In den nächsten Jahren sollen mit Schwerpunkt für den Bereich Innenstadt einige Kitas entstehen oder erweitert werden
Neue Kindertagesstätten für Worms
In Worms besteht nach wie vor Bedarf an Kita-Plätzen. Foto: Fotolia /Spass
Von Gernot Kirch Worms steht in Rheinland-Pfalz bei der Bereitstellung von Kita-Plätzen für unter Dreijährige nicht gut da. Für nur rund 20 Prozent dieser Kategorie stehen Plätze zur Verfügung. Lange wurde die Problematik zu zögerlich angegangen, im Frühjahr fand jetzt eine Klausurtagung statt, auf der nach Prioritäten sortiert der Bau weiterer Kitas ins Auge gefasst wurde.
Die höchste Priorität bei der Realisierung zukünftiger Kitas in Worms genießt das Vorhaben auf dem Fischmarkt in der Innenstadt. Der Grund ist, dass der Bedarf in der City mit Abstand am größten ist. Und dies, obwohl mit der neuen Kita in der Gibichstraße gerade erst ein Bauvorhaben realisiert wird.
Auf dem Fischmarkt soll daher ein hochwertiges, vier- bis fünfgeschossiges Gebäude entstehen, bei dem im Erdgeschoss und eventuell im ersten Obergeschoss eine Kita untergebracht sein wird. Die Kindertagesstätte soll sieben Gruppen für rund 100 Kinder beheimaten. Die übrigen Stockwerke könnten für Wohnungen, Büros oder Praxen genutzt werden. Die Baukosten werden sich auf rund 15 Millionen Euro belaufen. Die Stadt möchte das Projekt aber nicht selbst realisieren, sondern das städtische Gelände an einen privaten Investor verkaufen, jedoch die Kita-Nutzung vertraglich vorgeben. Bis die ersten Buben und Mädchen hier betreut werden, wird es wohl 2020 oder eher noch 2021. Lesen Sie zur Kita am Fischmarkt auch den Bericht im NK vom 10. Juni 2017.
Zunächst in der City
Die Prioritätenliste sieht neben der Bebauung des Fischmarktes vier weitere Standorte für Kitas vor, die in Worms zeitnah realisiert oder ausgebaut werden sollen. Im Stadtteil Pfiffligheim soll die bestehende Kita an der Alzey Straße um zwei Gruppen erweitert werden. Bis Ende 2020 könnte die Erweiterung Wirklichkeit sein. Darüber hinaus ist geplant, gegenüber der Pfrimmtal Realschule eine Kindertagesstätte mit Arbeitstitel „Im Mersch“ neu zu bauen. Der Neubau würde rund fünf Millionen Euro kosten.
Die Fertigstellung wird sich wohl bis ins Jahr 2021 strecken. Rechnet man die Erweiterung in Pfiffligheim und den Neubau “Im Mersch“ zusammen, entstehen hier zusätzlich rund 80 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 40 für Kinder ab drei Jahren. Im erweiterten Fokus stehen Kitas in den Stadtteilen Rheindürkheim und Heppenheim. Besonders in Worms-Heppenheim ist der dringende Bedarf erkannt und es werden entsprechende Varianten geprüft. In Rheindürkheim ist angedacht, die Kindertagesstätte Arche Noah zu erweitern.
Bald 53 Kitas
In Worms existieren zurzeit 52 Kitas. Wenn die Kita Gibichstraße eröffnet ist, sind es 53 Einrichtungen. 35 dieser Kitas befinden sich in konfessioneller oder freier Trägerschaft und 18 sind städtische Kindertagesstätten.
In der Nibelungenstadt leben, berechnet zum 1. Januar 2017, rund 5.500 Jungen und Mädchen im Alter von 0 bis sechs Jahren. Für diese stehen momentan 2.977 Plätze zur Verfügung, davon 370 für unter Dreijährige. Die Auslastung der Kitas liegt bei über 95 Prozent, wobei es durch Zu- oder Wegzug der Eltern immer Schwankungen gibt. Zu den Kitas kommen noch einmal rund 200 Kinder, die von Tagesmüttern betreut werden.
Insgesamt kommt Worms bei den drei bis fünfjährigen Kindern auf eine Betreuungsquote von rund 95 Prozent und bei unter Dreijährigen von etwa 20 Prozent. Beide Zahlen sind vom Statistischen Landes- bzw. Bundesamt aus dem Jahr 2016.
Der Nachholbedarf von Worms besteht also im Bereich der unter Dreijährigen. Laut einer Studie der TU Dortmund wünschen sich 70 Prozent der Eltern von zweijährigen Kindern einen Betreuungsplatz. In Rheinland-Pfalz besteht ein Rechtsanspruch für Kinder ab zwei Jahren.
Immer noch in der Diskussion ist in Worms übrigens, ob in der Prinz-Carl-Anlage eine Kita in Containerbauweise entstehen soll, um eine rasche Lösung für Kinder in der City zu haben.