Wie ernst nehmen die Bundestagskandidaten die Sorgen der Bürger? Die BI gegen den Flomborner Strahlenmast wollte es genau wissen. Sie entwarf einen Fragenkatalog und verschickte ihn. Das Ergebnis ist eindeutig. Von den fünf angeschriebenen Direktkandidaten (CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke) hat sich nur einer gekümmert: Jan Metzler von der CDU.
Er kam zu einem Informationsaustausch. Am Ende sagte er „Danke“, denn die Strahlenproblematik durch Mobilfunk war ihm so nicht bekannt. Zur Erinnerung: In Flomborn wurde ohne die Anwohner auch nur zu informieren ein Mobilfunkmast auf dem Raiffeisengelände installiert. Seitdem werden die Anwohner rund um die Uhr bestrahlt. Schulzentrum, Kinderkarten und Spielplatz liegen nur unweit von der Strahlenquelle entfernt.
Von der Weltgesundheitsorganisation WHO bis zu deutschen Gerichten weiß man längst um die potentiellen Gefahren von Mobilfunkstrahlen – nur in das Bewusstsein von Bürgern und vielen Politikern ist das noch nicht vorgedrungen. Deshalb ist die Flomborner BI von dem Ergebnis ihrer Umfrage nicht überrascht. Bei einer ähnlichen Aktion waren die Obleute des Umweltausschusses im Bundestag angeschrieben worden. Damals hatte nur die Linke geantwortet – und dies sehr kompetent.
„Es kommt nicht auf politische Farbe an, es kommt darauf an, ob man für Neues offen ist oder nicht“, heißt es bei der BI. Und: „Wir sind als Verein politisch neutral und geben keine Wahlempfehlungen ab.“ Aber: Es ist bei den Direktkandidaten der Parteien wie bei den Gefahren durch Mobilfunkstrahlen: Manchmal sprechen die Fakten einfach für sich.