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Mo., 21. Oktober 2019, 16:59 Uhr
Handball Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar Frauen: Für die TG Osthofen ist Klassenprimus HSG Wittlich bei 15:28-Heimpleite mehr als eine Nummer zu groß
Offensiv fehlt die Kreativität
Weil die enorm clever verteidigende HSG Wittlich die Anspiele an den Kreis schon im Keim erstickte, musste TGO-Spielmacherin Christina Fahrnbach häufig selbst – und dabei meist erfolglos – aus dem Rückraum ran. Foto: Felix Diehl
VON JÜRGEN JAAP | Für manche Enttäuschung ist ein Schuss Selbstironie ein richtig gutes Heilmittel. „Danke, dass ihr alle bis zum Schluss geblieben seid!“ Die Ansprache von Mannschafts-Kapitänin Kristina Graf an das treue Handball-Publikum der TG Osthofen wirkte nach der glatten 15:28-Pleite der TGO-Frauen gegen die HSG Wittlich fast schon wie eine Entschuldigung für das harmlose Spiel ihrer Truppe im ungleichen Duell mit dem Tabellenführer der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar der Handball-Frauen. Bereits zur Pause war das Match bei einem 9:15-Zwischenstand entschieden. Von Spannung keine Spur. Dafür fehlte es den Gastgeberinnen im Angriff schlichtweg an Durchschlagskraft.
Kein einziger TGO-Treffer vom Kreis
„Offensiv hat nicht viel geklappt“, fasste Marcus Otterstätter das größte Manko seiner Mannschaft zusammen. Der Trainer der TG Osthofen relativierte die deftige Niederlage aber auch zugleich: „Wir wussten, dass es sehr schwer wird. Im Endeffekt war Wittlich einfach besser.“ Etwas Pech im Abschluss kam ebenfalls noch hinzu, landeten die ersten vier Würfe der TGO-Angreiferinnen allesamt am Pfosten oder der Latte, während Wittlich schnell auf 0:3 wegzog (4.). Zwar kämpfte sich Osthofen in ihrer besten Spielphase zu Beginn auf 6:6 heran (11.), doch bald wurde offenbar, dass der TGO-Angriff die Schnittstelle zwischen Rückraum und Kreis nicht schließen konnte. „Wittlich hat unser Kreisspiel konsequent und früh unterbunden“, sah Marcus Otterstätter ein versuchtes Anspiel nach dem anderen von Christina Fahrnbach oder Mona Schmitt auf die Kreisläuferinnen Kristina Graf und Michelle Köhler in den Händen der Spielerinnen der HSG Wittlich verschwinden. Im kompletten Match gelang Osthofen kein einziger einfacher Treffer direkt vom Kreis.
Gute Defensiv-Arbeit verhindert Desaster
So nahm die klare 15:28-Niederlage vor dem Wechsel und danach ihren logischen Lauf. Wittlich nutzte die TGO-Fehlpässe zu insgesamt neun Toren bei Gegenstößen. Über 9:15 zur Halbzeit und 10:22 (38.) zogen die ambitionierten Frauen aus der Südeifel uneinholbar davon. „Ei, ei, ei, ei, ei“, stöhnte da manch ein TGO-Handball-Fan ob der Chancenlosigkeit der Gastgeberinnen. Immerhin: Die TGO-Frauen hielten das drohende Debakel mit einer kämpferisch starken Defensiv-Arbeit in Grenzen. Und auch die Außenspielerinnen Constanze Schnaubelt über rechts und Jasmin Bott über links wussten durchaus zu überzeugen. Da allerdings aus dem Rückraum und über den Kreis nicht viel Kreatives zustande gebracht wurde, blieb Kristina Graf am Ende nur die Abbitte beim treuen TGO-Anhang – verbunden mit der Hoffnung, den negativen Lauf mit drei bitteren Pleiten in Serie im Auswärtsspiel am Samstagabend (18 Uhr) beim TSV Kandel endlich beenden zu können.