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  • Mi., 01. April 2020, 17:56 Uhr
    WORMS: Neue Corona-Ambulanz nimmt Betrieb auf

    Ohne Termin und Überweisung

    Das Projekt „Corona-Ambulanz“ ist, auch wenn die Container so unscheinbar wirken, eine Mammutaufgabe für die Beteiligten.


    Vier von außen unscheinbar wirkende Container auf dem vorderen Parkplatz des Bildungszentrums bedeuten für Wormser Bürger mit Atemwegserkrankungen ab sofort eine große Erleichterung: Ihnen steht mit der mobilen Ambulanz eine zentrale Anlaufstelle für Untersuchungen und Behandlungen ihrer Beschwerden zur Verfügung.

    Im Inneren der Container wird vor allem eines deutlich: Hygienemaßnahmen sind das A und O.  Das medizinische Personal ist mit der notwendigen und momentan so raren Schutzbekleidung ausgestattet, auch Desinfektionsmittel stehen in ausreichender Menge zur Verfügung. Die Abwicklung der Patientenaufnahme unterscheidet sich ebenfalls sehr deutlich von „gewöhnlichen“ Arztpraxen: Wer sich in der Ambulanz vorstellen möchte, benötigt vorerst keinen Termin und auch keine Überweisung, sondern kann die mobile Praxis an jedem Werktag zwischen 16 und 18 Uhr aufsuchen.

    Kein Kontakt zu anderen Patienten

    Ein klassisches Wartezimmer gibt es nicht, stattdessen warten die Patienten im Auto, bis sie aufgerufen werden. Kontakt zu anderen Menschen soll dadurch vermieden werden. Direkten Kontakt haben die Patienten ausschließlich zu dem speziell ausgestatteten medizinischen Personal.

    Die Anmeldung der Patienten erfolgt durch die Autoscheibe, ähnlich wie bei einem „Drive in“. Freiwillige Helfer weisen die anfahrenden Fahrzeuge ein und kommunizieren mit den Patienten ausschließlich mit erforderlichem Sicherheitsabstand und durch die Autoscheibe. Zudem sollen künftig Absperrgitter verhindern, dass Patienten versehentlich auf das weitere Schulgelände einfahren.

    Mammutaufgabe für die Beteiligten

    Das Projekt „Corona-Ambulanz“ ist, auch wenn die Container so unscheinbar wirken, eine Mammutaufgabe für die Beteiligten. Innerhalb kürzester Zeit galt es, einen Standort zu finden, der möglichst zentral gelegen ist, mit dem Pkw angefahren werden kann und zudem über die notwendige Infrastruktur – etwa Ver- und Entsorgung – verfügt.

    Ins Auge gefasst hatten die Verantwortlichen im städtischen Stab zunächst die  BIZ-Sporthalle. Diese erwies sich jedoch aus verschiedenen Gründen als weniger praktikabel. Die Patienten hätten hierfür beispielsweise einen weitaus größeren Teil des Schulgeländes überqueren müssen. Auch die Umwandlung der Halle in eine mit starken Desinfektionsmitteln leicht zu reinigende Ambulanz hätte einen größeren Aufwand bedeutet und deshalb sehr viel mehr Zeit in Anspruch genommen.

    Dankbar für schnelle Lösung

    Dem städtischen Katastrophenschutz gelang es, innerhalb kürzester Zeit Container für die mobile Ambulanz zu beschaffen und aufzubauen. Auch medizinisches Personal konnte kurzfristig aus niedergelassenen Praxen gewonnen werden, sogar Kinderärzte werden dort junge Patienten untersuchen.

    „Ich bin allen Verantwortlichen sehr dankbar dafür, dass sie eine so schnelle Lösung geschaffen haben“, betont Oberbürgermeister Adolf Kessel.

    Die Zeit drängte vor allem deshalb, weil zahlreiche Arztpraxen inzwischen ihre Kapazitäten erreicht haben und Schutzkleidung sowie Desinfektionsmittel nur schwer erhältlich sind. Manche Praxen mussten bereits von der Untersuchung von Patienten mit Atemwegserkrankungen absehen, auch, weil die Praxen das Ansteckungsrisiko in den Wartezimmern minimieren wollten.

    Für Patienten, die keine oder nur leichte Symptome aufweisen, aber in Kontakt mit Corona-Infizierten waren, steht weiterhin die Teststelle in Osthofen für Abstriche zur Verfügung.

    Nach den Osterferien
    Doch was passiert mit der Ambulanz, sollte der Schulbetrieb nach den Osterferien wieder aufgenommen werden? Diese Frage treibt derzeit zahlreiche Eltern und auch das Lehrpersonal um. „Sollte der Schulbetrieb nach den Osterferien weitergehen, müssen wir zunächst prüfen, ob die Ambulanz noch erforderlich ist.

    Sollte dies der Fall sein, werden wir die Container vermutlich an einem anderen Standort platzieren. Fest steht bereits jetzt, dass wir die Öffnungszeiten der Ambulanz so gestalten werden, dass die Schulzeiten nicht tangiert werden. Sollte dies nicht möglich sein, werden wir eine andere Lösung für die Ambulanz finden“, erläutert der Oberbürgermeister.

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