
„Die Neugestaltung unseres Hubschrauberlandeplatzes war notwendig, da unser bisheriger Landeplatz die Anforderungen der EU-Verordnung 965/2012 nicht mehr erfüllt hat“, berichtet Klinikum Geschäftsführer Bernhard Büttner. „In dieser europaweit gültigen Verordnung wird unter anderem auch festgelegt, wie Rettungshubschrauber eingesetzt werden dürfen und welche Mindestanforderungen für die Landeplätze definiert sind. So werden beispielsweise bestimmte Anflugwinkel oder Mindestabstände zu Gebäuden gefordert. Die Neuregelungen basieren zwar auf den Leistungsdaten älterer Hubschrauber, die in Deutschland nicht mehr zum Einsatz kommen, aufgrund der EU-weiten Gültigkeit waren aber auch wir zum Umbau gezwungen“, so Büttner weiter.
Die Bauarbeiten dauerten von August bis Oktober 2017. Der neue, genehmigte Landeplatz präsentiert sich nun wie folgt: Die bisherige runde Form ist einer eckigen gewichen. Zudem wurde eine neue Lösch- und Beleuchtungsanlage installiert. Letztere kann direkt vom Hubschrauber aus per Funk selbständig an und aus geschaltet werden. „Um den Flugverkehr auch während der Bauphase aufrecht zu erhalten, haben wir vorübergehend einen zweiten, provisorischen Hubschrauberlandeplatz erstellt“, erklärt Büttner. „Unser Klinikum hatte deshalb kurzzeitig zwei Landeplätze nebeneinander.“
Nach dem Ende der baulichen Maßnahmen Ende 2017 begannen die umfangreichen Abnahme- und Freigabeverfahren. Seit Anfang des Jahres ist der neue Heliport nun offiziell in Betrieb. Die Baukosten beliefen sich auf ca. 500.000 Euro. „Das Klinikum Worms verfügt nun über einen von nur wenigen, genehmigten Hubschrauberlandeplätzen in Rheinland-Pfalz“, ergänzt Michael Kissel, Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums. „Pro Jahr finden an unserem Klinikum ca. 160 Landungen statt. Im Durchschnitt kommt der Helikopter also knapp dreimal wöchentlich ins Wormser Klinikum, um Patienten zu bringen oder in andere Krankenhäuser zu verlegen. Als zertifiziertes regionales Traumazentrum ist es wichtig, dass verunfallte Patienten schnellstmöglich auf dem Luftweg in unser Klinikum gebracht werden können. Auf der anderen Seite ist es manchmal notwendig ‚kritische‘ Patienten zeitnah in ein Krankenhaus der Maximalversorgung zu verlegen. Etwa dann, wenn herz- oder neurochirurgische Eingriffe durchgeführt werden müssen. Hier gibt es zum Transportmittel Hubschrauber keine Alternative“, so der Stadtchef weiter.
Beitrag aus der Rubrik