
Mit einer kurzen Unterbrechung um die Tausendjahrfeier präsentiert sich der Wormser Dom seit 2002 immer mit Gerüsten. Für die letzte Etappe der Außensanierung, die planmäßig noch bis zum Jahr 2032 konzipiert ist, steht aktuell auf der Südseite zum Domplatz hin ein großes Gerüst. Weitere Gerüste sind vor wenigen Wochen im Innern aufgebaut worden, um die Schutzverglasung an den gotischen Kapellen zur Südseite hin zu erneuern. Und nun wird aktuell noch ein weiteres Gerüst an der Domfassade zum Kreuzgang hin errichtet.
„Die Kreuzgangfassade bildet zusammen mit der Nikolauskapelle den letzten Bauabschnitt der Außensanierung“, erläutert Architekt Jürgen Hamm. Das Gerüst wird allerdings jetzt schon gebraucht, weil in einem nächsten Schritt das komplette Dach des Hauptschiffes auf der Südseite neu gedeckt wird. „Die Schieferung ist aus den 50er Jahren, als das Dach nach der Bombardierung der Stadt abgebrannt war. Nach über 70 Jahren weist die Dachdeckung an vielen Stellen enorme Schäden auf und muss komplett erneuert werden“, weiß Propst Tobias Schäfer zu berichten. In diesem Zuge wird auch eine eigene Dämmschicht unter die Dachkonstruktion eingebracht.
Die komplette Nordseite des Daches ist bereits erneuert. Aktuell laufen die Schieferarbeiten zwischen den Osttürmen und dem Querhaus des Domes. Dem sollen sich dann die Arbeiten am Hauptschiffdach unmittelbar anschließen. „Gerade die Schieferdeckung des Daches hat uns enorme Sorgen gemacht. Die Kosten für den Schiefer sind seit der Neueindeckung der Nordseite vor etwa zwölf Jahren explodiert und haben sich nahezu verdoppelt“, berichtet der Propst. Die Maßnahmen zur Dachdeckung der kompletten Südseite des Domes allein schlagen mit ca. 2,5 Millionen Euro zu Buche – ohne die Gerüstkosten.
Während der Aufbauarbeiten des Gerüstes im Kreuzgangbereich ist der Kreuzgang vom Platz der Partnerschaft aus nicht zugänglich – und damit auch der einzige barrierefreie Zugang nicht. „Wir sind bemüht, die Arbeiten so zügig wie möglich abzuschließen, damit auch Rollstuhlfahrer dann wieder problemlos in den Dom gelangen können“, versichert Propst Schäfer.
Die gute Nachricht: noch in diesem Jahr wird das Gerüst an der Silberkammer abgebaut: hier müssen nur noch die Fenstergitter eingebaut werden. Dann ist die bereits vor fünf Jahren eingerüstete Fassade der Silberkammer erstmals nach der Renovierung zu sehen. Und auch ein Teil des Gerüstes auf der Südseite bis zum Querhaus wird zurückgebaut, sobald hier die Dachdeckungsarbeiten abgeschlossen sind, so dass dann auch hier bald das Ergebnis der umfassenden Fassadensanierung erkennbar wird.
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