Adolf Kessel blickte beim Neujahrsempfang auf ein ereignisreiches Jahr zurück
Noch sechs Monate im Amt des Rheindürkheimer Ortsvorstehers
Ortsvorsteher Adolf Kessel berichtet über das ehrenamtliche Engagement von Manfred Weihgold. Helga Fischer und Elfriede Heinrich haben ihre Urkunden und ihr historisches Gerichtssiegel hingegen bereits erhalten.
VON FLORIAN HELFERT Bis zur Amtseinführung eines Nachfolgers oder einer gewählten Nachfolgerin versprach Adolf Kessel während seines letzten Neujahrsempfang als Ortsvorsteher im Hessischen Hof, sein Amt noch fast sechs Monate lang in gewohnter Weise weiterführen zu wollen.
Nach fast 20 Jahren als Ortsvorsteher blickte Adolf Kessel am Mittwochabend dennoch nur auf das vergangene Jahr zurück. So erinnerte er etwa daran, dass die Arbeiten an der Parallelentlastung der B 9 kurz vor Weihnachten nach sieben Jahren Bauzeit abgeschlossen worden seien. „Die nächsten Monate werden zeigen, ob die erwünschte Entlastung tatsächlich eintritt“, erklärte Kessel. Anschließend widmete er sich zudem beispielsweise dem Lückenschluss der Radwegeverbindung zwischen Osthofen und der Mittelrheinstraße. „Hier fehlen nur wenige hundert Meter befestigte Wegfläche, um bequem die Einkaufsmärkte in Osthofen zu erreichen“, sagte das künfige Stadtoberhaupt.
Prioritätenliste für Baumaßnahmen gefordert „Unsere evangelische Kindertagesstätte Arche Noah ist bis auf den letzten Platz belegt“, fuhr Kessel mit einem neuen Thema fort, „und es gibt zudem lange Wartelisten“. Um die Kita baulich zu ertüchtigen und zu erweitern, sollte ein Containergebäude als Ausweichquartier für die Dauer der Sanierung dienen. Doch obwohl bereits Bäume für die Container als vermeintlicher Startschuss für die Baumaßnahme gefällt wurden, verzögert sich das Projekt, wie der unzufriedene Ortsvorsteher darlegte. „Wir brauchen eine verbindliche Prioritätenliste aller geplanten Bau- und Sanierungsmaßnahmen“, bekräftigte er auch angesichts der Rheindürkheimer Grundschule erneut seine Forderung aus dem Wahlkampf.
Tragödien am Rhein Große Anteilnahme verursachten zudem die tragischen Unglücksfälle am Rhein: „Die traurigen Todesfälle verdeutlichen“, so Adolf Kessel, „dass das Baden und Schwimmen im Rhein sogar in Ufernähe lebensgefährlich sein kann“. Warnschilder seien aufgestellt sowie die vor Ort lebenden Flüchtlinge nochmals eindringlich auf die Gefahren hingewiesen worden.
Randalierer bei Kerwe ausgebremst Zur Sicherheit und Ordnung wusste Adolf Kessel darüber hinaus einen Bogen von verbotswidrig parkenden Gästen des Naturschutzgebietes, welche obendrein auch noch gerne ihren Müll in der Rheinaue hinterlassen würden, bis hin zu randalierenden und betrunkenen Besuchern der Kerwe zu spannen. „Im vergangenen Jahr haben wir erstmals einen privaten Sicherheitsdienst zur Kontrolle während der Kerwe eingesetzt“ schilderte Kessel. Auch dank verstärkter Präsenz des Ordnungsamtes sowie der Polizei konnten die Ausschreitungen der vergangenen Jahre nach Angaben des langjährigen Ortsvorstehers vermieden werden.
Leistung und Vertrauensbeweis „Fast 80 Prozent der Stimmen bei den OB-Wahlen erreicht man nur, wenn man stetig Leistung gebracht und Vertrauen gewonnen hat“, lobte Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek in einem kurzen Grußwort und bezeichnete Rheindürkheim als „gute Lernjahre“ für das Amt an der Spitze der Stadt. „Auf einen Oberbürgermeister aus Rheindürkheim kann Rheindürkheim stolz sein!“, rief Kosubek abschließend in den Saal.
Abgerundet wurde der Neujahrsempfang sowohl von einem Besuch der Sternsinger als auch vom Gitarren- und Gesangsduo „Ajoh“ bestehend aus Vater Horst-Gerhard und Sohn Jörg Dehmel – und von zahlreichen Gesprächen bei einem guten Glas Wein.
Geehrt wurden Helga Fischer für ihr bis 2015 über 19 Jahre andauerndes Engagement im Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde, Elfriede Heinrich für das jahrzehntelange Führen der Kollektenkasse der evangelischen Kirchengemeinde beziehungsweise auch als eine der beiden Ideengeberin zugunsten einer inzwischen seit 50 Jahren bestehenden Turnstunde für Frauen sowie Manfred Weihgold als seit Mitte der 80er Jahre tätiger Kassenwart des Männergesangvereins. Für ihr großes Verständnis erhielt auch dessen Ehefrau Edeltraud Weihgold einen Blumenstrauß.