OB Kissel: Stadt Worms sieht sich verpflichtet, ihren Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt zu leisten
Neuanlage von Blühstreifen und artenreichen Wiesen
Ein Beitrag zur Erhaltung einer möglichst artenreichen Vielfalt ist die Entwicklung am Lachgraben zwischen Abenheim und Herrnsheim.
Blühwiesen, Blühstreifen und blühende Wegränder in der Feldflur bieten vielen Insekten und Wildtieren einen wichtigen Lebensraum. Für Insekten wie Schmetterlinge und Bienen bietet die Blütenpracht Nektar, für Vögel Nahrungsgrundlage (Samen). Viele Wildtiere nutzen Blühstreifen als Wohn- und Nistplatz. Auch Feldlerchen brüten dort. Wachteln und Rebhühner finden in diesen Zonen Nahrung und Deckung vor Greifvögeln. Wildtiere nutzen blühende Wiesen und Blühstreifen das ganze Jahr. Im Winter bieten Blühflächen überwinternden Tieren Schutz vor Kälte und Frost. Bunte Blühwiesen und blühende Wegeränder werden immer seltener. In Rheinhessen und der Vorderpfalz ist dies besonders auffällig. Wer über die Jahre die Veränderungen beobachtet hat, wird den Verlust der Pflanzenvielfalt in der Landschaft bestätigen.
„Die Stadt Worms sieht sich verpflichtet, ihren Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt zu leisten, so auch mit der Neuanlage von Blühstreifen und artenreichen Wiesen“, betont Oberbürgermeister Michael Kissel und erinnert an den entsprechenden Stadtratsbeschluss im Jahr 2010, wonach konkrete Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt umzusetzen sind. Verschiedene Artenschutzprojekte wurden bereits durch die Untere Naturschutzbehörde bei der Abteilung Umweltschutz und Landwirtschaft initiiert und z.T. auch umgesetzt, wie das Amphibienschutzprogramm, Feldhamsterschutzprojekt, der Artenschutz an und in öffentlichen Gebäuden, Lössböschungen und Hohlwege in Worms oder z. B. das Kiebitzschutzprojekt.
Artenreiche Grünlandentwicklung mittels Ausbringung von Heumulch
So blühen bereits seit dem Frühjahr 2016 städtische Ackerflächen im Gebiet am „Hohen Stein“, in den Gemarkungen Pfeddersheim und Heppenheim. „Im Rahmen des städtischen Feldhamsterschutzprojektes wurden ca. 50.000 Quadratmeter Blüh- und Luzernestreifen durch örtliche Landwirte angelegt”, erklärt Diplom-Ingenieur Wolfgang Reich von der Unteren Naturschutzbehörde. Auf den neu ausgewiesenen Gewässerrandstreifenflächen am Lachgraben, in den Gemarkungen Herrnsheim und Abenheim, wurde im Spätsommer 2016 auf einer Länge von ca. 2,4 Kilometer eine Fläche von ca. 25.000 Quadratmeter zur Entwicklung eines artenreichen Grünlands mit Heumulch eingesät. Dieses Heumulchmaterial wurde auf artenreichen Stromtalwiesen im Lachgrabental, also vor Ort, gewonnen. „Die Untere Naturschutzbehörde favorisiert bereits seit einigen Jahren eine artenreiche Grünlandentwicklung mittels Ausbringung von Heumulch“, erklärt Wolfgang Reich. Weitere 2,8 Kilometer lange Gewässerrandstreifen am Lachgraben wurden mit einer mehrjährigen Blühmischung eingesät, die allen Tierarten (Insekten, Vögeln, Säugetieren etc.) einen Nahrungs- und Lebensraum bietet. Um den Artenrückgang zu stoppen, sind weitere Maßnahmen auch von privaten Grundstückseigentümern, insbesondere von Landwirten und Gärtnern, in der freien Feldflur wichtig. So könnten Graswege in der Ackerflur auch im Juni noch blühen, um somit auch Feldlerche, Rebhuhn und Co. ein Überleben zu garantieren. Weitergehende Information zum Natur- und Artenschutz in Worms finden Interessierte auf der städtischen Internetseite
https://www.worms.de/de/mein-worms/umwelt/naturschutz/. Ansprechpartner bei der Unteren Naturschutzbehörde ist Wolfgang Reich, Telefon 06241/853-3505, E-Mail: wolfgang.reich@worms.de.