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Sa., 21. Mai 2022, 11:27 Uhr
Mit einem letzten Konzert im BASF-Feierabendhaus in Ludwigshafen verabschiedete sie sich von Deutschland
„One Last Time“ – Ein letztes Mal noch: Dionne Warwick sagt Auf Wiedersehen
Von Rudolf Uhrig Der Kulturbetrieb läuft wieder – und zwar auf Hochtouren. Hallen, Konzertsäle und Open Air-Stadien sind fast immer ausverkauft. Viele Stars nutzen die Gunst der Stunde und kehren „on stage“ zurück. Viele auch wahrscheinlich ein letztes Mal. Mit 81 Jahren ist Dionne Warwick, die 1940 in New Jersey geboren wurde, derzeit auf Abschiedstournee in Europa und machte dabei auch zweimal in Deutschland halt.
Sie gastierte in der Verti Music Hall in Berlin und nun auch in Ludwigshafen. Das Konzert fand im Rahmen von „Enjoy Jazz“ statt, es wurde Pandemie bedingt zwei Mal verlegt. Aber jetzt zeigt die Soul-Diva eine außergewöhnliche Präsenz – im Sitzen. BASF-Kulturchefin Karin Heyl und Enjoy Jazz-Macher Rainer Kern kündigen die 5-fache Grammy-Preisträgerin voller Bewunderung an. Im ausverkauften BASF-Feierabendhaus können sie sogar Gäste aus Frankreich begrüßen.
Dann betritt sie den Saal, das Publikum empfängt die große, alte Dame applaudierend im Stehen. Langsam und bedächtig geht sie die Treppe hoch, dann die Bühne entlang, zu einem Barhocker. Nun ja, sie ist 81. Sie nimmt vor der Band, besetzt mit Schlagzeug, Bass und Piano, dazu im Hintergrund Musikerinnen und Musiker der Neue Philharmonie Frankfurt, Platz.
Jetzt erfährt auch das „Auditorium“ den vorsichtigen Gang; sie erzählt, dass sie vor kurzem eine "kleine Operation“ am Bein hatte und deshalb auch das Konzert im Sitzen bestreiten müsse. Und sie erzählt mehr und mehr. Und alle hören aufmerksam zu während das Orchester schon erste musikalische Klänge beimischt.
Klar, unter den mehr als 100 Millionen verkauften Platten waren viele große Hits (!)
Burt Bacharach und Hal David zeichneten vielfach dafür verantwortlich. Erfolge feierte sie auch mit Songs und Größen wie Barry Gibb von den Bee Gees oder Barry Manilow. Und manchmal scheint auch Verwandtschaft von Vorteil zu sein: denn auch Cousine Whitney Housten – und eben auch „die Tante“ profitierten davon.
"I say a little prayer", „That's What Friends Are For” und “I'll Never Love This Way Again” sind natürlich im Repertoire. Und die präsentiert sie mit etwas dunklem Timbre, aber nach wie vor voller Power. Aber doch, man merkt das Bein schmerzt wohl immer noch, das Bewegen auf dem Hocker schränkt die Sängerin ein, aber ihre Persönlichkeit ist einfach überwältigend.
Ihre wichtigste Botschaft kommt mit “What the world needs now" zum Schluss: Liebe ist es, was die Welt braucht, in diesen Zeiten ganz besonders, wie Warwick unter großem Applaus vor dem Song sagt. Nach 75 Minuten ist „On Last Time“ zu Ende, die Dame geht, würdevoll und mit Standig Ovations bedacht, von der Bühne. Natürlich bedächtig und vorsichtig.
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