
Mit einem Tag der offenen Tür haben Stadt und Caritas ihr Kooperationsprojekt, das Büro für das ESF-geförderte Programm „Jugend stärken im Quartier“ eröffnet. Es ist Teil der „Grünen Schiene“ und firmiert unter dem Titel „Grüne Schiene für Jugendliche“.
Das Büro hat seinen Sitz in der Erlenstraße, sodass es niedrigschwellig zu erreichen ist. Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren, die von den Angeboten der allgemeinen und beruflichen Bildung, Grundsicherung für Arbeitssuchende und/oder Arbeitsförderung nicht mehr erfasst erreicht werden und die zum Ausgleich ihrer sozialen Benachteiligungen bzw. ihrer individuellen Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf sozialpädagogische Unterstützung im Rahmen der Jugendhilfe angewiesen sind.
„Mit dem niedrigschwelligen Tag der offenen Tür möchten wir erreichen, dass sich Interessierte unverbindlich umschauen und sich mit den Mitarbeitern vertraut machen können; mögliche Hemmschwellen sollen abgebaut werden“, machte Oberbürgermeister Michael Kissel vor Ort deutlich.
„Jugend stärken im Quartier“ mit seinem Büro als Anlaufstelle habe zum Ziel, junge Menschen nach dem Sozialgesetzbuch VIII (benachteiligte/ beeinträchtigte junge Menschen unter 27) auf die (Wieder-) auf die Aufnahme von schulischer bzw. beruflicher Bildung, berufsvorbereitenden Maßnahmen, Tagesstruktur und letztendlich Erwerbsarbeit vorzubereiten, erläutert Sozialdezernent Waldemar Herder. Das Projekt soll effektive und effiziente Strukturen der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher und freier Jugendhilfe, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, den Schulen, dem Quartiersmanagement (Soziale Stadt) und der Wirtschaft schaffen, also die Zusammenarbeit im Netzwerk stärken. Ziel ist es, einen konkreten und sichtbaren Mehrwert für benachteiligte Stadtteile zu erreichen. „Mit dem Standort in der Erlenstraße erreichen wir die Menschen vor Ort und können direkt im Quartier agieren“, so Herder.
Das Projekt wird vom Europäischen Sozialfonds zu 50 Prozent gefördert und beinhaltet vier inhaltliche Bausteine: das Casemanagement mit dem Ziel einer organisierten und bedarfsgerechten, auf den einzelnen Fall zugeschnittene Hilfeleistung, das in diesem Projekt verpflichtend ist, das Clearing, also die Unterstützung von Menschen, die Krisensituationen nicht alleine meistern können, sowie die aufsuchende Jugendarbeit und Mikroprojekte mit den jungen Menschen. Dabei entfallen zwei halbe Stellen auf das Clearing mithilfe aufsuchender Jugendsozialarbeit, die sich Stadt und Caritas teilen, sowie zwei halbe Stellen auf das Casemanagement, ebenfalls besetzt durch Stadt und Caritas. Für die Koordinierung steht eine halbe Stelle der Verwaltung zur Verfügung.
Für die Mikroprojekte, in denen die Kompetenzen der jungen Menschen gefördert werden, eine Verantwortungsgemeinschaft aufgebaut und ein Mehrwert für das Quartier erzielt werden sollen, habe man bisher die Wohnungsbau GmbH und das Diakonische Werk als Partner gewinnen können, berichtete OB Kissel. „Diese Gruppenarbeiten sind ein wichtiger Bestandteil im Hinblick auf die Integration der Jugendlichen in die soziale Gemeinschaft und das Berufsleben“, machte der Stadtchef deutlich, der sich sichtlich angetan von dem Konzept zeigte. Die neuen Räumlichkeiten in der Erlenstraße sollen nicht nur Anlaufstelle für Beratungsgespräche sein, sondern den jungen Menschen auch die Möglichkeit bieten, sich zurückziehen oder sich eben auch untereinander austauschen zu können. In einer Gemeinschaftsküche etwa können die Jugendlichen Kontakte knüpfen, ihre Ziele besprechen oder einfach nur miteinander ins Gespräch zu kommen.
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