
Im Frühjahr erwacht die Natur zu neuem Leben. Obwohl es noch reichlich kalte Tage gibt, spürt man deutlich, dass die Natur sich regt. In den Weinbergen wird bereits fleißig gearbeitet, denn die Reben müssen zurückgeschnitten werden, bevor sie austreiben. Doch es gibt noch einiges mehr zu tun, damit die zahlreichen Winzer im Nibelungenland bestens für die kommende Saison gerüstet sind.
Pflege der Rebstöcke
Die Rebstöcke werden im späten Winter oder im zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten, nur die fruchtbarsten Ranken verbleiben. Das sorgt dafür, dass alle wertvollen Nährstoffe für diese Ranken und somit für die Trauben, die an ihnen wachsen, zur Verfügung stehen. Sobald die Reben "zu bluten" beginnen, also wenn Saft an den Schnittstellen austritt, werden die Ruten gebogen und in die gewünschte Wuchsform gebracht. Dabei ist Vorsicht geboten, damit die wertvollen Triebe nicht abbrechen, was jedoch immer mal passieren kann. Oftmals erhalten die Winzer von Mutter Natur dabei etwas Unterstützung, denn feuchtes Wetter sorgt dafür, dass die jungen Ruten weich und flexibel sind, sodass sie gut gebogen werden können.
Ausbesserung der Drahtrahmen
Die gebogenen Ruten der Weinstöcke werden an Drahtseilen festgebunden, um ihnen mehr Stabilität zu verleihen und sie davor zu schützen, abzubrechen. Außerdem sorgt die Reberziehung dafür, dass die Pflanzen in einer kontrollierten Form wachsen, die eine adäquate Pflege und einen hohen Ernteertrag möglich macht. Ein Drahtrahmen hat sich als Gerüst bewährt, da er langlebig ist und auch höheren Gewichten standhält. Während weiterhin häufig die traditionellen Holzpfähle verwendet werden, um die Drähte anzubringen, setzt sich immer öfter - gerade bei Neuanlagen - die Verwendung von Stahlstickeln durch. Diese bilden in Kombination mit galvanverzinkten Drähten eine besonders stabile und langlebige Vorrichtung, um die Reben zu erziehen. Die Drahtseile werden in verschiedenen Stationen - sprich Höhen - eingezogen, sodass ausreichend Platz zwischen den Ruten ist. So erhalten die Trauben viel Sonne, während Feuchtigkeit schneller verdunsten kann. Welche Drähte genau verwendet werden, hängt dabei von den unterschiedlichen Voraussetzungen der jeweiligen Lage ab. Dies zeigt auch, dass Winzer sich in vielen Themen auskennen müssen, um hervorragende Weine zu produzieren und für eine gleichbleibende Qualität zu sorgen. Ein weiteres wichtiges Themengebiet für Winzer ist das Marketing.
Marketing & Vertrieb
Im März findet in Düsseldorf mit der Prowein eine der größten Weinmessen statt, ein wichtiger Termin also im Kalender eines jeden Winzers. Doch neben Messen und anderen Promotions-Veranstaltungen gibt es in Sachen Marketing noch viele andere Aufgaben zu erledigen. Zahlreiche Winzer verkaufen heutzutage ihre Weine über eigene Onlineshops, die regelmäßig gepflegt und auf dem neuesten Stand gehalten werden müssen. Zu einem erfolgreichen Marketing-Konzept gehört zudem die ansprechende Präsentation des Weins, vom Etikett über mögliche Geschenkverpackungen bis hin zu Verkaufstexten, die dem Leser das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Nicht nur wer über Onlineshops verkauft, muss sich Gedanken über die Logistik machen. Schließlich können die wenigsten Winzer vom hauseigenen Shop leben. Die Flaschen müssen also sicher und schnell zu Händler und Kunden transportiert werden. Wer sich hier nicht selbst darum kümmern möchte, kann die Dienstleistungen eines Fulfillment-Unternehmens in Anspruch nehmen. Gerade wenn in den Weinbergen die Arbeit wieder beginnt und Messen und Veranstaltungen anstehen, kann dies eine wahre Erleichterung sein.