In Anlehnung an die Startveranstaltung der VG Wonnegau zum Thema "Hilfe für die Flüchtlinge" im Februar trafen sich Unterstützer der Flüchtlinge in Dittelsheim-Heßloch. Vertreter beider Kirchen, Pfarrerin Rita Schaab und Diakon Reinhold Lang sowie Lothar Renz von der Verbandsgemeinde Wonnegau kamen am 26. März im Haus Sankt-Sebastian zusammen.
In lockerer Runde wurde zunächst Allgemeines zur bisher bekannten Situation der in Dittelsheim-Heßloch wohnenden Flüchtlinge besprochen, ehe konkrete Maßnahmen andiskutiert wurden. Herr Renz berichtete über die alltäglichen Aufgaben in der kommunalen Organisation für die Hilfsbedürftigen und über die Vorstellungen der VG, wie die Bürger der Verwaltung unterstützend zur Seite stehen können. Überwältigt sei man beispielsweise gewesen, wie innerhalb von 24-Stunden der Fahrdienst für den Ferien-Kindersprachkurs in Osthofen im "Mail-Verteilerkreis" der Unterstützer organisiert wurde.
Auch wenn es immer wieder kleine positive Schritte für die nach Deutschland geflohenen Personen gibt, ist der Bedarf für die Unterstützung der einzelnen Familien und Gruppen groß. So ist es dringend wünschenswert, wenn sich jemand in regelmäßigen Abständen in die Familie begibt und dort wahrnimmt, was an Alltagsproblemen ansteht. Die unterschiedlichen Sprachen und Kulturen erschweren oft die Verständigung.
Ein weiterer Schwerpunkt stellt die Organisation von Deutschunterricht sowohl für die Kinder als auch für die Erwachsenen dar. Positiv zu erwähnen ist, dass einige Mitbürger dem Ruf der Grundschule aus Dittelsheim-Heßloch folgten. Sie wollen in Absprache mit den Lehrkräften besonders die Kinder der Flüchtlinge unterstützen, Grundlagen der deutschen Sprache zu erlernen. Die Hilfe für die Kinder ist wichtig und unersetzlich, da den zum Teil traumatisierten Kinder schnell ein Einleben in der neuen Umgebung gewährt werden muss. Zudem wirkt die Hilfe für die Kinder auf die Eltern weiter.
Diakon Lang berichtet von seinem Alltag der Betreuung. Er betreut schon länger vier junge Männer, die teilweise innerhalb eines Jahres sehr große Fortschritte in Sprache und Selbständigkeit machten und mittlerweile auf eigene Faust versuchen, eine Lehrstelle in Bereichen zu finden , in denen Hände ringend Arbeitskräfte gesucht werden. Für ihn stellt aber nach wie vor ein großes Problem die "Beschäftigungslosigkeit" für die Flüchtlinge dar, die gerne arbeiten würden, aber nicht für den ersten Arbeitsmarkt zugelassen sind. Von Seiten der Kommune werde man da im Laufe des Sommers tätig und wolle versuchen dieses Problem mit der Verrichtung gemeinnütziger Arbeit wenigstens ansatzweise zu lösen, so berichtete Herr Renz.
An diesem Abend stellte unter anderem eine erfahrene Deutschlehrerin ihre Zeit nach der Pensionierung zur Verfügung und wird nach den Sommerferien zu Flüchtlingsfamilien gehen und dort Kindern beim Erlernen der deutschen Sprache helfen.
Ein weiteres Thema war die Gefahr der eigenen Überbelastung. Manchmal gerät man an die persönlichen Grenzen seiner Hilfsbereitschaft. Ungeduld ist dabei ein wichtiger Indikator.
Hilfreich und wichtig in der Begegnung mit fremden Menschen ist, den eigenen und fremden Denkmustern auf die Spur zu kommen, eine Fortbildung zum Thema "interkulturellen Verstehen bzw. Missverstehen" könnte das thematisieren.
Am Ende des Abends wurde eine weitere Person gefunden, die sich zukünftig einer Familie annehmen möchte, wobei es sich als empfehlenswert zeigte, die Unterstützung auf mehrere Schultern zu legen. Deswegen sind die Kirchengemeinden sowie die Verbandsgemeinde weiterhin hoch erfreut, wenn sich noch mehr Personen mit „Zeit“ fänden, und diese von Leid und Armut gezeichneten Menschen zu begleiten. Kontaktstellen sind die VG Wonnegau sowie die evangelische und katholische Kirche in Dittelsheim-Heßloch.
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