Dr. Jörg Koch, Björn Zeus, Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek, Monika von Borries und Detlof von Borries erzählen im Rathaus von der Region Fujian.
Es ist vollbracht, die Dreierbund-Partnerschaft zwischen Worms, Speyer und der chinesischen Stadt Ningde in der Provinz Fujian ist besiegelt. Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek hat für die Stadt Worms die Partnerschaftsurkunde in China unterzeichnet. Zurück in Deutschland, berichtete er nun im Rahmen eines Pressegesprächs von seinen Eindrücken.
Er habe eine sehr hohe Dynamik in China feststellen können, fasste der Bürgermeister seine Wahrnehmungen zusammen. Im Hinblick auf den stetig und rasant wachsenden chinesischen Markt gehe er davon aus, dass es kaum eine Kommune in Deutschland geben werde, die keine Kontakte nach China suche. „In kürzester Zeit haben das Land, aber auch speziell die Provinz Fujian eine rasante Entwicklung genommen, auch im infrastrukturellen Bereich“, erklärte Kosubek. Die Kooperation mit China sei eine win-win-Situation, bei der Weichen für die Zukunft gestellt würden.
„Man merkt auch, dass das Interesse an einer Kooperation bei den Chinesen sehr groß ist“, schilderte der Bürgermeister seine Eindrücke. Potenzial erhoffen sich die Partner aus dem Reich der Mitte offenbar insbesondere im Import Wormser Weine. Im Gegenzug sollen Wormser Geschäftspartner chinesischen Tee aus der Provinz Fujian vertreiben. Der Tee-Anbau sichere hunderttausende Arbeitsplätze, der weiße Tee habe wirtschaftlich einen besonders hohen Stellenwert. Weitere Kontaktmöglichkeiten sieht Kosubek im Bereich Sport, aber auch bei den Schulen und der Wormser Hochschule.
Das Potenzial im Hochschulbereich können Dr. Jörg Koch, Vorsitzender der Europa-Union Worms, Detlof von Borries, Präsident der rheinland-pfälzischen Fujian-Gesellschaft, Monika von Borries, Vorsitzende des Landesverbandes der Chinagesellschaften Rheinland-Pfalz, und Björn Zeus, Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Worms, die bei dem Termin im Rathaus ebenfall anwesend waren, nur bestätigen. Dr. Jörg Koch, der sich für die Bürgerreise nach Fujian angemeldet hatte, traf vor Ort gar einen Umweltprofessor, der gemeinsam mit ihm in Bielefeld studiert hatte. Die Gespräche mit chinesischen Studierenden hätten ihn besonders beeindruckt, erklärte Dr. Jörg Koch.
Details zu den chinesischen Gepflogenheiten, aber auch zu den Partnerschaften anderer rheinland-pfälzischer Städte konnten Monika und Detlof von Borries liefern, die auf mehr als 30 Jahre Erfahrung im Hinblick auf deutsch-chinesische Freundschaft zurückblicken können. „An der Fachhochschule Kaiserslautern studieren 100 junge Menschen aus Fuzhou, der Provinzhauptstadt Fujians“, berichtete Detlof von Borries. Auch die Universität Koblenz-Landau werde vermehrt chinesische Studierende aufnehmen.
In Fuzhou studiert hat Björn Zeus, der die Provinz deshalb besonders gut kennt. „Fujian beginnt gerade, richtig zu boomen“, weiß er. Eine Städtepartnerschaft solle jedoch nie auf nur einer Säule beruhen, mahnte er. Er kann sich den schulischen Bereich als dritte Säule neben Politik und Bürgertum vorstellen. „Ich könnte mir darüber hinaus eine größere Veranstaltung in Worms vorstellen, mit der man die Bürger noch mehr für das Thema sensibilisieren und begeistern könnte“, schlug er vor. Diese Idee griff Stadtmanager Kai Hornuf gleich auf: „Denkbar ist, seitens des Stadtmarketings eine Veranstaltung zu initiieren, bei der die Partnerschaft beleuchtet werden könnte.“ Die vielen guten Eindrücke und Ideen machen Hoffnung auf eine erfolgreiche Partnerschaft, die zunächst auf fünf Jahre ausgelegt ist.