
Radfahrer sind schneller geworden
„Allerdings hat sich in den vergangenen Jahren die Geschwindigkeit der Radfahrer stärker an motorisierte Verkehrsteilnehmer angepasst, so dass sie im Vergleich zu Fußgängern enorm viel schneller geworden sind“, berichtete Gastreferent Sebastian Hantschel als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Universität Dresden und erinnerte an ein beachtliches Dunkelfeld an Unfällen zwischen Radfahrern und Fußgängern. Darüber hinaus verleite ein kombinierter Geh- und Radweg dazu, gegen die Fahrtrichtung zu radeln. In der Folge werde ein Einfädeln in den fließenden Straßenverkehr noch gefährlicher. Ohnehin stelle schon der Übergang eines von der Straße getrennten Radwegs auf die allgemeine Fahrbahn einen „absoluten Unfallschwerpunkt“ dar, wie Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek eindringlich mahnte. „Wir müssen den Neuhauser Tunnel im Zusammenhang des bestehenden sowie des geplanten Kreisels betrachten“, warb Oberbürgermeister Michael Kissel anschließend für einen umfassenderen Blick auf die Verkehrssituation.
Neue Mobilität im Nadelöhr
„Der Tunnel bildet eben nur ein kleines Mosaiksteinchen für eine neue Mobilität im bisherigen Nadelöhr“, urteilte auch der eigens eingeladene ehemalige Bürgermeister Lothar Mittag (Bündnis 90/Die Grünen) aus dem Fahrradstädtchen Rhede im Münsterland über ein kommendes Jahrhundertbauwerk. Aufgrund der Bedeutung des Neuhauser Tunnel versprach Oberbürgermeister Michael Kissel im Dialog mit der Deutschen Bahn zugunsten der Radfahrer eine Aufweitung des Tunnels von 9 auf 14 beziehungsweise 14,50 Meter statt der bislang geplanten 13 Meter Breite prüfen zu lassen. Für eine Einwohnerversammlung schlug er zudem vor, den künftigen Tunnel mit Hilfe einer virtuellen Durchfahrt jeweils aus den Blickwinkeln eines Fußgängers, eines Rad- und Autofahrers erlebbar zu machen.
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