Infoabend zu dem sensiblen Thema bei der Arbeiterwohlfahrt Eich
Organspende schenkt Leben
Dr. Undine Samuel und MdL Kathrin Anklam-Trapp (3. u. 4. v.l.) mit Ingrid Winkler (3.v.r.) und weiteren AWO-Vorstandsmitgliedern werben für die Organspende.
Organspende ist eine Angelegenheit, die bei vielen Menschen Unbehagen auslöst, obwohl ihr laut Umfragen etwa 80 Prozent der Bundesbürger positiv gegenüberstehen. Nach der Neuregelung des Transplantationsgesetzes wird nun aber jeder Erwachsene mit dem Thema konfrontiert, indem er Post dazu von seiner Krankenkasse erhält, der ein Organspendeausweis mit der Bitte um eine persönliche Erklärung beiliegt.
Um zu informieren und Ängste abzubauen, hatte die AWO Eich gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Kathrin Anklam-Trapp zu einer Veranstaltung mit einer Vertreterin der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) nach Eich eingeladen. Dr. Undine Samuel, geschäftsführende Ärztin der DSO, konnte hier wertvolle Aufklärungs- und Informationsarbeit leisten.
Derzeit stehen 12.000 Menschen in Deutschland auf der Warteliste für ein Organ, davon sterben jährlich 1000, weil nicht genug Organe zur Transplantation zur Verfügung stehen. Dr. Samuel erläuterte ausführlich, wie der Ablauf im Transplantationsfall ist und konnte damit bei den Zuhörerinnen und Zuhörern auch einen Großteil der Ängste abbauen.
So muss der Hirntod eines potenziellen Spenders von zwei unabhängig voneinander untersuchenden Ärzten festgestellt und genau dokumentiert werden. Erst dann können weitere Untersuchungen folgen. Auch, wenn ein Organspendeausweis vorhanden ist, folgt ein Gespräch mit den Angehörigen, die auch dann noch die Organentnahme ablehnen können. „Kein Arzt sucht jedoch gezielt nach einem Organspendeausweis. Der Ausweis dient dazu, zu klären, ob der Verstorbene eine Organentnahme gewollt hätte oder nicht und kann für die Angehörigen in dieser sehr schwierigen Situation eine Hilfe sein, “ so Dr. Samuel. Einen weit verbreiteten Irrtum konnte sie aufklären: "Niemand ist zu alt für eine Organspende. Einzig der gesundheitliche Zustand ist sowohl für einen Organspender als auch für einen Empfänger maßgebend." Im Anschluss an den Vortrag ergab sich unter der Moderation von Kathrin Anklam-Trapp eine lebhafte Diskussion zum Thema, bei der alle Fragen detailliert beantwortet werden konnten.
Zum Abschluss dankte die Vorsitzende der AWO Eich, IngridWinkler der Referentin und der Abgeordneten jeweils mit einem Blumenpräsent herzlich.