Trotz mehrerer Widrigkeiten läuft bei der umfassenden Sanierung der Nibelungenschule „alles nach Plan“
Neue Schule in historischem Gewand
„Wir bauen hier eine neue Schule in historischem Gewand“, freut sich Oberbürgermeister Michael Kissel über den Baufortschritt an der Nibelungenschule, von dem er sich nun gemeinsam mit Baudezernent Uwe Franz vor Ort ein Bild machte. Schulleiterin Margit Zobetz zeigt sich ebenfalls angetan von den bisherigen Arbeiten: „Dadurch, dass viele historische Details berücksichtigt wurden, kommt in unseren Räumlichkeiten wieder ein tolles Flair auf“, ist sie beeindruckt.
Der Umbau und die Sanierung der Nibelungenschule erfolgt als Generalsanierung in vier Bauabschnitten. Der zweite Bauabschnitt, der so genannte Metzlerbau, soll im Sommer fertiggestellt sein, danach beginnt Bauabschnitt drei im Hofmannbau. „Schwerpunkte der Maßnahmen sind die Beseitigung von Brandschutzmängeln, die Sanierung von Gebäudesetzungen beim Schuldienerhaus, die bisher fehlende Barrierefreiheit, die Schadstoff-Sanierung und die Umstrukturierung zur Realschule plus. Wir investieren an diesem Standort nach aktuellem Planungsstand 13,5 Millionen Euro. Die Arbeiten in der Nibelungenschule sind jedoch nur ein Teil unseres derzeit laufenden Schulsanierungsprogramms, für das wir aktuell mehr als 100 Millionen Euro aufbringen“, betont OB Kissel. Während der Bauphasen in Metzler- und Hofmannbau sind die Schüler in Containern untergebracht – ein Konzept, das hervorragend funktioniere und den Baufortschritt beschleunige, so Kissel.
Unvorhersehbaren Widrigkeiten
Beim Metzlerbau sei die Stadt mit mehreren unvorhersehbaren Widrigkeiten konfrontiert gewesen, berichtete Baudezernent Franz. Nach Abbruch der abgehängten Decken (mit Mineralfaserauflage) wurden zwei unterschiedliche Deckentypen im Metzlerbau festgestellt: Decken mit Unterzügen aus Beton und Betonrippendecken mit Bimssteinausfachungen. „Deshalb mussten die Decken eingehend auf ihre Tragfähigkeit und den Brandschutz untersucht werden. Vorab mussten spezielle Untersuchen und Variantenprüfungen zur Entfernung und Entsorgung der Mineralfaserauflagen auf den abgehängten Decken erfolgen, da sonst die Gefahr der Kontamination der Räume durch die Mineralfasern bestanden hätte“, erläuterte Franz.
Bodenplatte musste durch Stahlbeton ersetzt werden
Für die Ausschreibung der notwendigen Stahlbauarbeiten im Deckenbereich gab es bei zweimaliger Ausschreibung keine Angebotsabgaben. Die städtische Vergabestelle stimmte in der Folge einer freihändigen Vergabe zu, um keine zeitlichen Verzögerungen im Bauablauf zu bekommen. Des Weiteren stellte sich heraus, dass die bauzeitliche Bodenplatte im Flur des Kellergeschosses nicht wie angenommen aus Stahlbeton hergestellt wurde, sondern lediglich aus unbewehrtem Schlacke-Beton bestand. Auf Anordnung der Tragwerksplaner und der Prüfingenieure musste die Bodenplatte ausgebaut und durch eine Stahlbetonplatte ersetzt werden.
„Eine weitere Herausforderung ergab sich aus der Insolvenz der Firma Imtech. Nach eingehender Prüfung der bereits durch Imtech durchgeführten Arbeiten und Abstimmung der Leistungsübernahme haben wir dann zugestimmt, dass die Firma Rom Ltd & Co. KG die Mitarbeiter und Aufträge der Firma Imtech übernimmt, um Bauverzögerungen zu vermeiden“, so Franz.
Zusätzlich wurde bei den Straßenbauarbeiten des LBM im Bereich der Karl-Hofmann-Anlage festgestellt, dass die Decke des Versorgungschachtes, der den Hofmann-Bau und den Metzler-Bau verbindet, zu hoch liegt. Die Decke hatte nur eine sehr geringe Asphaltüberdeckung. Da hier die Tragfähigkeit (Schwerlastverkehr) nicht mehr gegeben war, musste die Decke des Schachtes auf einer Länge von ca. 30 Metern entfernt und, nachdem die Schachtwände in der Höhe reduziert wurden, neu errichtet werden.
Nichts desto trotz liegt die Stadt derzeit im anvisierten Zeit- und Kostenplan und der Metzlerbau kann voraussichtlich im neuen Schuljahr wieder bezogen werden.
Barrierefreiheit garantieren
„Neben einem Aufzug am Bauteil Schuldienerhaus, mit dem die Verwaltung, Aula, Lehrerzimmer und diverse Klassensäle barrierefrei erschlossen werden sollen, bauen wir noch einen zweiten Aufzug am Bauteil Metzlerbau, um die Naturwissenschaftlichen Klassensäle und die Werkräume barrierefrei erreichbar zu machen“, erklärt OB Kissel, der sich nicht nur bei der GBB-Architektin Ursula Awenius-Regente bedankt, sondern auch bei der Schule, die die derzeitigen Beeinträchtigungen ohne Klagen hinnehme.
Schulleiterin Margit Zobetz, Baudezernent Uwe Franz und OB Michael Kissel im Metzlerbau, der im Sommer fertiggestellt sein soll (von links).