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  • Do., 18. Juni 2015, 18:41 Uhr
    Ein jahrzehntelanger Wunsch des VfR Wormatia geht in Erfüllung / Sieben Heimspiele bis November müssen auswärts ausgetragen werden

    Offizieller Spatenstich in der EWR-Arena für neues Hybridrasen-Spielfeld

    Mit dem offiziellen Spatenstich durch OB Michael Kissel, Gunter Fischer, Tim Brauer und Gerd Vogt von der städtischen Sportförderung begannen offiziell die Arbeiten in und oberhalb der Erde zum Bau des neuen Rasenplatzes in der EWR-Arena. Foto: Klaus Diehl


    VON KLAUS DIEHL „Anpfiff“ hieß es am Mittwoch in der EWR-Arena – zwar nicht für ein Fußballspiel, jedoch mit dem offiziellen Spatenstich für die lang ersehnte Rasensanierung. Rund 700.000 Euro wird die Stadt dort insgesamt investieren. Vom Land gibt es einen festen Zuschuss in Höhe von 250.000 Euro – vor allem deshalb, weil im Zuge der Rasensanierung auch die Laufbahn und die Weitsprunganlagen, die vornehmlich für den Schulsport genutzt werden, erneuert werden. Der Eigenanteil des Vereins Wormatia für den Umbau der Rasenfläche liegt bei 20 Prozent.

    Wenn voraussichtlich ab  November – je nach Witterung – dann der neue Rasen bespielbar sein wird, gehören Unmutsäußerungen der Wormatia-Spieler aber auch der Gastmannschaften über einen holprigen, tiefen und nur schwer bespielbaren Rasen der Vergangenheit an. Spätestens bei Einbruch der nassen und kälteren Jahreszeit war ein gepflegter Fußball auf dem weit über 60 Jahre alten Rasen ohne richtige Drainage einfach nicht mehr möglich. Vor allem die große Regenwurmpopulation, die sich im Wormatia-Rasen eingenistet hatte, habe dem Verein immer wieder Probleme bereitet, erinnerte Oberbürgermeister Michael Kissel an die Diskussionen in jüngster Vergangenheit. „Das Würmer-Problem werden wir mit der Sanierung abstellen können“, ist sich der Stadtchef sicher.

    Drainage-Entwässerungssystem und Versenkberegnungsanlage

    Mit dem neuen Entwässerungssystem soll der Platz „trockengelegt“ werden. Ein Drainage-Entwässerungssystem und eine Versenkberegnungsanlage wird direkt an den Kanal angeschlossen, so dass das Wasser unproblematisch abfließen kann. Hierfür hat die Stadt bereits 200.000 Euro investiert. Auch auf der eigentlichen Spielfläche haben die Arbeiten längst begonnen. Vom alten Rasen ist nichts mehr zu sehen, nachdem der Verein ihn als Eigenleistung abgetragen hat und 30 Zentimeter Tragschicht dafür abgeschoben wurden. „Der Untergrund werde nun vermörtelt, um der Fläche Stabilität zu verleihen”, erläuterte Barbara Schwickert, zuständige Projektleiterin der Abteilung Grünflächen und Gewässer, die nächsten Schritte. Darauf kommt eine kunstfaserverstärkte Rasenschicht, der sogenannte Hybridrasen mit dessen Einsaat man Ende Juli hofft.

    Dieser muss gut anwachsen. Danach beginnen die Arbeiten an der Laufbahn und den Weitsprunggruben. Die Schulsportanlagen könnten bis Ende September fertiggestellt sein, sofern auch hier die Witterung weiter mitspielt. Wenn alles optimal verläuft, dürfte die neue Rasenfläche im Verlauf des Monats November bespielbar sein.

    Bis dahin muss die Wormatia ihre Heimspiele (wahrscheinlich sieben) auf einem Ausweichplatz austragen. Dafür hat man den Rasenplatz der TSG Pfeddersheim oder das Südwest-Stadion in Ludwigshafen im Auge. Wann und wo gespielt wird, kann erst entschieden werden, wenn der neue Spielplan vorliegt und wie die einzelnen Spiele auch hinsichtlich der geforderten Sicherheitsauflagen eingeordnet sind. „Das bedeutet für uns eine logistische Herausforderung“, so Wormatia-Vorsitzender Tim Brauer. Der Verein sei aber froh, dass die Arbeiten nun begonnen haben. „Wir hegen bereits seit Langem den Wunsch nach einer neuen Rasenfläche. Dass sich nun eine Landesförderung aus der Symbiose von Schul- und Vereinssport ergibt, ist eine glückliche Entwicklung“, freut sich Brauer.

    Aufwertung für Sportstadt

    Dass die Sanierung der Rasenspielfläche und der angrenzenden Laufbahn von großer Bedeutung sind, darin waren sich OB Kissel und Gunter Fischer vom Innenministerium, Abteilung Sport, der zum Spatenstich nach Worms gekommen war, einig: „Der Sport und die Stadt insgesamt werden mit der Maßnahme aufgewertet. Das Stadion ist ein wichtiger Bestandteil für die Wormser Sportinfrastruktur.“ Beide hoffen, dass sich die Rasensanierung auch sportlich bemerkbar macht und freuen sich auch als Fans auf die neue Saison und weitere sportliche Erfolge der „Alten Dame Wormatia“. Übrigens: Die Regenwürmer haben eine neue Heimat gefunden. Sie wurden in das Erdlager in Neuhausen umgesiedelt.
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