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  • Mo., 24. August 2015, 12:13 Uhr
    Panzerminen und Munition bei Bauarbeiten im Wormatia-Stadion entdeckt / Weitere aufwendige Untersuchungen notwendig / Fragezeichen hinter Heimspielauftakt Mitte November

    „Jetzt müssen wir für die Sicherheit der Menschen Sorge tragen”

    VON STEFFEN HEUMANN Am vergangenen Donnerstag wurden bei Arbeiten an der neuen Aschebahn im nordwestlichen Bereich des Wormatia-Stadions sechs Panzerminen amerikanischer Herkunft mit jeweils 4 Kilogramm Sprengstoff beim maschinellen Abschieben der alten, zwanzig Zentimeter tiefen Tragschicht in einem 1,5 Meter tiefem Loch entdeckt. Neben den Minen – die nicht aktiviert, aber dennoch explosionsfähig waren – wurden auch siebzehn mit Phosphor bestückte Patronen vom Kaliber 50 mm gefunden. Die Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg sind zwischenzeitlich vom Kampfmittelräumdienst geborgen und abtransportiert worden. Ob der VfR Wormatia dennoch wie geplant in der zweiten November-Woche auf dem neuen Hybridrasen das erste richtige Heimspiel der Saison austragen wird, bleibt offen. Erst muss in aufwendigen Untersuchungen Klarheit darüber herrschen, dass sich keine weiteren Kriegswaffen auf dem Laufbahn-Areal befinden.

    Eines Besseren belehrt

    „Wir wurden eines Besseren belehrt”, erläuterte der Beigeordnete der Stadt, Uwe Franz, am Montagnachmittag die Problematik. Im Vorfeld seien bei umfangreichen Untersuchungen auf dem Rasen etwa 35 Anomalien detektiert und ohne Befund untersucht worden. Im Bereich des Metallzaunes auf der Aschenbahn sei diese Vorgehensweise nicht möglich gewesen, zumal man bei einem Abtrag der Laufbahn von lediglich 20 Zentimetern Höhe keinerlei Gefahr durch Kampfmittel vermutet worden sei.

    Durchaus Gefahrenpotential

    Da von solchen Funden durchaus ein hohes Gefahrenpotential ausgehe, seien weitere Untersuchungen die logische Konsequenz. Nicht zuletzt müsse auch die Sicherheit aller Mitarbeiter der im Stadion beschäftigten Baufirmen gewährleistet sein, betonte Franz, dass nun ein sukzessiver Abtrag der insgesamt 5.500 Quadratmeter großen Fläche nötig sei. „Schicht für Schicht auf mindestens 50 Zentimeter Tiefe”, so Uwe Franz. Erst dann könne mit herkömmlichen Verfahren eine weitere Detektion erfolgen. Da die Beauftragung einer Fachfirma womöglich eine Ausschreibung vorangehen muss und der Zeitpunkt der Verfügbarkeit benötigter Spezialbagger noch offen sei, habe man derzeit keinen Einfluss auf den Fertigstellungstermin.

    Nur Einzelfund?

    „Wir gehen von einem Einzelfund aus”, hofft der Dezernent, das sich die Vermutung bestätigt, dass beim Räumen des ehemaligen Camps der US Army nach Kriegsende die Minen und die Munition der Einfachheit halber in der Fundstelle entsorgt worden seien. Nach Expertenmeinung sei von den Kampfmitteln keinerlei Gefahr ausgegangen. Lediglich beim Einsatz von schwerem Gerät hätte eine Gefährdungssituation entstehen können. Im Falle der verwitterten Phosphorgeschosse sei durch hohe Hitzeeinwirkung eine Entzündung nicht gänzlich auszuschließen. Für Dieter Rauh, Leiter des Grünflächenamtes, stellt sich nun die Frage, ob das abzutragende Tennenmaterial und die vorhandene Schlacke, die eigentlich an Ort und Stelle verbleiben sollten, zum erneuten Auffüllen wiederverwendet werden können oder als Deponiematerial entsorgt werden müssen. „Das könnte zusätzliche Kosten verursachen”, erklärt der Amtsleiter.

    Zitat: Urban Hartig, Schollenberger Kampfmittelbergung: „Wegen der hohen Störkörperdichte im Bereich der Aschenbahn ist ein lagenweises Abziehen der gesamten Fläche erforderlich. Dabei sind Spezialisten mit Sonden und speziell geschützten Baggern im Einsatz, um Schicht für Schicht zu detektieren und alle Funde zu identifizieren.”



     

     
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