Di., 11. Oktober 2016, 22:05 Uhr
Stadtverwaltung äussert sich zu Vorwürfen in Bezug auf den Parkhaus-Neubau in der Koehlstraße
„Parkhaus am Dom“: CDU stimmte Zeitschiene zu
Wieder einmal sorgt die CDU mit Äußerungen hinsichtlich des „Parkhauses am Dom“ für Verwunderung innerhalb der Verwaltung. In einem Pressebericht kritisiert Fraktionsvorsitzender Dr. Klaus Karlin eine angebliche Verzögerung des Baufortschritts – eine Verzögerung, die de facto nicht existiert.
In einer Sondersitzung von Haupt- und Finanz-, Bau- und Gesellschafterausschuss Parkhaus Betrieb GmbH am 6. Juli dieses Jahres präsentierte die Verwaltung drei Varianten für einen Parkhaus-Neubau. Die Empfehlung der Fachabteilungen sah Variante drei mit zwei Tiefgeschossen und insgesamt 370 Stellplätzen vor. „Bereits in dieser Sitzung haben sowohl Planungsbüro als auch Verwaltung deutlich gemacht, dass, sollte sich der Stadtrat letztendlich für eine andere Variante entscheiden, die Planung entsprechend überarbeitet und das Parkhaus somit nicht im Jahr 2017 fertiggestellt werden kann“, erinnert Baudezernent Uwe Franz an die damals angesprochenen veränderten Voraussetzungen.
Doch auch unter dieser Prämisse empfahlen die beteiligten Ausschüsse Variante zwei mit einem Tiefgeschoss und 345 Stellplätzen. Das entsprechende Votum des Stadtrates am 13. Juli fiel deutlich aus: Lediglich fünf Ratsmitglieder stimmten gegen den Bau von Variante zwei, zudem gab es eine Enthaltung. „Die CDU hat diese Entscheidung eindeutig mitgetragen, obwohl wir auch in der Stadtratssitzung nochmals angemahnt hatten und was auch der Beschlussvorlage zu entnehmen war, dass mit der Überplanung des Parkhauses eine Fertigstellung erst im ersten Quartal 2018 möglich ist“, unterstreicht Franz.
Mit Hochdruck an der Überplanung
Dass es nun in der öffentlichen Wahrnehmung heiße, es gehe nicht voran in der Koehlstraße, will der Baudezernent so nicht stehen lassen. Schließlich arbeiten die Mitarbeiter der Bauverwaltung seit dem Stadtratsbeschluss mit Hochdruck an der Überplanung. „Man kann sich das nicht so vorstellen, als könnten wir das ursprünglich geplante zweite Tiefgeschoss einfach aus dem Plan löschen. Die ganze Statik musste nochmals neu berechnet werden“, macht der Baudezernent deutlich. Und diese wiederum hat einen erheblichen Einfluss auf die neu zu bemessende Gründung. Statik und Gründung konnten deshalb nicht parallel, sondern mussten nacheinander geplant werden. Die Gründung wiederum ist notwendig für die Planung der Baugrube und des Baugrubenverbaus. Erst, wenn all diese Faktoren berechnet und neu geplant sind, kann das Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung erstellt werden. In nur etwas mehr als zwei Monaten haben die Planer den ursprünglichen Entwurf komplett überarbeitet, einer neuen Planung zugeführt und die erste Ausschreibung herausgegeben. „Nebenbei“ mussten die Mitarbeiter auch den Bauantrag einreichen. „Hinzu kommt, dass der Aufwand, alle beteiligten Fachplaner zu koordinieren, enorm ist“, erläutert Franz.
Wie bereits berichtet, muss das Projekt europaweit ausgeschrieben werden, sodass gesetzliche Fristen einzuhalten sind. Obwohl die Ausschreibungsphase sehr kurz angesetzt ist, ist ein Baubeginn vor Februar nicht möglich, da die Angebote zunächst von den Fachplanern geprüft und ausgewertet werden müssen – parallel zu den neuen vorzubereitenden Ausschreibungen. Erst nach dem umfangreichen Prüfprozess, bei dem ggf. auch die bietenden Firmen nochmals zwecks Rückfragen kontaktiert werden müssen, können die Verantwortlichen einen Vergabevorschlag in die Gremien einbringen. Voraussichtlich wird der Stadtrat in seiner letzten diesjährigen Sitzung am 21. Dezember darüber entscheiden. Erst danach kann die Verwaltung den Auftrag vergeben.
Von einer Verzögerung der Baustelle könne nicht die Rede sein, da die auch von der CDU beschlossene notwendige Überplanung den späteren Fertigstellungstermin im ersten Quartal 2018 zur Folge hat, macht der Baudezernent deutlich.
Rückfragen von Stadtratsmitgliedern beantwortet die Verwaltung im Übrigen stets zeitnah. „Die entsprechende Anfrage der CDU zum Parkhaus am Dom habe ich noch am selben Tag beantwortet“, so Franz. Dass die Verwaltung auf eine entsprechende Anfrage nicht reagiert habe, sei eine haltlose Unterstellung.