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  • Mi., 08. Juni 2016, 18:25 Uhr
    Heutige öffentliche Sitzung der betreffenden städtischen Ausschüsse: Sicherheit für Fußgänger, Radfahrer und Motorisierte erhöhen / Breite weiterhin ungeklärt

    Neuhauser Tunnel im Fokus

    Hier entsteht bald ein „Jahrhundertbauwerk“, wie Michael Kissel die Komplettsanierung des Neuhauser Tunnels nannte. Foto: Robert Lehr


    VON FLORIAN HELFERT Kürzer, breiter und höher sowie dadurch heller und sicherer soll der vor 114 Jahren eingeweihte Neuhauser Tunnel künftig werden – nur wie breit, darüber besteht auch nach einer gemeinsamen Sitzung des städtischen Haupt- und Finanzausschusses, des Bauausschusses sowie des hinzugezogenen Ortsbeirats aus Neuhausen weiterhin Gesprächsbedarf. Nachdem die Deutsche Bahn den Neuhauser Tunnel sanieren möchte, stehen überwiegend zwei Varianten in der öffentlichen Diskussion: Entweder könnten Radfahrer wie von den städtischen Verkehrsexperten bevorzugt über zwei 1,50 Meter breite Schutzstreifen in jeweiliger Fahrtrichtung auf oder aber über einen kombinierten Geh- und Radweg separat von der Straße geführt werden.

    Radfahrer sind schneller geworden
    „Allerdings hat sich in den vergangenen Jahren die Geschwindigkeit der Radfahrer stärker an motorisierte Verkehrsteilnehmer angepasst, so dass sie im Vergleich zu Fußgängern enorm viel schneller geworden sind“, berichtete Gastreferent Sebastian Hantschel als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Universität Dresden und erinnerte an ein beachtliches Dunkelfeld an Unfällen zwischen Radfahrern und Fußgängern. Darüber hinaus verleite ein kombinierter Geh- und Radweg dazu, gegen die Fahrtrichtung zu radeln. In der Folge werde ein Einfädeln in den fließenden Straßenverkehr noch gefährlicher. Ohnehin stelle schon der Übergang eines von der Straße getrennten Radwegs auf die allgemeine Fahrbahn einen „absoluten Unfallschwerpunkt“ dar, wie Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek eindringlich mahnte. „Wir müssen den Neuhauser Tunnel im Zusammenhang des bestehenden sowie des geplanten Kreisels betrachten“, warb Oberbürgermeister Michael Kissel anschließend für einen umfassenderen Blick auf die Verkehrssituation.


    Neue Mobilität im Nadelöhr 
    „Der Tunnel bildet eben nur ein kleines Mosaiksteinchen für eine neue Mobilität im bisherigen Nadelöhr“, urteilte auch der eigens eingeladene ehemalige Bürgermeister Lothar Mittag (Bündnis 90/Die Grünen) aus dem Fahrradstädtchen Rhede im Münsterland über ein kommendes Jahrhundertbauwerk. Aufgrund der Bedeutung des Neuhauser Tunnel versprach Oberbürgermeister Michael Kissel im Dialog mit der Deutschen Bahn zugunsten der Radfahrer eine Aufweitung des Tunnels von 9 auf 14 beziehungsweise 14,50 Meter statt der bislang geplanten 13 Meter Breite prüfen zu lassen. Für eine Einwohnerversammlung schlug er zudem vor, den künftigen Tunnel mit Hilfe einer virtuellen Durchfahrt jeweils aus den Blickwinkeln eines Fußgängers, eines Rad- und Autofahrers erlebbar zu machen.

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