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  • Mi., 05. Mai 2021, 22:18 Uhr
    STADTENTWICKLUNGSKONZEPT MOBILITÄT: Planfallbetrachtung 5d dient als als Berechnungsgrundlage für das Verkehrsprognosemodell 2030

    „Nur ein erster Meilenstein“

    Ambitioniertes Vorhaben: Bis 2030 soll der Radverkehrsanteil in Worms auf 25 Prozent steigen. Foto: Pixabay


    VON STEFFEN HEUMANN | Auf Grundlage der bisherigen Prognose-Modellberechnungen und den Ergebnissen der 2020 durchgeführten Bürgerbeteiligung soll der Planfall 5d als Grundlage für die Berechnung des Verkehrsprognosemodells 2030 des Stadtentwicklungskonzepts Mobilität dienen. Bereits Ende 2014 hatte der Stadtrat die Vergabe für die Bearbeitung der Fortschreibung des Verkehrskonzeptes der Stadt Worms zu einem umfassenden Stadtentwicklungskonzept Mobilität Worms an das Ingenieurbüro Habermehl & Follmann beschlossen. Am Mittwoch wurde der Weg bei 6 Enthaltungen und einer Gegenstimme mehrheitlich für den Start der Untersuchung geebnet. Durch Investitionskosten von über 31 Millionen Euro soll das Ziel, den Radverkehrsanteil in Worms auf 25 Prozent zu steigern, erreicht werden.

    Marco Schreiber, CDU, wertete das als wichtigen Meilenstein nach langer Diskussion, aber mit einem breiten Konsens. „Allerdings nur ein erster Meilenstein“, schränkte verkehrspolitische Sprecher ein. Die Neuberechnung und Maßnahmen gelte es nun mit Leben zu füllen. Zeitnah müssten weitere Punkte diskutiert werden. Nicht zuletzt bei der Debatte um die Radwege habe sich gezeigt, dass man ohne die erforderlichen Umweltprüfungen (hierfür gab der Stadtrat bereits im September grünes Licht) keinen Schritt vorankomme. Mit Blick auf die Radverbindung zwischen Abenheim und Herrnsheim gingen die Kommunalpolitiker zunächst davon aus, dass ein Gutachten über die die Umweltverträglichkeit erst wieder im nächsten Frühjahr möglich sei, da die Vegetationszeit bereits im vollem Gange sei. Im Umweltausschuss wurde jetzt darauf verwiesen, dass Untersuchungen doch noch im Mai aber auch im Juni beginnen könnten.

    Angebote schaffen

    Alfred Koch mochte seitens der FDP der Sache nicht im Wege stehen. Eine entsprechende Angebotsstruktur müsse in jedem Fall geschaffen werden, aber auch in den Köpfen sollte ein Umdenken stattfinden. „Damit Radfahrer nicht ständig Fußgängerwege nutzen.“ Auch Ludger Sauerborn, AfD, stimmte zu. „Als Radfahrer habe ich da so meine Bedenken“, warnte Sauerborn vor allzu großen Erwartungen, da Massen es sicher nicht gelingen werde, dass die breite Masse auf das Fahrrad als Verkehrsmittel umsteige. Timo Horst, SPD, entgegnete, dass zunächst das Vorhalten von Angeboten notwendig sei und keine leere Hülle ohne Inhalt. Die Verwaltung arbeite bereits an der Umsetzung von Ideen. Auch habe die Bürgerbefragung im Großen und Ganzen das Konzept bestätigt.

    Positive Kommunikation statt Zwang

    „Der Beschluss kommt natürlich zu spät, aber musste trotzdem getroffen werden“, meinte Richard Grünewald, Die Grünen, „da die Politik erst die Variante wählen muss, ehe die Verwaltung loslegen kann“. Dass die Mobilität umgekrempelt werden müsse, gelte es positiv zu kommunizieren, so Grünewald. „Wir wollen eine lebenswerte, gesunde und klimafreundliche Stadt“, unterstrich Richard Grünewald. Das dürfe kein Zwang sein, setzte aber voraus, dass es gute Angebote gibt. Jürgen Neureuther, FDP, nahm erneut die Radzuwegungen zwischen Pfiffligheim und Pfeddersheim ins Visier. Bei den Planungen müsse man auf alle Fälle die Krankenhaus-Tangente integrieren. Diese sei nach wie vor nicht abgeschrieben, so Neureuther, „und sogar unausweichlich, damit die Stadt nicht vom Verkehr erdrückt wird.“ Generell wolle er sich aber nicht vorschreiben lassen, welche Art von Verkehrsmitteln er benutzten soll.

    Mobilität gemeinsam anschieben

    Mathias Englert, FWG/Bürgerforum, warf ein, dass man die Absprache nicht im „Klein-Klein“ zerreden dürfe, sondern eine gemeinsame Marschrichtung festlegen sollte. „Es muss losgehen, wir müssen das Thema Mobilität gemeinsam anschieben, Details lassen sich später nachverhandeln“, ergänzte Englert. Dass man durch Pfützen fahren müsse, biete wenig Anreiz zum Umsteigen auf das Fahrrad, betonte Dr. Klaus Karlin, CDU. Nach der Investition von 5 bis 10.000 Euro für Gutachten, habe man ein Ergebnis und wisse, welche Routen näher betrachten werden sollten. „Jetzt gemeinsam den Ausbau angehen“, lautete der abschließende Appell von Christian Engelke, Die Grünen.

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