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  • Do., 21. August 2014, 18:49 Uhr
    Der SV Horchheim kämpft seit dem Brand vor drei Jahren und der Installation einer Photovoltaikanlage um ein „dichtes“ Dach / Kein Ende abzusehen

    Nur ein Wunsch: „Endlich wieder ein intaktes Dach!“

    Das Dach des Mehrzweckgebäude des SV Horchheim ist seit 2011 undicht. Auf der Seite an der das Gerüst steht, befand sich die Photovoltaikanlage. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Das Unglück begann für den SV Horchheim im Februar 2011 als die Vereinsgaststätte mit der angegliederter Mehrzweckhalle brannte und das Gebäude komplett saniert werden musste, da es bis auf die Grundmauern beschädigt war. Doch mit Hilfe der Mitglieder und Unterstützer konnten die Arbeiten bis April des Jahres abgeschlossen werden. Es herrschte große Freude und Erleichterung, doch dann sollte der Ärger beginnen, der sich als eine Art Leidensgeschichte bis heute hinzieht. Der Verein entschloss sich eine Photovoltaikanlage auf der Seite des bereits fertig gebauten Satteldaches zu installieren, die der Sonne zugewandt ist. Mit dem EWR wurde ein entsprechender Vertrag geschlossen. Kurz darauf erfolgte die Installation der Photovoltaikanlage auf dem Dach durch eine Fremdfirma. Das EWR hatte einen Subunternehmer beauftragt, der wiederum einen Subunternehmer verpflichtete. Die Anbringung der Anlage auf dem Dach führte also ein „Subsubunternehmer“ durch. Wobei das EWR dazu erklärte, dass die Vergabe der Installationsarbeiten die gängige Praxis sei, das EWR selbst nie Anlagen installiert.

    Nur kurze Freude

    Bereits wenige Wochen nach der Installation der Photovoltaikanlage im Mai 2011 bemerkten die Vereinsmitglieder, dass durch das Dach Wasser eindringt. Allerdings nur auf der Dachseite, auf der die Photovoltaikanlage montiert war. Daraufhin erfolgten, so Vorstandsvertreter des SV Horcheim gegenüber dem NK, Gespräche zwischen dem SVH, dem EWR und dem Dachdecker. Die Vereinsvertreter äußerten dabei den Verdacht, dass die Anlage falsch montiert sei, da sie nicht an den Stahlträgern des Daches verschraubt worden sei, sondern nur an dem 0,7 mm dünnen Blech des Daches und dem sich darunter befindenden PU-Schaum. Durch stärkeren Wind geriet die Anlage wohl in leichte Schwingung, wodurch sich die Bohrlöcher im Blech weiteten und so Wasser eindringen konnte.
    Mit allen Beteiligten wurde bei dem oben genannten Treffen vereinbart, dass das Dach abgedichtet werden sollte, was geschah. Doch stellte sich nicht der erhofft Erfolg ein, sondern das Dach blieb undicht, ja, die Situation verschlimmerte sich und immer mehr Regenwasser tropfte durch das Dach und sickerte ins Mauerwerk. Nach Aussage der Vertreter des SVH gegenüber dem NK habe im März 2012 ein Gutachter des EWR in eine 16 Seiten umfassenden Stellungnahme präsentiert. Danach habe es große Fehler bei den Dachdeckerarbeiten gegeben und nur kleinere bei der Installation der Photovoltaikanlage. Der SVH habe dies nicht akzeptiert, da der Verein die Ursache für die Wasserschäden bei der Photovoltaikanlage sieht, und 2013 einen Rechtsanwalt eingeschaltet, damit er die Interessen des Vereins vertritt - währenddessen weiter Wasser in die Halle eindringt.

    2013 Abbau der Anlage

    Zu einem Gerichtsverfahren kam bis heute aber nicht, vielmehr ist der Streit immer noch in der Phase der Beweissicherung. Im August 2013 hat das angerufene Gericht dann einen neuen bzw. zweiten Gutachter beauftragt, der seine Untersuchung im November 2013 abschloss und das Ergebnis präsentierte. Dieses Ergebnis sah es genau „andersherum“ wie das vorangegangene. Es sah die Hauptursache für das Eindringen des Wassers bei der fehlerhaften Installation der Photovoltaikanlage und nur ganz geringe Versäumnisse bei den Dachdeckerarbeiten. Das zweite Gutachten, so die Vertreter des SVH gegenüber dem NK, habe sogar eine Gefahr für „Leib und Leben“ festgestellt, wenn die Photovoltaikanlage weiter auf dem Dach bleibe. Im Dezember 2013 wurde sie daher wieder abgebaut. Gegenüber dem NK sagte der Geschäftsführer der „EWR Neue Energie GmbH“ Heribert Wilde, dass das EWR das zweite Gutachten anerkannt habe, dass die Undichtigkeit des Daches zum größeren Teil durch die Installation die Photovoltaikanlage zustande gekommen sei. Das EWR habe daher entschieden zunächst die Kosten für das neue Dach zu übernehmen, egal, wer letztlich dafür aufkommen muss.

    Erneute Verzögerung

    Der SV Horchheim war glücklich über die Entscheidung des EWR und plante den Neubau der einen, undichten Dachhälfte für den August 2014. Das neue Dach wurde bestellt und ist bereits angeliefert. Vom 4. bis 14 August 2014 waren die Arbeiten vorgesehen, sodass der SV Horchheim sein Jugend-Feriencamp ab dem 25. August durchführen konnte. Doch daraus wurde nicht, da der Subsubunternehmer das Gutachten plötzlich nicht anerkannte und ihm widersprach. Hintergrund ist hierbei die Frage, wer letztlich die Kosten für das neu Dach tragen muss. Und dies könnte der „Subsubunternehmer“ sein.
    Jetzt muss der Gutachter seine Ergebnisse des Gutachten nochmals bestätigen und dem Gericht vorlegen. So lange dieses Beweissicherungsverfahren läuft, kann das alte, undichte Dach nicht abgebaut und das neue installiert werden. Für den SVH bedeutet dies, der Ärger und die Ungewissheit geht weiter, das Restaurant hat Einbußen und große Veranstaltungen können im Saal nicht durchführt werden.

    Bedauern bei EWR

    Heribert Wilde vom EWR bedauerte gegenüber dem NK, dass ein beteiligtes Unternehmen alle Rechtsmittel bis zum „geht nicht mehr“ ausreizt und so die Erneuerung des Daches beim SVH verhindert. Das EWR bleibe aber dabei, die Kosten von rund 30.000 Euro für das neue Dach zunächst zu übernehmen, unabhängig, wer letztlich dafür geradestehen muss. Weiter wies Heribert Wilde darauf hin, dass das EWR schon sehr viel Photvoltaikanlagen in Auftrag geben habe und dies der einzige Fall sei, bei dem es zu Schwierigkeiten gekommen sei.

    Bleibt für den SV Horchheim nur zu hoffen, dass die Beweissicherung möglichst rasch abgeschlossen wird und der Verein endlich, nach über drei Jahren, ein neues Dach erhält.

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