Fr., 07. Oktober 2016, 12:22 Uhr
SPD-Fraktion Worms zufrieden: Mehr Raum für Verkehr im Nadelöhr angestrebt / Innerstädtischen Verkehr per „Bypass“ während der Baumaßnahme aufrecht erhalten
Neuhauser Tunnel soll in Südvariante noch breiter werden
Seit die Deutsche Bahn den vor 114 Jahren eingeweihten Neuhauser Tunnel sanieren muss, um den Zugverkehr oberhalb des Bahndammes aufrechterhalten zu dürfen, sind bereits verschiedene Varianten der künftigen Baumaßnahme in den städtischen Gremien erörtert worden: „Der Neuhauser Tunnel wird breiter – sogar noch etwas breiter, wie ursprünglich von der Stadtverwaltung angedacht“, lobt SPD-Fraktionsvorsitzender Timo Horst den aktuellen Stand der optimierten Planungen. Der Vorschlag des Oberbürgermeisters Michael Kissel und des Baudezernenten Uwe Franz ist aus Sicht des SPD-Fraktionsvorsitzenden die richtige Strategie. „ Und es bleibt zu wünschen, dass die Bahn sich dem anschließt“, so Horst weiter.
Stand der Planungen
„Der Tunnel wird von neun Metern auf 14,70 Meter aufgeweitet“, zeigten sich Horst und auch Neuhausens Ortsvorsteher Uwe Merz darüber zufrieden, dass die städtischen Planer unter Baudezernent Uwe Franz dem Wunsch des Ortsbeirates nach noch mehr Breite entgegengekommen sind. Freuen dürfen sich auch Fußgänger und Radfahrer, denn so werden die Fußgängerwege jeweils auf 1,50 Meter und die Radwege mit einem Schutzstreifen auf der Fahrbahn beidseitig mit je 1,60 Meter Breite angelegt werden. Für die SPD Fraktion war besonders wichtig, dass die Fahrradfahrer nahtlos vom Tunnel durch die Kreisverkehre sicher und sinnvoll geführt werden. „Dabei helfen die zusätzlichen Meter Tunnelbreite“, freut sich Horst über die Planung, die allerdings noch vor der Bahn bestehen müsse. Der städtische Anteil an den Baukosten wird im Zuge der von den Gremien verabschiedeten Breite um voraussichtlich 1,3 Millionen Euro auf 4,8 Millionen Euro steigen, wobei die zusätzlichen Kosten von den Aufsichtsbehörden der Bahn und der Stadt erst genehmigt werden müssen.
„Bypass“ gegen Verkehrsinfarkt
Wenn allerdings im Herzen der Stadt der alte Tunnel im Bestand saniert würde, müsste er gesperrt werden. „Dann bricht der Verkehr der Innenstadt zusammen“, erklärte der eigens hinzugezogene Experte Edwin Mayer vom Ingenieurbüro Habermehl & Follmann, wie wichtig das Nadelöhr besonders zu Stoßzeiten für den Verkehr geworden ist. Entsprechend eindringlich warb Oberbürgermeister Michael Kissel in der Folge für einen „Bypass“ in Gestalt einer zweiten Unterführung südlich des heutigen Tunnels auf Höhe des dortigen Park-and-Ride-Parkplatzes.
„Der Neuhauser Tunnel bleibt dann solange in Betrieb, bis die neue Unterführung fast fertig ist“, begrüßt Horst die mehrheitlich im Bau- sowie im Haupt- und Finanzausschuss beschlossene Idee der Verwaltung. Anschließend werde der Neuhauser Tunnel verfüllt, um vor Ort keinen Raum für Vandalismus entstehen zu lassen. Vorerst bleiben allerdings die weiteren Gespräche mit der Deutschen Bahn sowie den Aufsichtsbehörden abzuwarten.