Das Parkhaus am Dom wächst in den Himmel und soll Mitte des Jahres mit seinen rund 350 Stellplätzen öffnen
Parkplatzsorgen ab Sommer etwas kleiner
Das Parkhaus am Dom soll bis Sommer 2018 fertig sein und rund 350 Stellplätze bieten. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Das Stahlgerippe steht schon und bis Sommer 2018 soll das Parkhaus am Dom seiner Bestimmung übergeben werden. Nach Jahren der heftigen politischen Auseinandersetzungen und Verzögerungen bei der Realisierung schwenkt das Projekt damit auf die Zielgeraden ein. Der Abriss des alten Parkhauses erfolgte im Jahr 2016. Ein Wermutstropfen bei der Fertigstellung des neuen Parkhauses ist allerdings, dass es zum Rheinland-Pfalz-Tag vom 1. bis 3. Juni wohl nicht fertig sein dürfte, doch wiegt dies anderseits nicht ganz so schwer, da Teile der City für das Großereignis ohnehin gesperrt werden. Zudem stehen am Rheinland-Pfalz-Tag wahrscheinlich noch die Stellplätze im ehemaligen Bauhaus (Nibelungencenter) zur Verfügung, da sich dessen Abriss durch den Investor verzögert. Die reinen Baukosten des neuen Parkhauses am Dom belaufen sich auf 6,14 Millionen Euro.
Rund 350 Parkplätze
Ab Sommer/Spätsommer 2018 werden den Autofahrern im neuen Parkhaus am Dom 317 „normale“ Stellplätze in einer komfortablen Breite von 2,80 Metern zur Verfügung stehen. Dazu kommen 10 Frauenparkplätze, 13 für Behinderte und 11 sogenannte Mutter-Kind-Parkplätze. Abgerundet wird das Angebot durch 20 Ladestationen für Elektromobile und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.
Insgesamt legt die Stadt bei der Realisierung Wert auf die Benutzerfreundlichkeit, so entfallen etwa auch die Stützpfeiler zwischen den Parkplätzen, sodass das Einparken einfacher wird. Die Stellplätze verteilen sich auf insgesamt 14 halbversetzte Ebenen in ähnlicher Konstruktion wie das alte Parkhaus. Die Rampen zur Auf- und Abfahrt werden ebenfalls breiter und erhalten keine seitlichen Betonwände mehr, um einen Tunneleffekt zu reduzieren.
Stahlkonstruktion
Bei der Konstruktion des neues Parkhauses handelt es sich um eine Stahlskelettbauweise mit Geschossdecken aus Betonhalbfertigteilen. Das künftige Treppenhaus mit Aufzug, Brandwand und öffentlicher Toilette wird aus Stahlbetonfertigteilen errichtet. Der neue Treppenturm wird ebenfalls hell und und vor allem barrierefrei gebaut. So ist es beispielsweise möglich, alle Ebenen ohne Einschränkungen bequem und sicher zu erreichen. Das Gebäude wird eine Fassade aus Profilglas erhalten. Die Profilgläser haben einen Abstand von zirka 20 Zentimetern untereinander, um eine natürliche Belüftung zu gewährleisten. Das hat den Vorteil, dass keine Feuerlöscheinrichtungen und Brandmeldeanlage notwendig sind. Das reduziert die Herstellungskosten und auch die späteren Betriebskosten. Auf eine Fassade konnte jedoch aus verschiedenen Gründen des Schallschutzes und des Blendschutzes der Nachbarn nicht verzichtet werden. Im Erdgeschoss werden vandalismussichere Stahlbetonfertigteile mit Fensteröffnungen als Fassade verbaut. Im Erdgeschoss wird es öffentlich zugängliche Sanitäranlagen mit je einem Herren- und Damen-WC sowie einem Behinderten-WC und einem Wickelraum geben.
Entwässerung ein wichtiges Element
Bei der Konstruktion des neuen Parkhauses wurde darauf geachtet, bekannte Schwachstellen bereits bestehender Parkhäuser zu vermeiden. So wird es ausreichend Quergefälle auf den Parkebenen geben, um Wasser schnellstmöglich in die Entwässerungsrinnen abzuleiten. Die Wahl des Bodenbelages stellt sicher, dass nicht wie so oft in der Vergangenheit Wasser und Tausalze den darunter liegenden Beton zerstören.
Fragen zu Tiefgaragen
Mit der geplanten Fertigstellung des Parkhauses am Dom entspannt sich zwar die Parkplatzsituation in Worms, aber gelöst ist sie noch lange nicht. Denn mittelfristig fallen alle Stellplätze im ehemaligen Nibelungencenter weg. Große Fragezeichen stehen hinter der zukünftigen Nutzung der beiden Tiefgaragen Ludwigsplatz und Friedrichstraße. Bezüglich der Tiefgarage Ludwigsplatz führt die Stadt momentan Gespräche, aber was dabei herauskommt, ist zurzeit völlig offen. Und erst wenn eine Lösungsoption für die Tiefgarage Ludwigsplatz auf dem Tisch liegt, werden die Überlegungen für die Tiefgarage Friedrichstraße angegangen, so die Pressestelle der Stadt Worms auf Nachfrage des Nibelungen Kuriers.