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  • Do., 26. September 2019, 17:54 Uhr
    TOURISTISCHES ZENTRUM VON WORMS: Gemeinsamer Antrag von CDU und SPD stößt auch auf Widerstand / Private Investoren willkommen / „Wollen keine Alternativlosigkeit“

    Neuentwicklung nicht um jeden Preis!

    Foto: Leonie Ahlert


    VON STEFFEN HEUMANN Keinen leichten Stand hatte die Koalition aus CDU und SPD beim Werben um die Zustimmung für den gemeinsamen Antrag einer Neuentwicklung des Bereichs zwischen ehemaligem Hochstift und ehemaligem Gesundheitsamt zu einem touristischen Zentrum für Worms. Mit der Mehrheit im Stadtrat konnte ein Verweisungsantrag in den Bauausschuss abgelehnt und der neue Entwicklungsprozess mit 28 Ja- gegenüber 19 Nein-Stimmen angestoßen werden.

    Dezernent Uwe Franz erklärte, dass die Bauverwaltung dem Vorhaben positiv gegenüber stehe. Neben der Kämmererstraße als eigentlicher Zentrum der Stadt, werde das betreffende Areal in unmittelbarer Nähe zum Dom bereits heute von den Wormser als touristisches Zentrum wahrgenommen. Neben den Fördermöglichkeiten müssten natürlich auch der eigene Finanzbedarf im Haushalt abgebildet werden, so Franz. Externen Sachverstand einzuholen, sei bei der Umsetzung des Projektes unabdingbar, machte der Dezernent deutlich, dass dieser Aufwand intern nicht leistbar sein.

    Private Investoren willkommen

    Laut einem gemeinsamen Antrag der CDU- und SPD-Stadtratsfraktion vom 17. September diesen Jahres, soll der gesamte Bereich „ehemaliges Hochstift/Andreasstift/Weckerlingplatz/ehemaliges Gesundheitsamt“ städtebaulich neu entwickelt und einem Ideenwettbewerb und Interessenbekundungsverfahren unterzogen werden. „Auch am zweiten Verwaltungsgebäude arbeiten wir weiter“, betonte Jens Guth, SPD. Konkretere Informationen sollen Ende des Jahres folgen. „Es gibt keine Einzelbetrachtung“, es gehe um den gesamten Bereich, fügte Guth an. Private Investoren seien bei der Entwicklung ausdrücklich willkommen, unterstrich der SPD-Stadtrat.

    „Wir wollen keine Alternativlosigkeit“

    „Ein extrem wichtige Gebiet“, appellierte Klaus Karlin, CDU, an die Ratskollegen, dass keinerlei Vorbehalte angebracht seien. Man brauche externen Rat, um zu definieren, wohin der Weg gehe, so Karlin. „In diesem Gebiet wird nichts passieren, was wir nicht wollen“, trat der Christdemokrat Kritik aus Reihen der Opposition entgegen. Karl Müller, FWG/Bürgerforum, verdeutliche die Bedeutung der historischen Gebäude und Plätze. „Es muss mehr sein, als nur ein Ideenwettbewerb“, forderte Müller. Christian Engelke, Die Grünen, brachte die Bedenken auf den Punkt. „Wir wollen keine Alternativlosigkeit“, plädierte Engelke für eine transparente Umsetzung bei der Konzeptvergabe. „Das sind schließlich Filetstücke der Stadt“, erklärte der Grünen-Stadtrat. Mathias Englert, FWG/Bürgerforum, verwies auf das historische Erbe der Stadt. „Wir brauchen keine Teilvergabe an einzelne Investoren“, so Englert. Sein Antrag an eine Verweisung an den Bauausschuss blieb bei 19 Ja-Stimmen ohne Mehrheit (47 Nein-Stimmen).

    Ein Gesamtkonzept sei eine gute Idee, aber die Antragsformulierung „wabere“, entgegnete Richard Grünewald, Die Grünen. „Wir sind gebrannte Kinder“, warnte Grünewald vor einer zu raschen Festlegung. Schließlich solle das Konzept den Worms und den Wormser dienen. Vorbehalte wollte auch Timo Horst, SPD, ausräumen. „Ein Ideenwettbewerb braucht eine Grundlage“, so Horst. Der Antrag würde automatisch auch den Bauausschuss durchlaufen. Und auch Dr. Klaus Karlin beschwichtigte abschließend. Bestehende Restriktionen würden beachtet, insbesondere mit Blick auf die Bemühungen um einen erfolgreichen UNESCO Welterbe-Antrag von Worms als SchUM-Stadt.

    INFO:
    90 Prozent Fördermittel bis 10 Millionen begrenzt Mit dem Städtebauförderprogramm des Landes „zur Stärkung der Investitionstätigkeit großer Mittelzentren“ stehen 90 Prozent Fördermittel und bis zu 10 Millionen Euro für die Entwicklung des Gebietes zur Verfügung. Zentrales Entwicklungsziel dieser Landesinitiative ist die „Aufwertung der Innenstädte als Standorte z.B. für Tourismus“ und somit passgenau für das Wormser Ziel.

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