WORMATIA WORMS: Oberligist präsentiert Fußball vom Feinsten / 5:1-Kantersieg im Test gegen die Neckarsulmer Sport-Union
Neues magisches Dreieck
Das Spielgerät immer ganz eng am Fuß: So treibt VfR-Winterzugang Sandro Loechelt die Lederkugel schnell und technisch versiert nach vorne. Der 24-jährige Mittelfeldakteur überzeugte im Test gegen die Neckarsulmer Sport-Union durch viel Spielwitz. Foto: Marcus Diehl.
VON JÜRGEN JAAP „Jugend forscht“: 0, „eingespielte Männermannschaft“: 2. So lief das im letzten Testspiel der beiden Oberligisten VfR Wormatia Worms und Neckarsulmer Sport-Union im Sommer direkt vor dem Start in die Saison 2019/2020. Ein halbes Jahr später ein völlig verwandeltes Bild: Die jungen Wormaten sind NSU in allen Belangen überlegen, landen einen auch in der Höhe verdienten 5:1-Kantersieg. 30 Minuten lang spielen die vor Einsatzwillen, Spielwitz und einer höchst effektiven Chancenverwertung nur so strotzenden Wormaten den vom Abstieg bedrohten Oberligisten aus Baden-Württemberg an die Wand.
Mit Spielwitz und Beweglichkeit Was Winterzugang Sandro Loechelt, Mittelfeld-Motor Fatih Köksal und der elegant die Bälle verwertende Luca Graciotti eine halbe Stunde lang im offensiven Mittelfeld zeigen, erinnert schon so ein wenig an das „magische Dreieck“ des VfB Stuttgart mit Krassimir Balakov, Giovane Elber und Fredi Bobic Mitte der 90er Jahre.
War das bereits recht früh in der Vorbereitung mit Blick auf den Start der Restsaison Ende Februar mit dem Auswärtsspiel bei Eintracht Trier die „erste Elf“? Eine Frage, die Kristjan Glibo, der junge Coach des VfR Wormatia Worms mit einem Schmunzeln und den Worten „wir probieren aus“ weglächelt. „Na ja“, ergänzt Kristjan Glibo dann doch: „Das war ziemlich nah dran an dem, wie ich mir Fußball vorstelle. Spielwitz, Beweglichkeit und klasse gespielte Konter, das macht Laune.“
Offensiv-Feuerwerk brennt 30 Minuten Nah dran an den Wormaten waren die überfordert wirkenden Gäste zunächst nur ganz selten. Nach tollem Pass von Eric Lickert legte Jan Dahlke rüber auf Luca Graciotti – 1:0 (8.). Dass NSU im direkten Gegenzug durch eine Volleyabnahme von Claudio Bellanave ausglich, darf man ob der folgenden Aktionen des VfR durchaus als kleinen Schönheitsfleck auf einem sonst sehr geglückten Test bezeichnen. Erst trug sich der in der VfR-Sturmmitte gesetzte Jan Dahlke nach Flanke von Lennart Grimmer fast standesgemäß in die Torschützenliste ein (20.).
Als Sandro Loechelt drei Minuten später einen Freistoß perfekt auf den Kopf von VfR-Innenverteidiger Andrej Ogorodnik zirkelte, stand es 3:1. Weiter ging das muntere Spielchen. Lennart Grimmer drückt einen mustergültig vorgetragenen Konter über Fatih Köksal locker ein (27.).
Partie flacht in Hälfte zwei ab Auch wenn die Wormaten nun das Tempo etwas schleifen ließen, merkte man der Elf doch an, dass sie speziell durch die von Sandro Loechelt sehr gefährlich vor das Tor geschlagenen Standards jeder Zeit für weitere Treffer gut wären. Gut nur für die Gäste, dass Kristjan Glibo nach zwei Dritteln der Partie komplett durchwechselte. Zwar hatte Wormatia nach wie vor das Spiel fest in der Hand, kam durch Sturmspitze Jan-Philipp Schünke zunächst auch zu einer dicken Chance (66.), ehe der junge VfR-Angreifer im zweiten Versuch auf 5:1 erhöhte (82.). Die augenfällige Überlegenheit des ersten Drittels der Begegnung flachte allerdings ab. Dennoch konnte Kristjan Glibo zufrieden konstatieren: „Mir hat heute vieles gefallen.“ Den gut 110 Wormatia-Fans sicher auch.