergebnisanzeige aufkommen.
    Letztendlich führte eine Flut von Zeitstrafen gegen die Hausherren und der glänzend parierende Emde dazu, dass der Gast, der sich nie aufgab, doch wieder Tor für Tor den Rückstand reduzieren konnte.

     

    Individuelle Fehler
    Dass es trotzdem nicht ganz für die TGO reichte, erklärte sich Weißbach dann am Ende aufgrund der zu vielen individuellen Fehler seines Teams.
    Bemerkenswerterweise vertrat er die Ansicht, dass es jedoch hauptsächlich die Wormser waren, die sich an diesem Abend ob der ihrerseits sehr hohen Fehlerquote deutlich unter Wert verkauft hatten und den relativ knappen Spielausgang erst ermöglichten. Mit der Parole „cleverer werden und unsererseits die individuellen Fehler abstellen“ gratulierte er schließlich dem Heimteam zum verdienten Sieg.
    Tore für die HSG: Theo Schönmehl 4, Christian Rödel 6, Viet Do 1, Thorben Hecke 6 , Jonas Hippel 4, Jonas Beyer 4
    Tore für Osthofen: Patrick Freckot 1, Semih Demir 3, Lucas Weber 3, Enver Can Demir 3, Alessandro Campisano 2, Lukas Miess 5, Felix Landgraf 6.
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