OSTHOFEN: Nisthilfe für den Weißstorch / Gelungene Zusammenarbeit mehrerer Akteure
Neue Wohnung für Meister Adebar
Die neue Behausung für den Weißstorch konnte in Osthofen aufgestellt werden. Foto: Mirco Metzler/Die Knipser
Wohnraum ist überall knapp und neu gebaute Wohnungen werden meist nicht termingerecht fertiggestellt. Das kommt immer mal wieder vor. Das passierte auch mit der neuen Behausung für den Weißstorch, die in der ersten Dezemberwoche in Osthofen aufgebaut wurde. Der in 2019 geplante Bau verzögerte sich aus vielerlei Gründen, doch nun war endlich Richtfest. Mit dabei waren die Jugendfeuerwehr, Altbürgermeister Itzerodt, Stadtbürgermeister Goller und die Aktiven des NABU.
Planung begann vor zwei Jahren
Die Planungen und Bauarbeiten nach einer Idee von Wolfgang Itzerodt, dem Fördervereinsvorsitzenden der Feuerwehr Osthofen, begannen bereits vor rund zwei Jahren. Unterstützt von fachlichen Empfehlungen des NABU Worms-Wonnegau entstand die Idee, im Bereich des Sommerrieds in Osthofen dem Weißstorch eine Nisthilfe anzubieten. Alle machten sich auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück und fanden im südlichen Gemarkungsteil eine große, naturnahe Wiese. „Ein ortsnaher Standort würden Störche möglicherweise bevorzugen, doch die nahe Bahnlinie im Bereich der Gärten ist eine Gefahr für ausfliegende Jungstörche“, so Matthias Bösl vom NABU. Die untere Naturschutzbehörde erteilte die Genehmigung für die Aufstellung des Mastes und die Stadt Osthofen als Eigentümerin die Erlaubnis.
Hohe Sensibilität
Stadtbürgermeister Thomas Goller, der zum Fototermin mit seiner Tochter Sophia erschienen war, stellt bei der Jugend eine hohe Sensibilität für Naturschutz fest. „Dieses Leuchtturmprojekt fand deshalb von Anfang an meine Unterstützung und ich hoffe natürlich auf eine Fortsetzung“, motivierte er die Akteure. Itzerodt bemerkte bei den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr neben den feuerwehrlichen auch handwerkliche Begabungen und so entstand die Idee, mit ihnen etwas Praktisches zu machen. Der Bau eines Storchennestes wurde ausgewählt und die Jugendfeuerwehr stürzte sich mit Eifer in die Arbeit.
Jugendwart Tobias Ahl spürte von Anfang an eine Begeisterung seiner Jugendlichen für dieses Artenschutzprojekt: „Sie sind schon seit vielen Jahren beim `Dreck-weg-Tag` dabei und finden einen Sinn darin, unsere Umwelt zu erhalten“, ist Tobias Ahl voll des Lobes für das Team. Unterstützt wurden die ca. 10 Jugendlichen durch Erwachsene, die beim Bedienen von Maschinen betreuten. Dann kam Corona und mit der Pandemie die Einschränkungen bei den Bauarbeiten. „Wir konnten uns nicht mehr treffen und mussten bis in den Sommer 2021 warten“, bedauerte Ahl. Als der Korb schließlich fertig gebaut war, folgte die nächste Hürde: Es fand sich zunächst kein Mast, denn der war gerade nicht verfügbar. So musste man sich bis zum Herbst in Geduld üben.
Als Sponsoren beteiligten sich EWR Worms und NABU, der zweckbestimmte Spenden aus der Bevölkerung erhielt. „Wir engagieren uns seit Jahren in zahlreichen Natur- und Artenschutzprojekten. Der Storchenschutz liegt uns hier besonders am Herzen“, merkte Erik Müller, Leiter der EWR Nachhaltigkeitsabteilung an, „daher war es für uns selbstverständlich, die Akteure vor Ort zu unterstützen“.
Zurück zum Hauptakteur, dem Storch: Der ließ sich erst einmal nicht blicken, was auch kein Wunder ist, denn er und seine Artgenossen weilen derzeit in südlichen Ländern. Wenn die Störche im zeitigen Frühjahr zurückkehren, können sie das Nest beziehen. Vielleicht war das nicht die letzte Zusammenarbeit, darin waren sich die Akteure einig.