FESTPLATZ: Wormser Pfingstmarkt mit Pauken und Trompeten eröffnet
Neues Konzept mit bewährtem „Duo“
Der Wormser Pfingstmarkt wurde mit Pauken und Trompeten eröffnet. Foto: Rudolf Uhrig
Von Rudolf Uhrig > Die „Auguren“ beschworen es: „Der Wormser Pfingstmarkt geht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Bis heute hat er Bestand und erfreut jedes Jahr zu Pfingsten seine Besucher“, so die fast formelhafte Ansprache der Protagonisten am Samstagnachmittag auf der kleinen Bühne beim „Alten Bauer“ bei der Eröffnung des Wormser Pfingstmarktes. Zunächst aber lenkt das Fanfarencorps Nibelungenstadt Worms, das in ihrer historischen Tracht mit Pauken und Trompeten den Rummelplatz auf der Kisselswiese hinunter marschiert, Blicke und Ohren auf sich. Dahinter folgt der große Tross der Fischerwääder. Bevor aber der „Bojemääschter vun de Fischerwääd“ mit seinem Gemeinderat – und freilich der neuen Backfischbraut an seiner Seite – die Bühne betrat, begrüßte die neu in Amt und Würden für Messen und Märkte zuständige Bürgermeisterin Stephanie Lohr die Gäste. Dass sich die Messen und Märkte in den letzten Jahren, nicht nur durch die Pandemie, sondern auch durch das Besucher- und Einkaufsverhalten verändert haben, sei auch an ihrem Dezernat nicht spurlos vorübergegangen: „Ein neues Konzept für den Wormser Pfingstmarkt haben wir uns überlegt, unser Markt soll mehr den regionalen Handel fördern. Deshalb haben wir für unsere Händler den Bereich `Support Your Local`, also `Unterstützen Sie Ihre Region` geschaffen. Dort präsentieren sich lokale Unternehmen unserer Region von der besten Seite“, erläuterte Lohr das Konzept. „In mehreren Buden können dort die Besucher ein täglich wechselndes Angebot regionaler Händler, Unternehmen und Organisationen genießen, wobei sich am bewährten `Duo`, nämlich der Kombination von Rummelplatz und Ausstellungsbereich, nichts geändert hat.“
Auch Bereichsleiterin Angelika Zezyk erläutert „en detail“ nicht nur die Überlegungen, sondern richtete gezielt den Blick auf die nächsten neun Tage und warb dafür „an allen Tagen zu kommen, denn sonst könnte man interessante Angebote verpassen.“ Sie freute sich auch, dass die sogenannte „Blaulichtfamilie“ dabei sei und sich für die Nachwuchsförderung präsentiert. Selbst wenn die Bühne und das Programm der aktuellen Situation geschuldet kleiner geworden sind, so machte Daniela Schmitt, die Rheinland-Pfälzische Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, ihre Aufwartung. Auch sie freute sich, dass endlich wieder das Leben Einzug hält „Es ist schön wieder zusammen kommen zu können“, sagte sie bei der Eröffnung.
Eine Pfingstmarktprinzessin wurde vorgestellt, Torsten Brand schmettert ein Liedchen und die Kids von Ralfs Tanzgalerie trugen zum „Showteil“ bei. Aber die Insider wussten: der Showteil kommt eigentlich erst noch, nämlich ganz und gar in der Person von Markus Trapp. Der „Bojemääschter vun de Fischerwääd“ war wieder in seinem Element: Bühne und Mikrophon haben ihm offensichtlich gefehlt. Er war überglücklich, scherzte in gewohnter Manier, das bekamen auch Dr. Marcus Walden, Vorstandsvorsitzender der Rheinhessen Sparkasse, und René Bauer, Vorsitzender des Schaustellerverband Wonnegau-Worms e.V - Rheinland-Pfalz, zu spüren. „Der kriegt den guten Wein, der eher nicht, die Sparkasse hat diesmal nicht so viel gesponsert“, so Trapp. Die Rede ist vom Weintrinken aus dem Handnirscht, dem einstigen Handwerkszeug der Fischer. Wer es falsch an den Mund ansetzt erlebt eine böse Überraschung. Während die Bürgermeisterin zwischendrin Luft holte, schluckte die Ministerin alles auf einmal.
Auch Hans-Joachim Kosubek meistert es genauso gut wie Renè Bauer, Dr. Marcus Walden und die neue Backfischbraut Kathinka. Aber, aber, bei ihr ist es ein Heimspiel, denn erst vor kurzem vorgestellt, weiß man nun allseits: es ist die Tochter des „Bojemääschters“ und so fördert Moderator Benjamin Müller im Interview auch so manches „familiäre“ zutage. Seit sie klein war kann sie sich an das Tun und Treiben rund um die Fischerwääd erinnern und freut sich, dieses große Erbe nach ihrer Großmutter (1955) selbst antreten zu dürfen. Markus Trapp räumt – diesmal ganz sachlich – damit auf, dass Kathinka zwar seine Tochter sei, aber nicht seine Backfischbraut, es ist schlichtweg: die Backfischbraut, er selbst sei nicht Bräutigam, sondern der Bojemääschter. Und somit war der Aufklärung genüge getan.
Noch bis zum 12. Juni können sich die Besucher des Wormser Pfingstmarktes auf zahlreiche Schausteller und Händler auf dem Festplatz freuen. Der Pfingstmarkt ist samstags von 14 bis 23 Uhr, sonntags von 11 bis 23 Uhr, Pfingstmontag von 11 bis 22 Uhr sowie Dienstag bis Freitag von 14 bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos unter www.pfingstmarkt.de.