Kleingartenanlage Ochsenplatz bekommt einen neuen Standort / Ende Mai „bezugsfertig“
Neues Domizil für Kleingärtner
Abteilungsleiter Dieter Rauh (rechts), Baudezernent Uwe Franz (2. von rechts), Planer Bernd Stiegele (links), Vereinsvorsitzender Werner Seitz (2. von links) sowie Mitarbeit der Verwaltung beim symbolischen Spatenstich im Friedrichsweg. Bis Ende Mai sollen die Parzellen fertiggestellt sein.
Die Kleingartenanlage Ochsenplatz bekommt einen neuen Standort: Denn für den geplanten Bau der B 47 Süd müssen die Kleingärten weichen. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat die Flächen bereits aufgekauft, die Gärten können von den Pächtern momentan jedoch noch genutzt werden – so lange, bis die entsprechende Ersatzfläche fertiggestellt ist. Schließlich, erklärte Dieter Rauh, Leiter der zuständigen Abteilung 6.7 - Grünflächen und Gewässer, könne ja niemand seinen Garten zu Hause zwischenlagern.
Da es sich bei den Flächen um Dauerkleingärten handelt, besteht laut Bundeskleingartengesetz die Verpflichtung, Ersatzgelände bereitzustellen. Hierfür ist die Stadt als Eigentümer der Kleingartenanlagen zuständig. Für die Entschädigung der Altparzellen kommt der LBM auf. Neues Domizil des Vereins wird der Friedrichsweg auf der „Bürgerweide“, wo bereits andere Kleingärten angesiedelt sind. Auf der benachbarten Freifläche fiel nun der Startschuss für den Bau 66 weiterer Parzellen.
In landschaftlich reizvoller Lage
„Wir sind froh, dieses Gelände als Ersatzfläche anbieten zu können, denn es befindet sich in landschaftlich reizvoller Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kleingartenverein Waldeslust / Kolonie Bürgerweide, im Forstbereich, nahe beim Tiergarten“, betonte Baudezernent Uwe Franz beim Spatenstich im Friedrichsweg.
Bereits im Jahre 2011 war der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan gefasst worden, um den Kleingartenpächtern noch vor Baubeginn der B 47 Süd eine Ausgleichfläche anbieten zu können. Im vergangenen Jahr erlangte der Bebauungsplan Rechtskraft. Insbesondere der Artenschutz streng geschützter Zauneidechsen hatte zeitliche Ressourcen gefordert.
Geplant wurde das Projekt vom Büro für Freiraumplanung Bernd Stiegele, das auch die Ausschreibung durchgeführt und die Bauleitung übernommen hat. Ausführendes Bauunternehmen ist die Firma Aßmuß, die nun im Laufe der nächsten Wochen die 66 Parzellen auf dem 2,4 Hektar großen Areal anlegt. Eine einzelne Parzelle wird 260 Quadratmeter groß sein und damit nur ein wenig unter der Durchschnittsgröße liegen. Zwei der Parzellen sollen „Gemeinschaftsparzellen“ werden. Auf einer davon werden die Voraussetzungen für eine Gemeinschafts-Toilettenanlage geschaffen, die sich der Verein erreichten kann, auf der zweiten könnte ein Gemeinschaftshaus entstehen.
Ohne Zäune zwischen den Parzellen
Die Anlage werde ringsherum eingefriedet und auch entlang der Wege innerhalb der Anlage würden Zäune errichtet, berichtete Dieter Rauh. Die einzelnen Parzellen hingegen werden nicht durch Zäune voneinander getrennt. Jedes Gartenstück wird mit einem Strom- und einem Wasseranschluss ausgestattet, außerdem erhält jeder Pächter vom LBM eine 18 Quadratmeter große Bodenplatte, auf der er ein Gartenhäuschen errichten kann. Weitere sechs Quadratmeter sind für einen überdachten Freisitz vorgesehen.
Zusätzlich zu dem bereits vorhandenen Parkplatz im vorderen Bereich des Friedrichswegs werden 22 neue Parkflächen geschaffen, die die Vereinsmitglieder nutzen können.
Diese sind vor allem froh, dass das Warten ein Ende hat. „Wir freuen uns, dass die Ungewissheit vorüber ist und wir nun wissen, wie es mit unseren Gärten weitergeht“, betonte Vereinsvorsitzender Werner Seitz. Doch damit seien noch nicht alle Probleme gelöst, Gedanken mache er sich insbesondere wegen der schwierigen Verkehrssituation in dem Naherholungsgebiet. Diesbezüglich habe die Stadt bereits Untersuchungen beauftragt, berichtete Baudezernent Franz.
Die Kleingärten sollen bis Ende Mai „bezugsfertig“ sein.