OB Kissel hofft auf Bewegung im Tarifstreit der Kitas
Oberbürgermeister Michael Kissel.
Nachdem Elternvertreter aus den bestreikten Kindertagesstätten an Oberbürgermeister Michael Kissel herangetreten waren und ihn um Unterstützung gebeten hatten, hat dieser sogleich reagiert und die Eltern schriftlich über den aktuellen Stand der Dinge informiert. Die Mitgliederversammlung des VKA (Verband kommunaler Arbeitgeber in Frankfurt) tage heute, um über den Fortgang der Tarifverhandlungen für die Erzieherinnen in Kindertagesstätten zu beraten, berichtete der Stadtchef.
„ver.di ist auf die bisher vorgelegten Angebote des VKA nicht eingegangen. In den Verhandlungen geht es entgegen der öffentlichen Wahrnehmung nicht um eine „Lohnrunde“, sondern vielmehr um die Entgeltordnung für diese Berufsgruppe, also die Bewertung bestimmter Tätigkeitsmerkmale und Funktionen und die daraus folgende Eingruppierung“, heißt es in dem Schreiben des Oberbürgermeisters.
Der VKA habe die Bedeutung der pädagogischen Herausforderungen in den Kitas gewürdigt und in den bisherigen Verhandlungen (um nur einige Beispiele zu nennen) insbesondere angeboten: die Arbeit in Kita-Gruppen mit beeinträchtigten Kindern (Inklusion); die Arbeit in Gruppen mit Bedarf an Sprachförderung sowie die Bewertung von Leitungsaufgaben, insbesondere in kleinen KiTas höher zu bewerten und in der Eingruppierung zu berücksichtigen.
ver.di hingegen fordere eine generelle Höhergruppierung von der Tarifstufe S 6 in S 10, also eine Erhöhung um vier Gehaltsstufen, was einer Gehaltssteigerung von rund 20 Prozent entsprechen würde. „Eine solche Forderung ist in der bisher von ver.di propagierten Absolutheit natürlich nicht akzeptabel, weil damit die gesamte Vergütungsarithmetik im öffentlichen Dienst und insbesondere zu artverwandten Berufsgruppen (Kranken- und Altenpflege, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter), aber auch im Verhältnis zu anderen Berufsgruppen aus der Balance geraten würde, von den zusätzlichen finanziellen Auswirkungen für die Kommunen ganz abgesehen“, macht der OB deutlich.
Solange ver.di von diesen Maximalforderungen nicht abrücke und an den Verhandlungstisch zurückkehre, kämen die Verhandlungen nicht zielführend voran. „Trotzdem dürfen wir gespannt sein, ob heute Bewegung in die Thematik kommt. Ich hoffe im Interesse der Kinder und ihrer Eltern, die unter dem Streik zu leiden haben, dass ver.di sich endlich bewegt und zu konstruktiven Gesprächen bereit ist“, schreibt OB Kissel und verspricht, die Eltern über neue Informationen auf dem Laufenden zu halten.