
VON FLORIAN HELFERT Im Martinssaal erklärte Wiesoppenheims Ortsvorsteher Karlheinz Henkes zum Jahresempfang am vergangenen Sonntag aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt von allen politischen Ämtern. „Nach 33 Jahren im Ortsbeirat, 31 Jahren im Stadtrat und 28 Jahren als Ortsvorsteher ziehe ich wie von meinem Arzt empfohlen einen Schlussstrich“, sah sich Wiesoppenheims kommunalpolitischer Grandseigneur gezwungen, auf die Signale seines Körpers zu hören. Die Neuwahl eines Ortsvorstehers oder einer Ortsvorsteherin wird zur Bundestag stattfinden.
Persona non grata als Arbeitersohn
Anschließend folgte ein sehr persönlicher Rückblick: „Nach einem Gespräch mit dem stellvertretenden Direktor des altsprachlichen Gymnasiums, in welchem mir als Sohn eines Gelegenheitsarbeiters die Suche nach einer neuen Schule empfohlen worden ist, bin ich mit 18 Jahren in die Sozialdemokratie eingetreten“, berichtete Henkes. Über den zweiten Bildungsweg habe der dann später erfolgreich nachgeholt.
„Solange die Herkunft der Eltern immer noch entscheidend ist, wünsche ich mir, dass meine Partei weitere Schritte für eine Chancengleichheit der Heranwachsenden einleitet“, näherte sich Henkes dem Ende seines ganz persönlichen Rückblickes, in welchem er auch seiner Ehefrau Elisabeth herzlich für all die gemeinsamen Jahre dankte – und „einen Blumenstrauß, ja, einen großen Blumenstrauß“ zu überreichen.
Projekte von gestern und morgen
Sogar der Stadt Worms dankte er und erinnerte an die vergessenen Vorteile der Eingemeindung des heutigen Vorortes. „Die Stadt hat uns beispielsweise die Abwasserkanäle errichtet oder uns an ihr Busnetz angeschlossen“, so Henkes. Außerdem freute er sich, sich erfolgreich für den Erhalt der Grundschule eingesetzt zu haben. Für die Zukunft wünschte er sich einen ausreichenden Schutz gegen den Fahrzeuglärm der Autobahn, ein Neubaugebiet für Wiesoppenheim sowie eine bessere hausärztliche Versorgung für das Eisbachtal.
OB: „Unglaublich viel geleistet“
Statt einer Abschiedsrede dankte Oberbürgermeister Michael Kissel lieber seinem langjährigen Parteifreund Karlheinz Henkes. „Für die Menschen, die hier leben, hast Du unglaublich viel geleistet“, richtete er seine Worte direkt an den scheidenden Ortsvorsteher, den er darüber hinaus als verlässlich, pflicht- und verantwortungsbewusst bezeichnete. „Deswegen schätzen Dich alle in der Verwaltung und auch im Stadtrat“, urteilte das Stadtoberhaupt gegen Ende seiner Rede lobend.
Musikalisch umrahmten die nach Angaben des Ortsvorstehers „wiederholt ausgezeichneten Spitzenkräfte“ Kai und Xixi Gabel von der städtischen Lucie-Kölsch-Musikschule den Jahresempfang im Eisbachtal.
Ehrungen
Für ihre Verdienste und ihr Engagement wurden Oberbrandmeister Alexander Bowitzky als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Wiesoppenheim sowie die mehrfachen Meisterinnen Johanna und Elisabeth Bertz von den Rockin' Wormel geehrt.
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