Mo., 03. Februar 2014, 14:01 Uhr
Zweite Pfarrstelle durch Pfarrerin Ingeborg Beiersdorf wieder besetzt
Neue Pfarrerin in Osthofen
Nach einem halben Jahr Vakanz ist die zweite Pfarrstelle in der evangelischen Kirchengemeinde Osthofen wieder besetzt. Pfarrerin Ingeborg Beiersdorf, die bisher gemeinsam mit ihrem Mann Andreas Hunger-Beiersdorf die Gemeinden Worms-Heppenheim und Offstein betreut hatte, ist seit dem 1. Februar für den Pfarrbezirk I zuständig und tritt damit die Nachfolge von Pfarrer Roland Schein an, der vor sechs Monaten nach Lampertheim gewechselt ist.
Am vergangenen Sonntag wurde die Seelsorgerin von Dekan Harald Storch offiziell in ihr neues Amt eingeführt. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen Waldemar Hecht an der Orgel und der Evangelische Posaunenchor unter der Leitung von Ernst-Ludwig Deibert.
Neubesetzung als „im Grunde zügige Geschichte“
Dekan Storch sprach von einer „im Grunde zügigen Geschichte“, was die Neubesetzung der vakanten Pfarrstelle anbelangt und verwies in diesem Zusammenhang auf benachbarte Kirchengemeinden, die schon länger auf einen neuen hauptamtlichen Seelsorger warten müssen. In seiner Ansprache legte er Ingeborg Beiersdorf ans Herz, den Blick fest auf Jesus zu richten und sich in ihrer Arbeit nicht von den Wellen des mitunter stürmischen Alltags beirren zu lassen. Dies verband er mit dem Wunsch, Beiersdorf möge sich in der Wein- und Sektstadt schnell heimisch fühlen.
Anschließender Empfang im evangelischen Gemeindehaus
Ein Ansinnen, das alle Grußredner beim anschließenden Empfang im evangelischen Gemeindehaus teilten. Sowohl Bärbel Berkes vom Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde, als auch der Vorsitzende des katholischen Pfarrgemeinderats, Sebastian Schön, hießen die Seelsorgerin in Osthofen willkommen – weitere Grußworte sprachen Alexander Ebert für die Gruppe der Lektoren und Prädikanten, Stadtbürgermeister Wolfgang Itzerodt, Dekanatskantorin Kristine Weitzel und Anke Knorpp vom DRK-Ortsverein Osthofen.
Wie Ingeborg Beiersdorf die Aufgabe als Pfarrerin und Seelsorgerin sieht, hatte sie zuvor im Gottesdienst in ihrer Predigt über einen Abschnitt des ersten Buch Mose verdeutlicht. Als Einstieg wählte sie das Kunstwerk „Man walking to the sky“ des US-amerikanischen Künstlers Jonathan Borofsky, das dieser 1992 für die documenta IX in Kassel entworfen hatte. Dieses forsche nach oben Streben sei ihrem Empfinden nach „rücksichtslos“ und erinnere in seiner Hybris beinahe schon an den Turmbau zu Babel, so die Pfarrerin.
Dialog zwischen Gott und den Menschen wichtig
Stattdessen sei der Dialog, sowohl zwischen den Menschen als auch zu Gott besonders wichtig. „Gott hat offensichtlich eine Schwäche für uns“, sagte Beiersdorf und verwies auf Beispiele in der Bibel, welche die durch den offenen Dialog von Menschen mit Gott Veränderungsbereitschaft Gottes dokumentierten. Am deutlichsten werde dies durch die Entsendung von Christus in unsere Welt, durch den Gott unsere Sterblichkeit mit uns teile. Durch diese Veränderungsbereitschaft sei Gott ein verlässlicher Partner für die Menschen, den man gerne auf Übel und Missstände in der Welt hinweisen könne. Und durch das Miteinander Reden könne auch die christliche Botschaft „weite Kreise ziehen“ und viele Menschen erreichen.