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  • Di., 27. August 2013, 19:01 Uhr
    Chefarzt Dr. Markus Hirschburger stellte im Wormser Klinikum kombiniertes Therapieverfahren für bisher unheilbaren Bauchhöhlenkrebs vor

    Neue Behandlungsmethode gibt Krebspatienten Hoffnung

    Chefarzt Dr. Markus Hirschburger überreichte im Klinikum seiner Patientin Alexandra Hack einen Blumenstrauß. Beide setzen sich dafür ein, dass die HIPEC-Methode bekannter wird Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Bis vor wenigen Jahren galt eine Krebs-Tumoraussaat in der Bauchhöhle als unheilbar. Es konnte keine Therapie mehr angeboten werden, die eine wirkliche Heilung versprach. Allenfalls ging es darum, die Leiden und Beschwerden des Patienten bis zu seinem Tod zu lindern.

    Am Dienstag stellte Chefarzt Dr. Markus Hirschburger im Wormser Klinikum nun ein Verfahren vor, dass er von seiner Zeit am Universitätsklinikum in Gießen mit nach Worms brachte.

    Dr. Markus Hirschburger ist seit Dezember 2012 Chefarzt der Allgemeinchirurgie im Klinikum und hat davor in Gießen jahrelang am Aufbau eines speziellen Krebs-Zentrums mitgewirkt, in dem das neue Verfahren angewandt wurde. Die neue Therapie stamme ursprünglich aus den USA, so Dr. Markus Hirschburger, wo die Methode in den neunziger Jahren entwickelt wurde. Nach medizinischem Fachterminus nennt sich dies kombinierte zytoreduktive Chirurgie mit hyperthermer intraperitonealer Chemotherapie (HIPEC).

    Im Kern geht es bei der HIPEC darum, dass zwei Behandlungsverfahren kombiniert und erweitert wurden. Zunächst werden bei einer Operation sämtliche sichtbaren Tumorherde in der Bauchhöhle entfernt. Im Anschluss bzw. noch während der Operation wird im Bauchraum eine Chemotherapie durchgeführt, um die Zellen, die man nicht sehen konnte, zu zerstören.

    Der große Vorteil dieser Methode liegt daran, dass die Chemotherapie direkt in der Bauchhöhle wirke, also einem Bereich, den man mit einer herkömmlichen Chemotherapie nicht erreichen konnte. Allerdings ist dies für den Patienten eine sehr anstrengende Operation, die rund zehn Stunden dauert. Aufgrund des sehr strapaziösen und den Körper belastenden Eingriffs wird er nur bei jungen und bis auf die Krebserkrankung gesunden Patienten durchgeführt.

    Keine Heilungsgarantie, aber große Erfolge
    In Gießen werden mit diesem Verfahren jährlich rund 30 Patienten behandelt. Dr. Markus Hirschburger erklärte, wie bei allen Krebsarten existiere natürlich keine absolute Heilungsgarantie, doch seien die Erfolge in Gießen groß gewesen. In Worms habe er bereits drei Patienten nach der neuen Methode operiert.

    Eine der Patientinnen, Alexandra Hack, stand im Rahmen des Pressegsprächs den Medienvertretern für ein Interview zur Verfügung. Sie schilderte die schwere Operation vom März 2013 und die anschließende Therapiephase. Jetzt gehe es ihr gut und auch sie wolle helfen, dass die Behandlungsmethode bekannter wird.

    Dr. Markus Hirschburger erklärte dazu, dass HIPEC leider bei vielen niedergelassen Ärzten und selbst Krebsmedizinern immer noch unbekannt sei. An der Universitätsklinik in Heidelberg würde man HIPEC anwenden, aber selbst in Mainz oder Mannheim seien die Ärzte noch zögerlich. Er möchte das Verfahren für den Bereich des Wormser Klinikums intensiver in der Öffentlichkeit publik machen.

    Am 3. September um 17 Uhr wird das HIPEC-Verfahren im Wormser Klinikum im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung genauer erklärt.

     

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