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  • Do., 12. Februar 2015, 17:11 Uhr
    Der Haupt- und Finanzausschuss verabschiedet auf seiner Sitzung die zeitliche Abfolge der Neubau- und Sanierungsmaßnahmen

    Parkhauskonzept für Worms festgezurrt

    Die Tiefgarage unter dem Ludwigsplatz soll von der ITG Immobilien Treuhand GmbH aus Düsseldorf übernommen werden. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Am Mittwochnachmittag tagten in einer gemeinsamen Sitzung der Haupt-/Finanzausschuss sowie die Gesellschafter der städtischen Parkhaus GmbH und einigten sich mehrheitlich auf ein Gesamtkonzept für die Wormser Parkhäuser. Als Grundlage für die Beratungen diente das Parkraumbewirtschaftungskonzept aus dem Jahre 2013. Oberbürgermeister Michael Kissel stellte die Ergebnisse der Sitzung am Donnerstag der Presse vor. Ein Fazit der Gespräche sei, dass es in Worms nicht zu viel, sondern zu wenig Parkraum gebe, zumal die Zahl der angemeldeten Autos in der Nibelungenstadt immer noch zunehme. Insgesamt subventioniere die Stadt die städtische Parkhaus GmbH mit jährlich 750.000 Euro.

    Parkhaus Koehlstraße
    Das Parkhaus am Dom, oder exakter an der Koehlstraße, macht bei der Umsetzung des Konzeptes den Anfang. Es wird komplett abgerissen und an gleicher Stelle wieder neu aufgebaut. Die Planungsarbeiten für dieses Projekt sollen unmittelbar nach der erwarteten Zustimmung des Stadtrates am 4. März 2015 erfolgen. Bei optimalem Verlauf könnten die Ausschreibung und der Abriss noch 2015 über die Bühne gehen. Ab Frühjahr 2016 würde dann der Neubau beginnen, sodass der Abschluss aller Arbeiten und die Freigabe für die Nutzung noch Mitte 2016 möglich wäre.

    100 Stellplätze mehr
    Die Gesamtkosten für Abriss und Neubau für das Parkhaus an der Koehlstraße werden mit rund 4,6 Millionen Euro veranschlagt. Nach Aussage von Oberbürgermeister Michael Kissel sei auch eine Sanierung geprüft worden, die zwar mit vier Millionen Euro etwas günstiger gewesen wäre, doch habe man bei einem Neubau die Möglichkeit die Kapazität von zurzeit 256 Stellplätzen auf 350 zu erhöhen. Und bei der Knappheit des Parkraums in Worms sei dies ein wesentliches Element, zumal bei einer Sanierung zahlreiche der 256 momentanen Parkplätze weggefallen wären. Auch würden bei einem Neubau die Zu- und Ausfahrten sowie die Größe der einzelnen Stellplätze optimiert, also verbreitert. Die Bauweise des neuen Parkhauses soll funktional sein, sich aber gleichzeitig in das innerstädtische Gesamtbild einfügen. Die Entscheidung zugunsten des Neubaus fiel im Haupt-/Finanzausschuss mehrheitlich bei nur einer Enthaltung.

    Tiefgarage Friedrichstraße
    Die heftigsten Diskussionen gab es im Haupt- und Finanzausschuss über die 1976 im Zuge der Altstadtsanierung gebauten Tiefgarage in der Friedrichstraße mit ihren 150 öffentlichen und 39 Privaten Parkplätzen. Nach langer Diskussion stimmten am Mittwoch elf Ausschussmitglieder mit ja, vier mit nein und zwei enthielten sich. Nun sollen die Planungsarbeiten vergeben werden, damit die Ausschreibung erfolgen kann und die städtischen Gremien schließlich endgültig zustimmen können.

    Die Sanierung in der Tiefgarage wird rund vier Millionen Euro kosten und ist dringend notwendig, da altersbedingte, massiven Schäden an Zwischendecken sowie Mittelstützen aufgetreten sind und es zu schweren Korrosionsschäden gekommen ist. Dazu kommen Mängel an der Lüftung, der Sprinkleranlage sowie der Lüftung.

    Abschluss 2017
    Die Frage, die sich bei der Tiefgarage Friedrichstraße stellte, war, ob es überhaupt saniert werden muss oder ob eine Schließung nicht zweckmäßiger wäre. Auch eine Privatisierung stand im Raum. OB Kissel erklärte dazu, die Problematik sei, dass die Tiefgarage im städtischen Besitz sei, die 39 Privatparkplätze aber den Nutzern gehörten. Die Nutzer hätten aber gewisse Rechte zum Parken erworben, so einfach schließen könne man die Tiefgarage daher nicht. Allerdings werde geprüft, inwieweit die privaten Eigentümer an den Sanierungskosten beteiligt werden können. Der Beginn der Sanierungsarbeiten ist ab Mitte 2016 vorgesehen, der Abschluss soll 2017 erfolgen.

    Ludwigsplatz
    Das Ziel hinsichtlich der Tiefgarage am Ludwigsplatz soll es nach Aussage von OB Kissel sein, dass sie von der ITG Immobilen Treuhand GmbH aus Düsseldorf, der auch die Kaiser Passage gehört, übernommen wird. Ein Konzept sehe vor, dass von der Tiefgarage unter der Kaiser Passage mit seinen 500 Plätzen ein Durchbruch zu jener unter dem Ludwigsplatz erfolgen soll, sodass daraus eine große Tiefgarage wird. Insgesamt wird bei der Sanierung mit Kosten von von vier bis fünf Millionen Euro gerechnet. Von der derzeit 270 Parkplätzen soll die Tiefgarage auf 220 reduziert werden. Es ist etwa auch daran gedacht, aus den fünf Etagen nur mehr drei zu machen. In jedem Fall sollen die Parkbuchten breiter und die ganz Garagen heller und freundlicher werden.

    Obelisk abtragen
    Die Arbeiten könnten sich als kompliziert erweisen, da der komplette „Deckel“, also der Ludwigsplatz inklusive Obelisk abgetragen werden muss. Ein Beginn der Arbeiten könnte Ende 2015 erfolgen, mit dem Abschluss ist 2017 zu rechnen. Danach würde der eigentlich Ludwigsplatz mit Wiederaufstellung des Obelisken bis 2018 erfolgen. Während die Tiefgaragen in den Besitz der ITG übergehen soll, würde der Ludwigsplatz im städtischen Besitz verbleiben und für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen.

    Privatisierung
    Zum Thema Privatisierung von Parkhäusern sagte OB Kissel, dass nur die Tiefgarage am Ludwigsplatz privatisiert werde. Bezüglich der anderen Parkhäusern habe man mit insgesamt acht Interessierten verhandelt, am Ende sei aber keiner übrig geblieben. Der Grund dafür sei einfach, ein Privater wolle mit den Häusern Geld verdienen. In Worms seien aber keine Preise wie etwa in Mannheim zu erzielen. Ein privater Investor wolle daher, dass die Stadt Worms den Fehlbetrag zwischen den relativ niedrigen Parkgebühren in der Nibelungenstadt und der Gewinnzone aus der Stadtkasse drauflege. Was alleine schon das Europäischen Recht nicht zulasse.

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