
Von Vera Konersmann. Vielleicht ist es die gelungene Mischung aus gesunder Arroganz, seinem souveränen Auftreten und bissigem Humor, die das Publikum von Timo Wopp immer wieder in seinen Bann zieht. Der deutsche Ausnahmekünstler, der bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet wurde, fing als Jongleur an, war als Berater tätig und ist heute Kabarettist. In einem Gespräch mit dem NK erzählt das Multitalent, wie es zu seiner nun doch etwas anderen Berufswahl kam, wie er Job und Familienleben unter einen Hut bringt und darüber, was sein Wormser Publikum am 13. Februar im LincolnTheater erwarten darf.
Nach dem Abitur 1997 studierte Timo Wopp zunächst BWL und finanzierte sich sein Studium als professioneller Jongleur. „Jonglieren war ganz einfach eine große Leidenschaft. Dass ich damit genügend Geld für mein Auskommen verdienen konnte, großes Glück.“ Schnell machte sich der talentierte junge Mann einen Namen auf nationalen und internationalen Varietébühnen sowie bei verschiedenen Wettbewerben. Und so kam es, dass ihm ein einjähriges Engagement beim Cirque du Soleil in New York angeboten wurden. „Ein Angebot, das ich natürlich nicht ausschlagen wollte“. Damit war Wopp 2007 dort der erste deutsche Jongleur mit einem Solovertrag.
„Diese Erfahrung führte mit zu der Entscheidung auf der Bühne zu bleiben“, erklärt der Kabarettist, „jedoch wollte ich nicht mehr ausschließlich für mein Publikum jonglieren, sondern meine Leidenschaft für Comedy und Kabarett endlich ausleben“. Sein Bühnenprogramm „Passion“ sei eine Verbindung seiner Alltagserlebnisse mit der Arbeitswelt. „Letztlich ist mein aktuelles Programm das Destillat aus zehn Jahren Berufserfahrung in ganz unterschiedlichen Bereichen, die mehr Gemeinsamkeiten haben, als man zunächst denkt“. Das Resultat: Eine unübliche Realsatire ohne moralischen Zeigefinger. Auf die Frage, ob er denn auch noch sein Jonglier-Talent zur Schau stellen würde, antwortet er mit einem eindeutigen „Ja! Nur ist dies eben nicht mehr der Hauptteil meiner Show“.
„Niveau wirkt nur von unten unten wie Arroganz“
Nach eigener Aussage tritt Wopp als überheblicher Vortragsredner – als Beinah-Prediger, dem nichts heilig ist – vor sein Publikum und testet gerne Grenzen aus. „Oft sind meine Zuschauer von meiner ungewöhnlichen Ansprache überrascht“, weiß der Künstler. Wer hier im Publikum sitzt, bekommt einen Spiegel vor die Nase gehalten und fühlt sich nicht selten herausgefordert. Doch dann nimmt sich der Kabarettist urplötzlich selbst auf die Schippe. Diese Mischung aus Frechheit und Selbstironie kommt gut an.
Der scharfzüngige Mann im Maßanzug wirkt zunächst vielleicht arrogant, wird aber, nachdem er den Zorn auf sich gezogen hat, seinen Gästen durchaus Freudentränen in die Augen treiben. Seine Wormser Zuschauer dürfen sich, so Wopp, auf ein Programm mit großer Fallhöhe freuen. „Es wird so einige Überraschungen an diesem Abend geben“, freut sich der Comedian auf seinen Auftritt im LincolnTheater, auf das er schon ganz gespannt sei. „Da ich zum ersten Mal in Worms sein werde, habe ich natürlich mal nachgesehen, welche Kollegen dort so auftreten. Ich war positiv überrascht von der Bandbreite des Programms und der Künstler, die dort das Jahr über auf der Bühne stehen“. Für seine Worms-Premiere hoffe er auf ein Publikum, das bereit sei, sich überraschen zu lassen und Lust auf eine neue, unkonventionelle Show hat.
Im Privatleben ist der vielseitige Moderator etwas braver und genießt das Vaterdasein. „Während der Tourzeit ist es schon eine große Organisationsaufgabe, Familie und Job zu kombinieren. Aber ich denke das ist heutzutage in vielen Berufen eine Herausforderung. Wir Künstler stellen da gar nicht mehr die Ausnahme dar“, weiß Wopp. Außerdem habe er nach Beendigung des straffen Tourplans sehr viel Zeit die Freuden des Familienlebens auszukosten. „So ergibt sich eigentlich eine ganz gute Balance“.
Jetzt mitmachen und Karten gewinnen
„Passion“ ist das erste Solo-Programm von Multitalent Timo Wopp und steht ganz im Zeichen der Lebenshilfe. Lebenshilfe für sein Publikum. Denn Wopp selbst ist perfekt. Aber zum Glück ist er auch so großzügig, die Geheimnisse seiner Vollkommenheit mit seinen Zuschauern zu teilen. In seinem aktuellen und ständig aktualisierten Solo-Programm ist ihm kein Thema zu groß, ob Politik, Wirtschaft, Erziehung oder Religion, Timo Wopp ist Experte für alles, coacht sich zwei Stunden um Kopf und Kragen und illustriert dabei scharfsinnig und komisch, dass der Puls der Zeit oft am Rande des Wahnsinns liegt. Der NK verlost für dieses außergewöhnliche Event 2 x 2 Karten. Wer zu den glücklichen Gewinnern zählen möchte, sollte bis zum 9. Februar eine Postkarte mit dem Stichwort „Passion“ an den Nibelungen Kurier, Prinz-Carl-Anlage 20, 67547 Worms, schicken. Bitte die komplette Absenderadresse und die Telefonnummer nicht vergessen, denn die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.