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Mo., 13. März 2017, 09:52 Uhr
HSG-Handballer verlieren mit einer teilweise unterirdischen Leistung in Bingen mit 22: 23 / Samstag gegen VTZ Saarpfalz
Nicht auf die Worte ihres Trainers gehört
Lucas Gerdon und seine Mitspieler, agierten meist zu drucklos und zeigten erst im zweiten Durchgang etwas mehr Engagement, was aber bei der HSG Rhein-Nahe mit 22:23 nicht für einen Sieg reichte. Archivfoto: Felix Diehl
Da hatte der Wormser Trainer Gerd Zimmermann seine Schützlinge vor der Partie gegen dem unbequemen und heimstarken Tabellensiebten der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar noch so gewarnt. Doch richtig zugehört haben sie wohl nicht, denn die Wahrheit auf dem Parkett der Rundsporthalle in Bingen war für die Handballer aus der Nibelungenstadt am Ende eine ganz Bittere: Ohne Esprit und Leidenschaft, aber dafür mit zahlreichen individuellen Fehlern und erfolglosen Abschlüssen verloren die Wormser bei der HSG Rhein-Nahe. Denn 22:23 (8:9) lautete der Endstand im Duell zwischen den beiden rheinhessischen Vertretern in Deutschlands vierter Liga.
Stark abgebaut
„Schlaft ihr ein da unten“? Diese Frage hallte rund zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff von der Tribüne aus in Richtung Spielfeld. Ein Wormser Anhänger, der die Reise an das Rhein-Nahe-Eck mit angetreten hatte, ärgerte sich über das zu langsame Zurückholen des Spielgeräts nach einem Pfiff der Unparteiischen. Und mit dieser Frage traf er den Nagel auf den Kopf, zumindest was die erste Halbzeit betrifft. Nach einem guten Start samt 3:1-Führung (6.) sah es eigentlich danach aus, als würden die Gäste die Punkte aus Bingen entführen. Anders als so mancher Binger Gegner im bisherigen Saisonverlauf, ließ man sich nämlich nicht aus dem Konzept bringen. Zumindest war das in der Anfangsphase der Fall. Doch mit zunehmender Spieldauer baute die Leistung der Wormser stark ab. Auch Rhein-Nahe zeigte nicht den ansehnlichsten Handball, konnte jedoch durch die variantenreichere Spielweise den frühen Rückstand egalisieren. Weil Worms mit jeder gespielten Minute schwächer wurde und sogar zwischenzeitlich nah an der Grenze zum Standhandball agierte, drehte Bingen das Rheinhessenduell. Als die Unparteiischen die ersten 30 Minuten abpfiffen, gingen die Gäste mit einem 8:9-Rückstand in die Pause. Und keiner im Wormser Lage konnte und wollte das Geschehene so recht glauben. „Unfassbar. Wir hätten auch genauso gut mit einer 5:6-Toreführung in die Pause gehen können oder gar müssen“, ärgert sich Gerd Zimmermann, der entsprechend deutlich die Probleme in der Halbzeitpause ansprach.
Nicht abgesetzt
Die Worte des Trainers zeigten nach dem Seitenwechsel offenbar Wirkung. Zwar zeigte Worms weiterhin nicht den besten Handball, jedoch wirkte die Mannschaft zumindest leicht formverbessert und vor allen Dingen leistungsbereiter. Folgerichtig machte man aus dem Rückstand Mitte der zweiten Halbzeit mit Überzahl wieder eine 15:14-Führung (43.). Als die gastgebende HSG wieder mit sechs Feldspielern agierte, war wie so oft im Spielverlauf ein Patt auf der Platte. Worms legte stets ein oder zwei Treffer vor, entscheidend absetzen konnte sich die Zimmermann-Sieben jedoch nicht. „Wir haben viel zu viele Fehler gemacht, den Ball planlos nach vorne geworfen oder unvorbereitet aufs Tor geworfen“, so Gerd Zimmermann, der damit insbesondere die Schlussphase meinte. Denn obwohl man in der 57. Spielminute mit 21:20 in Front lag, ging die Partie schlussendlich verloren. Und das durchaus verdient. Mit so einer Leistung brauchten sich Kapitän Markus Metzdorf und seine Mitspieler nicht zu wundern, dass sie am Ende als Verlierer aus der Rundsporthalle in Bingen die Heimreise antreten mussten. Gegen den Oberligazweiten VTZ Saarpfalz müssen sie am kommenden Samstag in eigener Halle Vieles besser machen und das ist sehr viel. Nicht zuletzt ihren Fans schuldig, die auch nach Bingen mitgereist waren und nicht noch einmal eine im Ganzen gesehene und teilweise unterirdische Leistung zu sehen bekommen. Denn sonst dürfte eine weitere Niederlage die Folge sein.
Die HSG spielte mit: Sascha Gieger, Thomas Elgert (Tor), Christian Kulaszewicz, Denis Markert (3), Fabian Markert (5), Lucas Gerdon (2), Kai Zimmermann (3), Jörn Christmann (2), Fabian Russ (2), Kuba Balaz (2), Jochen Schloß (3)